Ist es aus physiologischer Sicht völlig egal, wann und was man isst?

5 Antworten

Ich schließe mich in großen Teilen der Antwort von Jersinia an.

Was den Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme angeht, so hat unser Organismus zu verschiedenen Tageszeiten auch unterschiedliche Verdauungssäfte parat: es ist bekannt, dass man ab ca. 16 Uhr keine Rohkost, auch kein frisches Obst mehr essen soll, und abends Kohlehydrate schlechter als Eiweiß verdaut werden.

Tut man es trotzdem, liegt der ganze Nahrungsbrei herum, da die dazu erforderlichen Enzyme für den Tag schon 'heimgegangen sind' und erst am nächsten Morgen wieder zur Schicht kommen. In der Zwischenzeit bilden sich Fuselalkohole und es ist eine Riesenbelastung für die Leber. Es gibt Menschen, die so Leberprobleme wie Alkoholiker bekommen können.

Einen sehr interessanten Artikel über das späte Abendessen habe ich mal hier gefunden: https://www.dr-von-rosen.de/wp-content/uploads/2017/10/%C3%9Cber-das-Abendessen-und-die-Entstehung-der-Krankheitskaskaden.pdf - damit ist eigentlich alles gesagt.

Ob sich Allergien bilden und Nahrung als Feind bewertet wird, hängt damit zusammen, wie qualitativ hochwertig du deine Ernährung gestaltest. Dazu gehört schon ein bisschen Hintergrundwissen über die Funktion der richtigen Fette (Omega 3: entzündungshemmend, Omega 6: entzündungsfördernd), das Zusammenspiel mit Vitamin D (bewirkt die Verstoffwechselung von Kalzium), den Säure-Basen-Haushalt und was ihn negativ beeinflusst, usw. usw.

Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente müssen oft ergänzt werden, da unsere verarmte, tote Nahrung (ich spreche von konventionell erzeugter Nahrung) samt industriell erzeugten synthetischen Zusatzstoffen so belastet ist, dass an allen Ecken und Enden kompensiert, entgiftet und ausgeschieden werden muss, was der Körper nicht braucht und was ihm schadet. Dass er das -je nach Konstitution- oft nicht mehr allein kann, zeigen vielfältige Krankheitssymptome.
Werden diese Symptome als Krankheit selbst behandelt und mit Pharmamitteln unterdrückt, ist Tür und Tor geöffnet für eine Krankengeschichte.

Naja, und so weiter. Gesundheit ist ein Gratwandel - um ihn gut hinzubekommen, braucht man einen guten 'Bergführer' - oder man wird selbst einer.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – altes Wissen, das früher in jedem Haushalt Standard war
Ist es aus physiologischer Sicht völlig egal, wann und was man isst?

Nein. Das "wann" ist relativ unwichtig, aber das "was" ist von immenser Bedeutung.

-Der Körper zieht sich doch alles per Diffusion /Osmose in die Zelle - da ist es doch egal wann man was isst - es wird im Endeffekt alles ausgeschieden was zu viel ist .

Das, was in der Zelle ankommt, muss aber in der Nahrung vorhanden gewesen sein und genau da ist das Problem. Dort und bei der dazwischenliegenden Verdauung und Resorption, die gerne mal gestört sind.

-Außerdem was bringen Vitamin Präparate oder Entschlackungskur wenn der Körper selbst regulieren kann  und automatisch nur eine bestimmte Kapazität an Nährstoffen aufnehmen kann ?

Vitaminpräparate sind unsinnig, weil unser Organismus diese Stoffe gleichzeitig mit den Nährstoffen (Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße) benötigt. Schließlich werden sie zu deren Verarbeitung benötigt. Die Speicher des Organismus für Vitalstoffe sind sehr begrenzt, man kann also im Grunde nichts mit Vitaminpräparaten auffüllen. Und wenn werden für die Resorption und Ausscheidung so viele andere Vitalstoffe benötigt, dass das Vitaminpräparate mehr Mangelzustände erzeugt als es behebt.

