Ist das Kinderlied "Zehn kleine Negerlein" noch zeitgemäß?

5 Antworten

Das ist politisch nicht mehr korrekt. Ich finde das allerdings albern. Ich glaube da gibt es jetzt Variationen von diesem Lied, die ohne "Negerlein" auskommen. Ich kann DIR aber auf jedenfall den gleichnamigen Krimi von Agatha Christie empfehlen.

Habe gerade das hier gefunden: 1.) Zehn kleine Nikoläus' aus Schokolade fein, die wärmten sich am Ofen, einer schmolz: Es blieben neun.

2.) Neun kleine Nikoläuse hatten Streit bei Nacht, der Schlimmste wurd' in' Sack gesteckt, da waren's nur noch acht.

3.) Acht kleine Nikoläuse aßen rote Rüben, der eine aß den Bauch zu voll, da waren's nur noch sieben.

4.) Sieben kleine Nikoläuse trafen eine Hex, die nahm den einen sich zum Mann, da waren's nur noch sechs.

5.) Sechs kleine Nikoläuse liefen nur auf Strümpf, dann hatte einer wunde Füß, da waren's nur noch fünf.

6.) Fünf kleine Nikoläuse tranken einmal Bier, der eine trank zuviel davon, da waren's nur noch vier.

7.) Vier kleine Nikoläuse tanzten Ringelreih, dem einen wurde schwindelig, da waren's nur noch drei.

8.) Drei kleine Nikoläuse hatten einmal frei, der eine wollt in Urlaub fahr'n, da waren's nur noch zwei.

9.) Zwei kleine Nikoläuse wollten lustig sein, der eine lachte sich kaputt, der and're blieb allein.

10.) Ein kleiner Nikolaus, der kommt heut Nacht zu dir. Er bringt dir Nuss und Mandelkern, dann ist er nicht mehr hier.

11.) Kein kleiner Nikolaus ist jetzt noch hier zu sehn, doch nächstes Jahr zur Weihnachtszeit, da sind es wieder zehn.

Refrain: 1 mal, 2 mal, 3 mal, 4 mal, 5 mal, fünfmal Nikolaus, 6 mal, 7 mal, 8 mal, 9 mal, 10 mal, Nikolaus. Damit musst Du aber noch ein halbes Jahr warten (;-)

würdest du es noch albern finden wenn du schwarz wärst und deine kinder im Kindergarten den song hören würden und sich schlecht fühlen ?

@Isabellebelle

Ich denke schon.

Ich würde meinen Kindern dann einfach erklären, warum es keine Grund gibt sich schlecht zu fühlen.

Allerdings kann ich mir - wegen der political correctness die heute herrscht - nicht vorstellen, dass das noch passiert. Sogar das Buch von Agatha Christie haben sie inzwischen umbenannt.

Ich finde übrigens die Bezeichnung "Farbiger" viel schlimmer.

Hallo Ihr Lieben,ja.. schon interessant wie ihr als weisse euch Gedanken mach ueber das N-Wort; "Mein Fazit ist auch, dass wir manches zu sehr überbewerten und Sachen hinein interpretieren. Im Grunde müßte man sämtliche Märchen verbieten, weil's da teilweise sehr kriminell zugeht. Also, ich denke, es sollte doch alles im Rahmen bleiben." Klar nennt mich gerne N...er, darf ich dann Nazi ( Nazi Fischkoepfe, NAzi Gelbfuessler, Nazi Preussen etc) zu euch sagen."Waere ja nur fair, bleibt alles im Rahmen. ES sind ja nur Worte oder doch nicht....doch um welchen Rahmen geht es?

