Ist es nur eine Frage der Zeit, bis man Dinosaurier wieder auferstehen lassen kann?

5 Antworten

Nach dem Tod eines Organismus zerfällt die DNA unweigerlich, bis nur noch ihre Einzelbausteine, die Nukleotide, übrigbleiben. Da dieser Prozess mehrere hunderttausend Jahre in Anspruch nehmen kann, ist es prinzipiell möglich, aus jungen Fossilien noch intakte DNA-Abschnitte zu isolieren. Diese Stücke sind aber nur ein kleiner Rest des ursprünglichen Genoms, ausreichend für Verwandtschaftsanalysen, aber keinesfalls für einen Klonungsversuch.

Das älteste Fossil, bei dem das bisher möglich war, ist das eines Pferdes, das vor 560.000 - 700.000 Jahren im heutigen Kanada gelebt und gestorben ist. Die DNA-Bruchstücke, die aus seinen Knochen gewonnen werden konnten, waren wenige dutzend Nukleotide lang. Im Vergleich dazu: Das Genom eines heutigen Hauspferdes umfasst 2,7 Milliarden Nukleotide.

Dass überhaupt zusammenhängende DNA erhalten geblieben ist, liegt nur daran, dass das Fossil im Permafrostboden der Arktis eingeschlossen war. Das älteste Fossil, das nicht aus dem Permafrost stammt und trotzdem noch verwertbare DNA enthielt, waren die 300.000 Jahre alten Überreste eines Deninger-Höhlenbären.

Selbst bei optimalen Bedingungen wird die Zeit, nach der nur noch einzelne Nukleotide und keine DNA mehr vorliegt, auf wenige Millionen Jahre geschätzt. In Bernstein hält sich DNA nicht besser, von DNA-Spuren der Kreidezeit, in der die letzten Nichtvogel-Dinosaurier lebten, ist man damit also immer noch Größenordnungen entfernt, geschweige denn von einem halbwegs vollständigen Genom.

Selbst wenn wir auf irgendeinem Weg ein vollständiges Genom eines solchen Urzeittieres in die Hände bekommen würden, würden die Schwierigkeiten da nicht aufhören. Man müsst eine passende Leihmutter finden, und selbst die heutigen Vögel sind dafür genetisch viel zu weit von ihren Ahnen und Verwandten des Mesozoikums entfernt.

Die Nahrungsquellen, die Atmosphäre und die Mikroorganismen, mit denen die damaligen Tiere gelebt haben, existieren heute nicht mehr, und damit ist es auch unwahrscheinlich, dass sie in unserer Welt überhaupt überleben könnten, geschweige denn eine stabile Population bilden, für die man hunderte oder tausende Individuen (die keine genetischen Klone voneinander sind) bräuchte.

Ausgestorbene Arten des Mesozoikums bleiben also leider ausgestorben. Die einzigen Dinosaurier, die wir jemals lebend zu Gesicht bekommen können, sind die Vögel. Denn Vögel sind als Nachfahren der Theropoden auch selbst waschechte Dinosaurier, vom afrikanischen Strauß bis zu den Tauben auf der Straße.

Ich selbst wünsche mir dass etwas beinahe ebenso Spannendes in den nächsten 30 Jahren möglich werden könnte: Die Neuerschaffung des Urahns unserer Hausrinder, des Auerochsen oder UR.

Das wäre unfassbar, dieses Tier mit der riesigen Schulterhöhe und dem heiseren Brüllen über Waldlichtungen traben zu sehen.

Nein ist es nicht. Diese Frage ist ein Tanz zwischen den Worten "Unmöglich" und "Unwahrscheinlich".

Blut in Bernstein und extrahierte DNS aus Knochen bedeutet nur, dass man einzelne, fragmentarische DNS-Stränge hat. Um einen Dinosaurier (oder sonst irgendein Tier) zu klonen, benötigt man aber das komplette und völlig lückenlose Genom, also gewissermaßen die Bauanleitung. Und dieses Genom besteht aus mehreren Milliarden von verschiedenen Erbinformationen.

Ich bringe an dieser Stelle immer gern folgenden Vergleich: Stell dir vor, zur Konstruktion einer komplizierten Maschine wäre eine Bauanleitung in Form eines riesigen Lexikonbandes notwendig, das aus 10.000 unterschiedlichen Büchern mit jeweils 1.000 Seiten Umfang besteht. Um die Maschine (also den Dinosaurier zu bauen), benötigst du jede Information in jedem einzelnen Satz auf jeder einzelnen Seite des Buches. Montierst du nur ein einziges Teil der Maschine falsch, funktioniert sie nicht mehr.

Ich nehme nun die ganzen 10.000 Bücher und werfe sie in einen Reißwolf. Dann greife ich mit der Hand in das Konfetti hinein und puste dir diese Handvoll ins Gesicht. Genauso wenig, wie du jetzt imstande wärst, die Maschine mit meinem Konfetti zum Laufen zu kriegen, kann man das Genom eines Dinosauriers vervollständigen, denn es ist genau das gleiche Spiel: Die Bauanleitung ist vollkommen futsch. Im Fall der Bernstein-DNS kommt außerdem noch erschwerend hinzu, dass die Dino-DNS mit der Mücken-DNS vermengt wurde und somit kontaminiert wurde. In unserem Konfetti-Beispiel hat also noch irgendein Witzbold das Konfetti eines komplett anderen Bauplans mit in unseren Topf geworfen.

