Ist es theoretisch möglich, sich an die Zeit im Mutterleib zu erinnern?

6 Antworten

man kann sich tatsächlich an vorgänge vor der geburt erinnern. so werden babys z.b. ruhig, wenn sie die melodie der TV-serie hören, zu der sich ihre mutter in der schwangerschaft regelmäßig entspannt hat. neugeborene erkennen auch schon ihre muttersprache.

allerdings vergisst man diese dinge später oder kann auf sie nicht mehr zugreifen. es gibt den begriff "infantile amnesie", der sich darauf bezieht, dass man sich nicht an dinge vor dem 3. lebensjahr (ungefähr, im durchschnitt) erinnern kann. erklärungsansätze gibt es dafür verschiedene, u.a. die annahme, dass durch umstrukturierungen im gehirn frühe gedächtnisinhalte gelöscht werden.

es gibt auch falsche erinnerungen, d.h. man denkt, etwas hätte stattgefunden, was aber nicht so war. gerade kinder sind dafür anfällig. z.b. gibt es ein experiment, wo kindergartenkinder eine betreuerin zusammen mit einem polizisten gesehen hatten. danach gaben viele kinder an, sie wüßten, dass die frau etwas böses gemacht hätte und beschrieben ihr "verbrechen", das die kinder beobachtet hätten, das natürlich nicht stattgefunden hatte, weil das eine gestellte situation war. oft denkt man/ der laie, wenn ein kleines kind etwas sagt, dann wäre das die wahrheit, wobei man andererseits so kleinen kindern sonst nichts zutraut (kindermund tut wahrheit kund) - die haltung ist hier etwas "schizophren".

es kann also sein, dass du eine falsche erinnerung hast. es kann auch sein, dass du dich an etwas ganz anderes erinnerst, das sehr viel später war z.b. im alter von 3 oder 4 jahren. aber ich will nicht vollkommen ausschliessen, dass es sich um eine pränatale erinnerung handelt, denn es konnte nicht bewiesen werden, das solche erinnerungen beim erwachsenen unmöglich sind.

so werden babys z.b. ruhig, wenn sie die melodie der TV-serie hören, zu der sich ihre mutter in der schwangerschaft regelmäßig entspannt hat.

Naja, davon dürfte beim werdenden Baby nichts ankommen. Der Schall drängt nur sehr gedämpft in den Körper, in welchem das Herz und das gepumpte Blut ordentlichen Lärm veranstalten. :)

@napoloni

wissenschaftliche entwicklungspsychologische studien und die entwicklungspsychologische lehrmeinung behaupten etwas anderes. wenn du es nicht glaubst, dann recherchiere danach.

Ich erinnere mich an die pränatale Zeit (ich bin Eidetiker), jedoch nur im Tastsinn und dunkler Verneblung.

Vom Phänomen habe ich schon mehrmals gehört und selber auf ähnliche Weise erlebt.

Ich nehme mehr Reize auf, wäre möglich das es deshalb möglich ist.

Das Gehirn ist bei der Geburt noch längst nicht fertig entwickelt. Der Geburtskanal wäre sonst nicht groß genug, den Kopf passieren zu lassen. Daher findet es guter Teil der "Verdrahtung" des Gehirns erst postnatal statt.

Eine Erinnerung im Sinne von Fakten und Details ist somit ausgeschlossen. Es fehlt hierfür schlicht an der Hardware.

Das schließt nicht aus, daß gewisse Prägungen stattfinden können, die aber eben auf einer absolut nicht kognitiven Basis erfolgen.

Nein, man kann sich an die Zeit im Mutterleib nicht erinnern, doch das heißt nicht, dass bestimmte Empfindungen nicht  gespeichert sind, so dass bei bestimmten Situationen daher diese Gefühle in irgendeiner weise reaktiviert werden. So jedenfalls die Überlegung von Rank. 

Davon mal abgesehen, auch der Fötus  ist kein bloßer toter "Gegenstand", nimmt also daher Reize aus der Umwelt wahr. Istr die Mutter stets im Streß oder Streit, kriegt das der Winzling schon auf seine Weise mit. Diese Empfindungen werden sehr wohl gespeichert, wenn sie denn recht intensiv sind.

Nein, das ist nicht möglich.

Das Erinnerungsverrmögen beginnt frühestens mit dem zweiten Lebensjahr.

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