-Theoretisch kann auch Gemüse schädlich sein - denn überall können Allergene drinstecken und  Chemikalien sind selbst im Bio Gemüse drin

Das ist eine andere Baustelle. Unser Problem heute ist der Verarbeitungsgrad der Nahrung. Fabriknahrung ist stark verarbeitet und daher arm an Vitalstoffen. Gleichzeitig sind die Nährstoffe isoliert und konzentriert und das führt zu den meisten heutigen Krankheiten. Parallel dazu sind natürlich auch die Schadstoffe ein gesundheitliches Risiko, aber sie sind im Vergleich weniger wichtig.

- was gesund ist, wird nur von Lobbyisten und Werbefirmen  propagiert :)

Richtig.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Ärztlich geprüfter Gesundheitsberater, >20 Jahre Erfahrung

Ganz egal ist es wohl nicht sonst könnte man auch Arsen einnehmen.
Aber Entschlackungen sind umsonst ja. Der Körper bildet keine "Schlacken" in dem Sinn. Maximal ist die Begrifflichkeit einfach Müll.

Und beim Rest - denke wenn man sich halbwegs "natürlich" ernährt kann man wenig falsch machen. Vorverarbeitete Produkte mit unsinnig vielen Aromen oder "Hilfsmitteln" sind aber schlecht. Wahrscheinlich wesentlich schlechter als "VIELLEICHT Allergie-Gemüse" - was eher selten ist.

Dass Werbefirmen und Lobbyisten jede Woche eine neue Ernährungskuh durchs Dorf treiben und damit eine Unmenge an Geld machen war aber schon klar. Dass heute Quinoa und morgen wieder was Anderes "VOLL TOLL" ist lassen wir uns halt gut einreden. Standardkost würde reichen. Aber das ist vielen "zu einfach".

Vitamine sind nur dann gut, wenn man sie wirklich braucht. Was genau ist sehr persönlich aber es bringt nichts, jeden Tag ein Multivitamin zu schlucken. Es gibt zu dem Thema aber unzählige Dokus die recht gut recherchiert sind (mMn).

Letztens von einem gehört der genau das was du hier schreibst angeblich wissenschaftlich geprüft hat:

"Der einzige Tipp den ich jetzt noch geben kann ist: Esst echtes Essen."

  • Nein, die Hypothese aus der Fragestellung ist so nicht kategorisch korrekt.
  • In bezug auf Abnehmen/Zunehmen gilt, dass es (quasi) egal ist, wann man was ist und es nur auf die Kalorienbilanz ankommt.
  • In bezug auf die Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen und anderen Mikronährstoffen ist es jedoch keineswegs egal in welcher Kombination man was isst. So wird Eisen zum Beispiel kaum aufgenommen, wenn zeitgleich viel Magnesium oder Calcium konsumiert wird oder auch Tee und Kaffee behindern die Eisenaufnahme.
  • Zweitens: Wer sich zu einseitig ernährt, der hat eben auch nicht alle nötigen Nährstoffe zugeführt. Veganer werden quasi immer an B12 und Eisen-Mangel leidern, wenn sie keine Supplemente nehmen. Der Stoffwechsel reagiert natürlich auf zugeführten Zucker oder Salze und so weiter. Die Zusammenhänge sind extrem komplex und kompliziert und das völlige Gegenteil von "einfach".
  • Nur als Anmerkung: Der Körper zieht nicht alle Nährstoffe nur mit Osmose oder Diffusion in den Körper, sondern es gibt für viele Moleküle spezielle Transport-Proteine für aktiven Transport.

Zwei Einwände:

In bezug auf Abnehmen/Zunehmen gilt, dass es (quasi) egal ist, wann man was ist und es nur auf die Kalorienbilanz ankommt.

Die Kalorientheorie ist falsch, wie man bei den meisten Untergewichtigen sieht, die trotz enormer Kalorienzufuhr immer weiter abnehmen. Und bei den meisten Übergewichtigen, die schlank waren, solange sie nicht auf Kalorien achteten und immer dicker wurden, seit sie es taten.

Die Ursachen liegen schlicht an anderer Stelle.