Das zweite Hindernis an der Erschaffung eines Dinosauriers wäre dann außerdem noch das Problem eines geeigneten Mediums, um den rekonstruierten Embryo auszubrüten. Dinosaurier waren keine Säugetiere und reiften nicht in einem Uterus heran, sondern schlüpften aus Eiern. Und selbst wenn man das Ei eines großen Vogels - also eines der letzten lebenden Verwandten der Dinosaurier - heranziehen würde, so ist es sehr wahrscheinlich, dass der Vogel die Fremd-DNS erkennt und noch vor der Eiablage abstößt. Es ist auch bei Säugetieren noch niemals gelungen, den Embryo einer bestimmten Spezies in dem Mutterleib einer anderen Spezies heranwachsen zu lassen, selbst wenn diese Spezies eng miteinander verwandt wären. Aus genau diesem Grund ist es auch nicht möglich, Mammuts oder Beutelwölfe zu klonen - also Tiere, die erst vor gar nicht allzu langer Zeit ausgestorben sind und von denen wir sehr viel mehr "Konfetti" haben.

Deshalb ist es derzeit völlig unrealistisch und auch in ferner Zukunft nicht im entferntesten denkbar, dass wir tatsächich geklonte Dinosaurier "herstellen" können. "Jurassic Park" ist ein reiner Science-Fiction-Film mit nur einem ganz kleinen hypothetischen Hauch von Realismus. Wieder ein Vergleich: Dass der Mensch in absehbarer Zukunft eine bewohnbare Kolonie auf einem geterraformten Mond des Saturn wie z.B. Europa errichtet, ist sehr viel wahrscheinlicher und realistischer als das Klonen von Dinos.

Woher ich das weiß:Hobby – Jahrelange Begeisterung für die Natur und ihre Bewohner.

Das war ein sehr guter Vergleich. Ich bin noch nicht mal mit einer Anleitung in der Lage, ein Regal von IKEA zusammenzubauen.

@Thomas7461

Vielleicht bringe ich das nächste Mal, wenn die Frage kommt einen IKEA-Vergleich. :-D

Super erklärt

Ich selbst wünsche mir dass etwas beinahe ebenso Spannendes in den nächsten 30 Jahren möglich werden könnte: Die Neuerschaffung des Urahns unserer Hausrinder, des Auerochsen oder UR.

Das wäre unfassbar, dieses Tier mit der riesigen Schulterhöhe und dem heiseren Brüllen über Waldlichtungen traben zu sehen.

@latinlover68

Eine Neuerschaffung wird fast ebenso schwierig wie das Erschaffen eines Dinosauriers. Auch hier benötigen wir erst einmal ein vollständiges Genom. Zwar dürfte so ziemlich jedes heutige Rind imstande sein, einen Auerochsen-Klon auszutragen, aber zuerst einmal muss ein intakter Zellkern rekonstruiert werden.

Was allerdings bereits erfolgreich gelungen ist: Die Rückzüchtung eines dem Auerochsen sehr ähnlichen Rindes. Das ist zwar keine Neuerschaffung, allerding haben diese Heckrinder eine ganz ähnliche Fellzeichnung und auch die geschwungenen Hörner ihrer Vorfahren, auch wenn sie natürlich nicht ganz so groß werden.

Das, was man im Bernstein als Einschluss (so genannte Inklusen) erkennen kann, ist für gewöhnlich lediglich der Abdruck des eingeschlossenen Tiers. Selbst wenn, dann ist nach dieser langen Zeit nahezu die gesamte DNA zerfallen. Eine Wiederbelebung ausgestorbener Tiere wie in Jurassic Park gezeigt ist daher nicht möglich.

Was aber sehr wohl geht, ist die Extrahierung so genannter aDNA (das a steht für "ancient" oder "altertümlich") aus fossilen Überresten. In Potsdam beschäftigt sich die Forschungsgruppe um Prof. Michael Hofreiter (der Bruder des Grünen-Abgeordneten Anton Hofreiter) mit der Gewinnung und Analyse von aDNA bei ausgestorbenen Tierarten. Seinem Forschungsteam ist es bereits gelungen, ausreichend DNA von ausgestorbenen Bahamas-Riesenschildkröten zu gewinnen und diese für die Verwandtschaftsanalyse mit heute lebenden Schildkröten zu nutzen. Auf ähnliche Weise gelang es dem Forscherteam auch, genug aDNA aus den Überresten der ausgestorbenen Art Macrauchenia patachonica zu extrahieren und damit eine Verwandtschaft dieser zu den südamerikanischen Huftieren (Litopterna) gehörenden Tiere mit den heute lebenden Unpaarhufern (Pferde, Nashörner und Tapire) zu bestätigen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Biologiestudium, Universität Leipzig

Ich selbst wünsche mir dass etwas beinahe ebenso Spannendes in den nächsten 30 Jahren möglich werden könnte: Die Neuerschaffung des Urahns unserer Hausrinder, des Auerochsen oder UR.

