Inwieweit hat man eine Schlafstörung?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hi LordCoffee,

ist der Name Programm? :-) Hier meine Antwort:

Allgemeines

Ein ausreichender, tiefer und gesunder Schlaf erhöht die Lebensqualität, die Leistungsfähigkeit, macht widerstandsfähiger für Krankheiten und reduziert die Anfälligkeit für Unfälle. Dennoch sind Schlafstörungen in ihren vielfältigen Ausprägungen weit verbreitet. Leider werden immer häufiger Psychopharmaka zur Linderung von Schlafproblemen verschrieben, die nicht nur ein nicht zu unterschätzendes gesundheitliches Gefahrenpotential bergen, sondern auch zur Abhängigkeit führen können und letztlich keine ursachenbekämpfende, langfristige Lösung darstellen.

Schlafstörungen allgemein

Zunächst mal muss man unterscheiden, ob die Schlafstörung organische Ursachen hat oder nicht. Meistens haben Schlafstörungen eher psychische Urachen. Dann kann man weiter unterscheiden...

Grundsätzlich unterscheidet man bei den nicht-organischen Schlafstörungen sogenannte "Dyssomnien" und "Parasomnien".Ersteres sind quasi Störungen der "Schalfmenge" an sich und die Parasomnien sind eher auf UNterbrechung eines Schlafes gemünzt.

Wann ist es eine "offizielle" Störung?

Rein offiziell heißt es, dass die Schlafstörung mindestens 1 Monat lang vorhanden sein muss und zwar mehrmals (3 Mal oder mehr) pro Woche.

Ursachen

Die grundsätzlichen Ursachen bei Schlafstörungen können sehr vielfältig sein:

Äußere Störbedingungen (z. B. Lautstärke, Raumtemperatur, unbequemes Bett usw.)

  • Unbeständiger Tageszyklus (z. B. Schichtarbeit, Jetlag usw.)
  • Stimulanzien (z. B. Kaffee, Alkohol, Drogen usw.)
  • Nebenwirkungen von Medikamenten (z. B. Antidepressiva, ADHS-Medikamente, Schmerzmittel usw.)
  • Psychosoziale Belastungen (z. B. allgemeine Sorgen, Stress, Beziehungsprobleme, Prüfungsangst usw.)
  • Psychische Erkrankungen (z. B. Depression, Phobien, Schizophrenie usw.)
  • Organische Ursachen (z. B. Schilddrüsenüberfunktion, Herzrhythmusstörungen, Erkrankungen der Atemwege, Atemaussetzer usw.

Äußere Störbedingungen und Psychosoziale Belastungen zählen zu den häufigsten Ursachen, z. B. das Grübeln und die Gedankenschleifen in lebensbelastenden Situationen während der Einschlafphase.

Was kann man dagegen tun?

EInmal gibt es sogenannte Regeln der "Schlafhygiene". Zwar kursieren diese in jeweils etwas abgeänderter Form in Internet. Manche Regeln sind sehr "offensichtlich", andere nicht unbedingt. Hier mal eine recht ausführliche Version der Regeln:

  • Halten Sie jeden Tag (auch am Wochenende) regelmäßige Aufsteh- und Ins-Bettgeh-Zeiten (max. Abweichung 30 Min) ein.
  • Verzichten Sie auf längere Nickerchen tagsüber (Ausnahme: 20 bis 30 Minuten vor 15:00 Uhr).
  • Schränken Sie Ihre Bettliegezeit auf die Anzahl Stunden ein, die Sie im Mittel pro Nacht in der letzten Woche geschlafen haben.
  • Trinken Sie drei Stunden vor dem Zubettgehen keinen Alkohol mehr.
  • Trinken Sie 4-8 Stunden vor dem Zubettgehen keinen Kaffee mehr.
  • Drei Stunden vor dem Zubettgehen sollten Sie keine größeren Mengen essen und/oder trinken.
  • Rauchen Sie nicht mehr nach 19 Uhr abends oder geben Sie das Rauchen ganz auf.
  • Gestalten Sie eine angenehme Schlafumgebung.
  • Vermeiden Sie körperliche Überanstrengung nach 18 Uhr.
  • Schaffen Sie zwischen Ihrem Alltag und dem Zubettgehen eine "Pufferzone".
  • Legen Sie sich ein regelmäßiges Zubettgehritual zu.
  • Wenn Sie nachts aufwachen, sollten Sie nichts essen.
  • Setzen Sie sich keinem hellen Licht aus, wenn Sie nachts wach werden und aufstehen müssen.
  • Vermeiden Sie es nachts auf die Uhr zu gucken.
  • Setzen Sie sich nach dem Aufstehen am Morgen nach Möglichkeit etwa eine halbe Stunde lang dem Tageslicht aus.
  • Das Bett ist nur zum Schlafen und zu sexuellen Aktivitäten da.

Jede Regel hat wissenschaftliche Hintergründe...

Was geht noch?

Psychisch bedingte Schlafstörungen sind mittels Hypnose sehr gut behandelbar. Zusätzliche kann das Erlernen von Entspannungstechniken wie z. B. Selbsthypnose im Rahmen der Therapie nicht nur zu einer deutlichen Linderung, sondern in vielen Fällen kompletten Beseitigung von Schlafstörungen führen.

In vielen Fällen können Schlafstörungen durch sehr einfache und konsequente Verhaltensänderungen in kurzer Zeit beseitigt werden oder die Problematik deutlich verbessern helfen.

Im Falle, dass die Schlafstörungen körperliche Ursachen haben oder in Zusammenhang mit der Einnahme von Alkohol, Stimulanzien, Medikamenten oder Drogen stehen sind primär diese Ursachen anzugehen. Hier ist in jedem Fall eine Behandlung durch einen Facharzt notwendig, während psychotherapeutische Maßnahmen – in enger Absprache mit dem behandelnden Arzt – begleitend sinnvoll sein können.

Hoffe das hilft,

LG

 - (Gesundheit und Medizin, Leben, schlafen)

Vielen Dank für deine lange und informative Antwort. ^^ „Das Bett ist nur zum Schlafen und zu sexuellen Aktivitäten da“... Besonders das hat mich weggehauen, haha. :,D

@LordCoffee

Nun ja, um präzise zu sein: auch nur dann für sexuelle Aktivitäten, wenn positive Assoziationen damit verbunden sind... macht Sinn, nicht wahr? *LOL

@HypnoDoc

Total Sinn. :D

Ich würde sagen dass man nicht einschlafen kann zählt eher als Schlafstörung. Tips hab ich keine deswegen wäre es vielleicht besser nen Experten zu fragen

Hahaha, scheiß auf den Experten, deine Antwort bringt‘s auch. :D

@LordCoffee

Aww danke :3 ich Knete deine Nudel bis Teig kommt (#nohomo)

@LordCoffee

Ich wäre an deiner Stelle auch sprachlos xD ich geh jetzt schlafen gute naaaaaaavht

@ASkrypton

XDD Gute Naaaaacht. Ich sterbe weiter an meiner Schlafstörung.

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