Das Wort Neger (...) erlangte mit dem Aufkommen des europäischen Imperialismus und „wissenschaftlichen“ Rassismus im 19. Jahrhundert weite Verbreitung, sowohl in der Gelehrten- als auch in der Alltagssprache. Nach dem Ende des Kolonialismus in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist seine Verwendung stark zurückgegangen und beschränkt sich heute im wesentlichen auf die Vulgär- und Umgangssprache. Mit dem Aufkommen der modernen Rassentheorien kam der Begriff „Neger“ in die deutsche Sprache. Mit dem Rassismus und dem deutschen Imperialismus prägte sich ein zunehmend herablassender Blick auf Menschen dunkler Hautfarbe, den schon Kant, der den Rassebegriff in die deutsche Sprache einführte, in seinen Vorlesungen 1790 -1791 skizzierte: sie seien wie Kinder und benötigten Erziehung, zudem hätten „die Neger von Afrika [...] von der Natur kein Gefühl, welches über das Läppische stiege.“ Der deutsche Staat und die Kirche stellten in der Folge die Kolonialisierung Afrikas als eine Schutz- und Erziehungsmaßnahme für die "Neger“ dar. Eine weitere ethnozentristische Zuschreibung ist die der Triebhaftigkeit. In Zeiten zwanghafter Sexualrepression in Deutschland wurden "exotische“ Menschen als sexuell aufgeladen gesehen (vgl. Exotismus). In den Kolonien kam es zunehmend zu Vergewaltigungen durch die Besatzungstruppen, was ein weiterer Anlaß für die antikolonialen Aufstände wurde (vgl. Herero, Nama).*

Es wurde immer wieder gerne – unter Zuhilfenahme damals noch für Wissenschaftlich gehaltener Thesen - darauf hingewiesen, dass „dem Neger“ bestimmte Eigenschaften „angeboren“ seien, etwa:„naturnah“, „wenig intelligent“, „impulsiv“, „wild“. Diese aus heutiger Sicht klar rassistischen und un-wissenschaftlichen An-Sichten trugen ihre Spuren bis in die Zeit des Faschismus und zweiten Weltkrieges, in der sie als Grundlage dafür genommen wurden, schwarze Menschen als „minderwertige Rasse“ zu zwangs-sterilisieren und in Konzentrationslagern zu ermorden. Dass der Begriff „Neger“ für Überlebende und heute lebende schwarze Deutsche nie ohne diffamierenden Beigeschmack bleibt, ist daher durchaus verständlich. Er galt nichtsdestotrotz in Deutschland noch bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts als „salonfähige“ Bezeichnung von Weißen für schwarze Menschen jedweder Herkunft. Die Legitimation des Ausducks „Neger“ ergab sich – gleichwohl er früher durchaus üblich war – nie aus einem Prozess heraus, in dem Selbstbestimmung und –Benennung schwarzer Menschen eine Rolle gespielt haben, sondern aus „Auferlegung“ und aus der „Benennungsmacht“ ausschließlich weißer Deutscher. Anders als etwa in den USA, in denen Selbst-Benennung seit den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts einen ständigen Prozess des Diskurses und der Emanzipation verschiedener ethnischer Gruppen darstellt, hat dieser Diskurs in Deutschland nie stattgefunden (und wenn in vereinzelten zögerlichen Ansätzen, dann stets unter Ausschluss der betroffenen Gruppe). „Neger“ genannt zu werden, geschieht zumindest für die Generation der heute jungen Erwachsenen bereits ausschließlich in beleidigendem und exotierendem Kontext. „Negro“, „African-American“, „black“, „white“, „European“, „Caucasian“, der ständige Prozess, den die USA in dieser Hinsicht durchlaufen, ist ein gutes Zeichen dafür, dass die Öffentlichkeit dieser Nation sich der Lern- und Emanzipations-Arbeit und dem Lauf der Zeit nicht verweigert hat. Niemand würde diese demokratisierende Aufarbeitung ernsthaft als Zumutung empfinden; sie wird vielmehr wahrgenommen als notwendige konstante Forschungsarbeit und Heilung der Sprache einer ganzen Nation. Das Recht der Haupt-Gruppe auf diffamierende Benennung aller anderen Gruppen, ein sogenanntes „Herren-Recht“, wird in Deutschland jedoch noch heute bisweilen angestrengt verteidigt.