Zweitens: Wer sich zu einseitig ernährt, der hat eben auch nicht alle nötigen Nährstoffe zugeführt. Veganer werden quasi immer an B12 und Eisen-Mangel leidern, wenn sie keine Supplemente nehmen.

Das hängt von anderen Faktoren ab, nicht davon, ob man Fleisch verzehrt. Der menschliche Organismus kann B12 durchaus selbst herstellen, wir sabotieren das nur leider in unserer modernen Zivilisation. Ein Veganer hat nicht automatisch einen B12 und Eisenmangel. Ein fehlernährter Veganer kann das haben - genauso aber ein fehlernährter Fleischesser.

@joangf

Deine Theorie zur Kalorienbilanz ist falsch.

Die ausgezehrten Magersüchtigen sind ja nun keine Phantasie, sondern leider Realität. Deren Körper verzehrt sich selbst, wenn er länger im krassen Defizit leben muss. Wenn ein Körper erst einmal richtig krank ist, gelten zwar zum Teil andere Mechanismen, aber es ist nicht so, dass Untergewichtige durch ausgewogene Kalorienzufuhr nicht zunehmen würden. Im Gegenteil werden ja jedes Jahr sehr viele Magersüchtige wieder auf den richtigen Pfad geführt. Es klappt ja, das Leben beweist, dass du falsch liegst.

Übergewichtige müssen aus psychologischen Gründen (Appetit, Hunger) auf viele Dinge achten, aber bei exakter ehrlicher Kalorienbilanz nehmen sie im Defizit auch ab. Alles andere wäre physikalisch unmöglich. Es ist traurig, dass du hier immer wieder falsche Theorien verbreitest. Hör bitte endlich mit diesem Mumpitz auf.

@Kajjo
Deine Theorie zur Kalorienbilanz ist falsch.

Ich habe keine Theorie zur Kalorienbilanz. Die Kalorienbilanz hat nur ursächlich nichts mit einem pathologischen Unter- oder Übergewicht zu tun.

Die ausgezehrten Magersüchtigen sind ja nun keine Phantasie, sondern leider Realität. Deren Körper verzehrt sich selbst, wenn er länger im krassen Defizit leben muss.

Auszehrung und Abstellen der eigentlichen Ursache bei einem Übergewicht sind zwei völlig verschiedene Dinge. Nur, weil eine Auszehrung auch zum Gewichtsverlust führt, bedeutet das nicht, dass es eine ursächliche Therapie für ein pathologisches Übergewicht ist. Auch eine Amputation führt zu Gewichtsverlust, ist aber eben keine sinnvolle Maßnahme. Und das gleiche gilt für Diäten.

Wenn ein Körper erst einmal richtig krank ist, gelten zwar zum Teil andere Mechanismen, aber es ist nicht so, dass Untergewichtige durch ausgewogene Kalorienzufuhr nicht zunehmen würden.

Jemand, der untergewichtig ist, weil er zuvor eine Diät gemacht hat bzw. zuwenig Nahrung zu Verfügung hatte, wird selbstverständlich zunehmen, wenn er genügend Nahrung bekommt. Davon rede ich nicht. Ich rede von Menschen mit einem pathologischen Untergewicht, das auch durch hohe Kalorienzufuhr nicht korrigiert werden kann. Das ist ein recht häufige pathologische Situation, die ursächlich nichts mit Kalorienbilanz zu tun hat.

Im Gegenteil werden ja jedes Jahr sehr viele Magersüchtige wieder auf den richtigen Pfad geführt. Es klappt ja, das Leben beweist, dass du falsch liegst.

Das ist kein Beweis, sondern ein Verständnisproblem auf deiner Seite. Ein Untergewicht kann im Prinzip drei Ursachen haben, von denen nur eine etwas mit "zuwenig Nahrung" zu tun hat und auf die beziehst du dich. Dann nämlich, wenn jemand unter einer Eßstörung wie der Magersucht leidet und aufgrund von Fehlwahrnehmung, gestörtem Selbstbild usw. zuwenig ißt und dadurch auszehrt. Und auch dann ist die Maßnahme "Mehr essen" lediglich eine symptomatische Linderungsbehandlung, weil die eigentliche Ursache psychischer Natur ist und dort angesetzt werden muss, um die Krankheit dauerhaft zu heilen.

