.Ist mein Sohn ein Neonazi?

5 Antworten

Ich finde es sehr vorbildlich, wenn sich dein Sohn in diesem Alter überhaupt mit Politik und Geschichte beschäftigt, unabhängig ob mit Kommunismus, Demokratie, Nationalsozialismus, Liberalismus usw.

In der tabuisierten deutschen Gesellschaft ist es schwierig, unbelastet über den NS zu reden. Es gibt aber zahlreiche positive Dinge, die im NS anzuführen sind und auch bis heute hin wirken, wie Kindergeld, Autobahnen, 1.-Mai-Feiertag... Die Frage, wie der historische NS im Detail zu eruieren ist, will ich mal dahingestellt lassen.

Sehr richtig ist die Feststellung deines Sohnes, dass nicht zwangsläufig alle Ereignisse innerhalb eines historischen politischen Systems auch mit der Idee des Systems einhergehen müssen. Ich kann mir auch Kommunismus vorstellen, ohne an die Massenerschießungen in Stalins Auftrag zu denken. Das eine bedingt nicht das andere. Politisch immanent waren hingegen die wirtschaftlichen Probleme mit Kolchosen, die wenig Leistungsanreiz für den einzelnen boten.

In diesem Lichte kann man auch den NS mit positiven Effekten in Zusammenhang bringen. Die NSDAP war die erste Partei, die sich als "Volkspartei" verstand; in der Weimarer Republik war die Zentrumspartei für die Katholiken, die SPD für die Arbeiter, die DNVP für die Monarchisten usw. Durch einheitliche Kleidung in den Organisationen (HJ, BdM ...) wurden soziale Unterschiede unsichtbar gemacht. Es gab Kindergeld, Ehestandsdarlehen, Förderungen der am Boden liegenden Landwirtschaft. Auch wenn die politische korrekte Front der Medien es nicht wahrhaben möchte, wurde die NSDAP ja durch gültige Reichstagswahlen gewählt und später haben sich auch die Bevölkerungen in Österreich und im Saarland mit sehr großer Mehrheit für das III. Reich entschieden.

All dies kann nur den Schluss zulassen, dass nicht geringe Bevölkerungsteile anfänglich sehr zufrieden waren. Der Schlüsselpunkt im NS ist der nationale Aspekt: Möchte dein Sohn, dass die Völker ihre Souveränität beibehalten und jedes Volk ein in sich geschlossenes politisches System hat, das auf Bewahrung der Kultur und Volksgemeinschaft - was massenhafte Einwanderung ausschließt - angelegt ist? Dann ist er rechts.

Aber warum sollte das auch schlimm sein, wenn er aus Liebe zum eigenen Volk so denkt und nicht aus Hass auf andere Menschen?

Ich denke er ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht richtig rechts, aber Sie sollten aufpassen, da kann man ganz schnell reingeraten. Versuchen Sie ihm klarzumachen, was für grausame Dinge die Nazis gemacht haben. Somit können Sie ihn vielleicht ein wenig von diesem Thema abschrecken.

Hör auf ihr Angst zu machen Sie sagte selbst er distanziert sich von Rassismus und militarismus...

Mach dir da kein Kopf sondern sei froh das er sich mit sowas auseinander setzt sich aber wie du sagst von Rassismus distanziert und so hat er sich ohne politischen Hintergrund mal mit der Geschichte auseinander gesetzt und in diesen Sinne hat er recht mit dem NS

Ich denke nicht, dass dein Sohn rechts ist. Denn objektiv betrachtet ist die Diktatur die beste Regierungsform (ob mit einer nationalen Ausrichtung ist zu diskutieren). Sie scheitert jedoch am Menschen. Nur weil etwas allgemein (in Deutschland) nicht gern gehört wird, sollte man nicht sofort mit der Nazikeule kommen. Den Deutschen ging es zu der Zeit nicht gerade schlecht, da hat er recht. Allerdings solltst du ihn anspornen sich damit mehr auseinanderzusetzen, da dies alles durch schlechte Wirtschaftspolitik finanziert wurde (ähnlich der BRD)

Du solltest dir nicht zu viele Sorgen machen. Halt die Augen ein wenig auf und achte etwas mehr darauf, wenn du dir Sorgen machst. Ich kenne viele junge Schüler (insbesondere Jungen), die eine ähnliche Meinung haben. Ich kann daran nichts schlimmes erkennen. Es zeigt, dass er seinen Verstand benutzt.

Den Deutschen ging es zu der Zeit nicht gerade schlecht, da hat er recht.

HÄ?

Mehrere Millionen Deutsche starben in Lagern und bei medizinischen Versuchen.

Und Millionen deutsche Männer robten irgendwo auf der Welt im Dreck rum und mußten Soldat spielen.

Mindestens genau so viele Frauen wurde zwangsverpflichtet um in der Rüstungsindustrie zu arbeiten.

Millionen Kinder wurden gezwungen in die Nazijugendgruppen einzutreten und da eine paramiltärissche Ausbildung durchlaufen wenn sie männlich waren. Und die Mädchen wurden zu rechtlosen Geburtsmaschinen erzogen.

Und das findest du war kein schlechtes Leben????

KRANK. Einfach NUR KRANK! :-(((

@SchlawienerSued

Leider ein sehr unqualifizierter Beitrag ohne Faktenbezug. Ohne auf alle Thesen eingehen wollen, ein paar kurze Hinweise: - Millionen Deutsche starben, und zwar in den Rheinwiesenlagern der Alliierten - das "Soldat spielen" war logischerweise kriegsbedingt. Der Keim wurde über den Versailler Vertrag gelegt, und einen Krieg hätte es auch unter einem anderen politischen System früher oder später gegeben. - Wenn das Leben so schlecht war, warum haben denn dann die Deutschen mit Begeisterung die NSDAP gewählt? Es wird immer vergessen, dass die NSDAP über Wahlen an die Regierung kam. Und auch in den Folgejahren waren alle Abstimmungen für das Deutsche Reich gefallen (siehe Anschluss Östereich/Ostmark, Saarland etc.)

Diese Frage sollte u.a. auch im Kontext, seines aktuellen Kontaktverhaltens (Freundeskreis, Musikvorlieben, Internetkontakte , uvm.) beantwortet werden. Möglichkeiten weiterer (wenn gewünscht auch anonymer) Beratung sehen wir über das Beratungstelefon der Elterninitiative gegen rechts: 06131 / 967 - 520.

Er hat keinen großen Freundeskreis, versteht sich aber mit jedem gut (auch mit Ausländern). Was Musik angeht hört er alles, von Klassik bis zu AC/DC

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