Psychologisch:

Ein wichtiges Identifikations- und Identitätsmerkmal jedes Menschen, jeder Familie, jedes Volkes, jedes Vereins und jeder Gruppe ist deren Bezeichnung (die offen oder versteckt bereits viele Assoziationen auslöst). Deshalb ist das Recht auf Selbstbestimmung des eigenen Namens auch eines der am härtesten verteidigten aller Völker und Gruppierungen. Minderheiten, denen dieses Recht nicht zugestanden wird, leiden darunter und wehren sich gegen diese Bevormundung und Form der Unterdrückung. Schon immer war das Verbot, den selbst gewählten Namen zu tragen, ein wirksames Mittel von Eroberern und Besatzern jedweder Kultur, Herkunft und Historie, ein unterdrücktes Volk zu zermürben und zu demütigen. Ähnlich wie das Verbot der eigenen Schrift oder Sprache hat es Identitätsverlust und Marginalisierung zum Ziel. Deshalb wehren sich schwarze Menschen in Deutschland gegen das „Recht“, sie mit einem Begriff zu beleidigen, der ausschließlich despektierlicher Natur ist und in den Sprachgebrauch auch durchaus als solcher Eingang gefunden hat.

Mit dem Begriff "Neger" sind eine Vielzahl von rassistischen und eurozentristischen Stereotypen verbunden. Diese Bilder oder Projektionen haben vor allem mit eigenen Versagungen und Ängsten zu tun: Sexualrepression, Entfremdung und/oder Ohnmachtserfahrungen sind psychodynamische Grundlagen für das Suchen von vermeintlich Schwächeren, um die eigene Person aufzuwerten. Einige Elemente des eurozentristischen Blicks auf die "Neger" sind:

* Inferiorität, die "Neger" seien den "Weißen" unterlegen;
* Viktimisierung, die Darstellung als Opfer bzw. als schwach;
* Infantilisierung, das Zum-Kind-Machen;
* Triebhaftigkeit und Naturhaftigkeit, insbesondere die übertriebene Darstellung von Sexualität;
* Kulturlosigkeit, der Beitrag Afrikas zur Zivilisation wird geleugnet. *

Bis heute werden diese Bilder des "Negers" in Deutschland und unter anderem in der Werbung und in anderen Medien reproduziert.*

Linguistisch:

Der Begriff „Neger“ wurde in Zusammenhang mit dem Kolonialismus im 17. Jahrhundert aus dem französischen 'nègre' und dem spanischen 'negro' als Nachfolgeformen des lateinischen Wortes 'niger' ('schwarz') entlehnt.*

Oft stößt man bei der Rechtfertigung für die kritiklose Verwendung des Wortes „Neger“ auf Konstrukte, die auf dem Versuch der Herleitung etwa eines „Gewohnheitsrechtes“ für ebendiese Verwendung basieren. Fast ebenso häufig wird die „linguistische“ Information hierzu strapaziert, das Wort „Neger“ leite sich lediglich aus „negro“ (=schwarz) ab.

Da das Wort „Negro“ sich aber bis dato zu keiner Zeit im deutschen Sprachgebrauch befand und schwarze Menschen auch nicht als „Negro“ bezeichnet wurden, sondern als „Neger“, ist dieser Rechtfertigungsversuch hinfällig. Die Alltagsrealität zeigt, dass im 20. Jahrhundert der Gebrauch des deutschen „Neger“ in Übersetzung, Bedeutung und Sprachgebrauch vielmehr vergleichbar ist mit dem englischen „Nigger“ (ebenfalls eine Abwandlung eines ursprünglich „harmlosen“ Wortes). Es erstaunt im übrigen, dass Einzelne heute noch versuchen, die Verwendung von Bezeichnungen zu legitimieren, die die benannte Gruppe bekanntermaßen geschlossen als Beleidigung auffasst. Diese Information allein sollte eigentlich schon Anlass genug sein, eine Bezeichnung zu wählen, die nicht diskriminiert und keine Rassismen enthält. Im Falle von Roma und Sinti, die heute im gesellschaftlich aufgeklärten Konsens selbstverständlich nicht mehr als „Zigeuner“ bezeichnet werden, ist eine selbst-bestimmte und nichtrassistische Benennung ja auch unwidersprochen zumutbar. Dieses Grundrecht auf selbst-Benennung (unter das auch die Ablehnung beleidigender Benennungen fällt) steht neben allen anderen Gruppen zweifellos auch schwarzen Menschen zu.

