Ist eine Beatmung bei Schnappatmung sinnvoll / schädlich / zwingend?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die Schnappatmung, auch agonale Atmung genannt, ist keine Atmung im engeren Sinne mehr, sondern nur noch ineffiziente rhythmische Bewegungen de Brustkorbes. Sie reicht nicht zur Oxygenierung, also Sauerstoffversorgung des Körpers aus und tritt im Rahmen eines unmittelbar bevorstehenden oder bereits eingetretenen Herzstillstandes auf. Der Patient ist also quasi bereits tot, wenn er Schnappatmung zeigt. Daher muss eine Herz-Lungen-Wiederbelebung eingeleitet werden, natürlich inklusive Beatmung, wenn möglich. Aktuell sieht das richtige Vorgehen so aus: beim Auffinden einer nicht ansprechbaren Person sprichst du die Person an, um zu überprüfen, ob sie noch bei Bewusstsein ist. Dabei solltest du den Patienten kräftig an der Schulter rütteln und laut ansprechen, notfalls kannst du auch mal einen Schmerzreiz setzen. Kommt keine Reaktion, ist die Person bewusstlos. Du solltest dann als erstes den Notruf absetzen. Danach überprüfst du die Atmung. Ist diese normal, legst du den Bewusstlosen in die stabile Seitenlage. Ist die Atmung behindert, durch erbrochenes z.B., versuchst du, das Hindernis zu beseitigen. Ist danach die Atmung nicht vorhanden oder nicht normal (so wie Schnappatmung), gilt der Patient als leblos und wird wiederbelebt, bis der Arzt kommt oder der Patient aua sagt und dich bittet, aufzuhören. Dabei wird 30 Mal gedrückt, und zwar 100 - 120 Mal pro Minute, und dann zweimal beatmet. Dieses wird immer im Wechsel gemacht, wie gesagt bis der Arzt kommt. Eine Pulskontrolle wird nach den aktuellen Richtlinien nicht mehr durchgeführt.

Die Schnappatmung reicht absolut nicht zur O2 Versorgung aus, daher ist eine Beamtung zwingend erfoderlich. Für Laien wir mittlerweile gerne gesagt: nur noch Kompressionen, um die Hemmschwelle durch Ekel abzusenken. Das bringt meiner Meinung aber nur für kurze Zeit etwas. Der Sauerstoffgehalt im Blut steigt schließlich nicht von alleine an. Sonst gilt weiterhin 30:2. Sobald der Patient intubiert und beatmet ist, wird durchgedrückt.

Hallo Chris

Danke für deine Antwort. Nun, wie ist es wohl, jemanden zu beatmen, der selbst noch atmet? Kämpft/presst man da gegen die Atmung des Patienten? Oder wird diese locker "überspielt" von der externen Beatmung?

Ich stell mir das ganze ziemlich "murksig" vor, wenn du weisst was ich meine.

Eine Frage noch: Kennst du denn Grund, wieso teilweise angegeben wird, man solle keinen Schmerzreiz zur Bewusstseinskontrolle mehr einsetzen? Das Ergibt für mich keinen Sinn.

Danke nochmals.

@Fragoo22

Es kostet beim ersten mal schon etwas überwindung, dem Patienten mit Schnappatmung einfach eine Maske über Mund und Nase zu stecken - geht aber und ist unerlässlich, wenn ich einen Hirnschaden minimieren möchte. Wichtig ist, dass man das ganze für Laien und med. Fachpersonal auseinander hält. Von Rettungsdienstschulen bekommt man viel an die Hand, was man nachher eigenverantwortlich durchführt und sein eigenes Vorgehen entwickelt. Natürlich kann man auch begründet von Standards abweichen, das sollte dann aber wirklich einen Grund haben, den man nachher auch ausführlich darlegen kann. Einen Schmerzreiz setzte ich eigentlich immer, dann weiß ich zumindestens danach wie tief der Patient bewusstlos ist.

Was möchtest Du wissen?