Das wäre unfassbar, dieses Tier mit der riesigen Schulterhöhe und dem heiseren Brüllen über Waldlichtungen traben zu sehen.

Nach Bandscheibenvorfall wieder Boxen?

Guten Abend, ich leide seit 10 Wochen unter Rückenschmerzen und vor 2 Wochen wurde mir ein Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule diagnostiziert. Das war ein großer Schock für mich, da ich erst 14 bin und im Traum nicht daran gedacht hätte, dass mein Körper schon in den jungen Jahren nicht mehr mitmachen würde. Ich bin oder besser gesagt war Leistungssportlerin im Boxen, wenn man das so nennen kann. Ich habe 3 Mal die Woche trainiert zzgl. gelegentlichem Joggen und Schulsport. Auch wenn man mir das vielleicht nicht ansieht oder ansah, wenn ich wiege bei meinen 1,70m knapp 77kg, was eigentlich Übergewicht wäre. Zumindest laut dem BMI. Da ich jedoch über einen hohen Muskelanteil habe, ist das eigentlich ziemlich ausgeglichen. Boxen ist meine Leidenschaft und ich leide ehrlich gesagt unter der Situation, denn ich weiß einfach nicht, wie es weitergehen soll. Boxen ist ja eine ziemlich anstrengende Sportart, bei der Koordination und eine gute Körperkontrolle erforderlich sind. Nun hat mir mein Arzt gesagt, dass ich es vergessen kann, eines Tages mal im Ring zu stehen. Das möchte ich aber nicht hinnehmen! Wird diese "Behinderung" , der Schmerz, die Blockaden je vergehen? Gibt es überhaupt noch die Chance, eines Tages wieder zu boxen, als wäre alles wie vorher? Das Boxen war meine Leidenschaft, und ich war bereit, alles dafür in Kauf zu nehmen. Ich habe mir sogar schon Finger beim Training gebrochen. Ich würde alles dafür tun, damit es wieder normal wird. Jetzt, wo dieses Feuer erlischt, geht es mir auch psychisch nicht gut, da ich einfach nicht mehr ausgeglichen bin, weshalb ich neuerdings oft reizbar und deprimiert bin. Wie soll es nur weitergehen? Rehasport? Boxen? Ich möchte später mal zur Polizei. Ist das überhaupt noch möglich? Was kann ich nur tun? Ich fühle mich unbeweglich, wie eine 70-Jährige Frau und einige aus meiner Klasse machen sich auch über meine eingeschränkte´Situation lustig. Wird das je vergehen?

LG Christina

...zur Frage

Wie kann ich die Kniescheibe/Patella stärken?

Mir ist vor etwas 2 Wochen die Kniescheibe herausgesprungen.Das ist mir zum ersten mal Passiert.Was ich ziemlich merkwürdig finde, ist das ich sehr viel Sport betreibe, wie Breakdance, Turmspringen und Trampolin springen. Nie ist etwas Passiert.

Doch als ich auf ein Fahrrad beim Rückweg einer Tour aufsteigen wollte, ist bei meinem linken Bein , was auf dem Boden stand, die Kniescheibe nach außen gerutscht.Dabei ist auch das innere Band was die Kniescheibe hält gerissen. Die Sanitäter haben sie dann unter Narkose wieder zurück geschoben.Was auch ein Problem darstellt, ist das mein Oberschenkel Knochen, also das Stück worin die Kniescheibe gleitet etwas abgeflacht ist. Dazu muss ich sagen das ich sehr selten Fahrrad fahre

Muss noch bis nächste Woche eine Schiene zum gerade halten des Beines tragen, bekomme aber nächste Woche die Patella Pro, wo ich dann mein Bein glaube ich drin Beugen kann. Ich bekomme auch etwas für die Muskulatur Stärkung des Quardrizeps , wie ich das jetzt verstanden habe mit Elektronen die ans Bein angebracht werden.Der Arzt meinte er würde zwar immer lieber das Band direkt nähen, gibt aber meinem Knie eine Chance, da die Schwellung sehr schnell zurückgegangen ist.

Jetzt zu meiner Frage.

Kann dieses Band überhaut ohne jegliches nähen wieder zusammenwachsen?

Ich möchte unter keinem Umständen das mir das nochmal Passiert, da das echt höllisch wehtut. Außerdem ist man ziemlich schlecht dran wenn einem das Beispiels weise beim Turmspringen passieren würde und man dann hilflos im Wasser liegt.

Ich habe nun mal diese Abflachung, aber kann man die Muskulatur so trainieren, das die Chance zumindest sehr viel verringert wird?

Der Arzt sagt auch die ganze zeit das wenn es nochmal Passiert man immer noch operieren kann, und er sagt es immer so als würde es 100% noch einmal Passieren, deshalb auch die sorge.Habe auch momentan total angst, da mein Anderes Bein ja ziemlich belastet wir , das es da zum beispiel beim hinsetzten auch noch Passiert.

Wie kann man sowas verhindern?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?