Als Pendant zu „Weiße“ (auf deren exotisierende Benennung in deutschen Publikationen nebenbei generell ja auch verzichtet werden kann) gilt im Übrigen keinesfalls „Neger“ sondern „Schwarze“. Schon allein die Tatsache, dass für weiße Menschen keine pauschal despektierliche Benennung existiert, die zu Beleidigungen taugt, sollte hellhörig machen und Angehörige dieser Gruppe für alle Angelegenheiten der Benennung anderer Hautfarben sensibilisieren.

Journalistisch:

Wurden früher in kolonial-Berichterstattungen zumeist pauschal alle schwarzen Bewohner Afrikas als „Neger“ bezeichnet, so verstehen wir heute, dass dieser Ausdruck keinerlei tatsächliche Information enthält oder darstellt. Der Begriff sagt – ähnlich übrigens wie der Begriff „Schwarzafrikaner“ - nicht das geringste aus über Herkunft, Nationalität oder Background einer Person oder eines Volkes.

Vielmehr handelt es sich hierbei meistens eher eine Methode, zu kaschieren dass man nichts über die Person oder das Volk recherchiert hat und ist - neben einer Beleidigung für die so „bezeichneten“ Menschen- durchaus kein Zeichen von seriösem Journalismus.

So, Ihr Lieben, erst mal für alle ein DH, für die Mühe, die Ihr Euch gemacht habt. Das mit den Nikoläusen find ich ganz putzig; die Jägermeister sind cool, aber noch nichts für die Kleine (6 J.). Mein Fazit ist auch, dass wir manches zu sehr überbewerten und Sachen hinein interpretieren. Im Grunde müßte man sämtliche Märchen verbieten, weil's da teilweise sehr kriminell zugeht. Also, ich denke, es sollte doch alles im Rahmen bleiben. Bis bald mal wieder, lg hilti

ich schere mich einen Dreck darum ob ich durch das Singen eines Kinderliedes in eine rassistische Ecke gestellt werde. Es ist unglaublich wie dämlich wir Deutschen sind. Als hätten wir keine anderen Sorgen. In keinem anderen Land gäbe es über sowas Diskussionen. Ich glaube auch nicht, dass ein "Neger" ein Problem damit hätte, so bezeichnet zu werden. Es kommt halt auf den Tonfall an. Da finde ich "Farbiger" schon eher diskriminierend, denn das hört sich in meinen Ohren irgendwie wie "bunt" an. Beim Beispiel Nikolaus könnte ein Mensch, der diesen Namen trägt, auch beleidigt sein, wenn man in der Mehrzahl des Namens von "Läusen" spricht. Also, man kann in alles Probleme hineininterpretieren, wo keine sind.

Doch genau das Problem haben Farbige, nicht nur hier, sondern überall auf der Welt... in der USA musst du damit leben erschossen zu werden wenn du einen Farbigen Nigger nennst - und dass ist auch verständlich, weil Neger/Nigger, bzw jede Fremdbezeichnug eines Rassischen Merkmales das von ehemaligen Kolonialherren immer auch einen Unterton von einem Herrschaftssystem in sich tragen - und zwar gerade WEIL es Fremdbezeichnungen sind. Genau das gleiche ist wenn man Native Americans Indianer oder Jenische, Sinti oder Roma "Zigeuner" nennt. Und es ist auch ein enormer Unterschied ob wir Weissbrote zu einem Farbigen Neger sagen, oder ob Farbige sich untereinander als Nigger beleidigen. Wir Weissbrote müssen endlich mal kapieren, dass wir nicht mehr die Kolonialherren auf dieser Welt sind, und kein Recht haben, andere Menschen durch unsere Namensgebung in Kategorien zu stecken, die die so kategorisierten auf ein äusseres Merkmal reduzieren.

Fight Rassism

Nein würde ich nicht. Es gibt so viele schöne Kinderlieder. Warum ausgerechnet das. Ja, ich finde es rassistisch, alleine schon das Wort N... finde ich richtig schlimm.

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