Ich beziehe mich auf ein ernährungsbedingtes Untergewicht und das läßt sich nicht durch "Mehr essen" lösen, sondern nur durch "Das Richtige essen.", weil die Ursachen nicht in der Nahrungs- oder Kalorienmenge liegen, sondern im Verzehr stark verarbeiteter Nahrungsmittel.

Übergewichtige müssen aus psychologischen Gründen (Appetit, Hunger) auf viele Dinge achten, aber bei exakter ehrlicher Kalorienbilanz nehmen sie im Defizit auch ab.

Natürlich tun sie das. Aber das ist so sinnvoll wie die Amputation. Löst vordergründig das Gewichtsproblem, ändert aber nichts an der Ursache der Krankheit und deshalb kommt die Krankheit auch wieder zurück. Diäten haben noch nie dauerhaft funktioniert, sonst hätten wir trotz tausender Diäten nicht einen so hohen und ständig weiter steigenden Anteil Übergewichtiger in der Bevölkerung. Diäten gehen grundsätzlich an der eigentlichen Ursache des Übergewichts vorbei, weil kein Übergewicht ursächlich durch zu viel Essen entsteht. Das "zuviel essen" ist immer die Folge einer anderen Ursache und dort muss man ansetzen, wenn man das Problem dauerhaft lösen will.

Alles andere wäre physikalisch unmöglich. Es ist traurig, dass du hier immer wieder falsche Theorien verbreitest. Hör bitte endlich mit diesem Mumpitz auf.

Traurig ist viel mehr, dass du dich auf das billige Niveau persönlicher Angriffe begeben musst. Was ich erzähle, ist keine Theorie, sondern basiert auf langjähriger - auch ärztlicher - praktischer Erfahrung. Die mag dir unbequem sein weil sie deinem Kalorienmythos zu widersprechen scheint und du kannst sie auch gerne in deine Mumpitz Schublade stecken, aber das ändert nichts daran, dass sie funktioniert.

@joangf

Es ist hoffnungslos, gegen Esoteriker aller Art anzukämpfen. Dein Gequatsche über "Industriezucker" und "verarbeitete Lebensmittel" ist einfach nur Mumpitz.

Immerhin hast du eingeräumt, dass Kaloriendefizit zum Abnehmen führt. Geht nämlich nicht anders.

Ursachen für Übergewicht liegt bei den allermeisten Übergewichtigen schlichtweg an zu viel essen. Von nix kommt nix. Dass falsches Essen die Tendenz zum Zuviel-Essen steigert, ist zwar richtig, aber im Kern liegt weiterhin: zu viel.

Egal ist es garantiert nicht. Allerdings ist unser Körper eine der besten Überlebensmechanismen auf diesem Planeten und deswegen würde ich eher sagen das eine sehr gute Ernährung und Sport nicht mehr als das herausholen des vollen Potentials ist.

Ich selber, als semi-professioneller Muay Thai Boxer, habe gemerkt wie sehr meine Vitalität und mein Lebensstandard anstieg als ich meine Ernährung umgestellt habe. Davor habe ich mich auch Gesund ernährt und war Fit allerdings ging es da immer um die üblichen Proteine usw. Seitdem ich mehr Pflanzen basiert esse geht es mir viel besser.

Wann? Das macht auch einen riesen Unterschied. Hier sollte es aber nicht heißen "Wenn du Muskeln aufbauen willst musst du so und so oft essen" oder das Gesunde Menschen drei Mahlzeiten essen. Man kann sich die Anzahl und Zeit der Mahlzeiten selber einteilen. Hierbei ist es nur wichtig das man Täglich um die gleichen Zeiten ist da so der Körper am besten arbeitet.

Fazit: Unser Körper kann so einiges und wird auch nicht sterben wenn wir uns schlecht Ernähren allerdings wird er so nicht das Potential erreichen das er dir geben kann!

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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