Investorengeführte Arztpraxen erlaubt?

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Wenn es so wäre: Wen würde das wundern? Krankenhäuser sind ja auch nur mehr Geschäftsmodelle und nicht in erster Linie zum Gesunden der Kranken gedacht.

Ich finde diese Entwicklung miserabel.

Das ist nicht nur erlaubt, dass wird teilweise sogar von der öffentlichen Hand so betrieben - aber mit anderer Zielrichtung.

Für den Arzt ist das Modell von Vorteil, weil er keine teuren Praxisinvestitionen tätigen muss, geregelte Arbeitszeiten und Urlaubsanspruch hat, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall genießt etc. pp. Eben genau deswegen hat beispielsweise die Gemeinde Büsum, in der sich kein Arzt mehr niederlassen wollte, zu diesem Modell gegriffen.

Für den Patienten ist das auch nicht zwingend von Nachteil und ein Teil der Berichterstattung ist Unfug. Auch solche Arztpraxen können nicht teurer abrechnen, sondern nur die Leistungen, die erbracht wurden - bei Kassenpatienten entsprechend der gesetzlichen Regelungen, bei Privatpatienten nach der GOÄ; jeder Verstoß hiergegen wäre Abrechnungsbetrug.

Möglich ist hingegen, vermehrt IgEL-Leistungen zu verkaufen, also Leistungen, die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht bezahlt werden und für welche die Patienten selbst aufkommen müssen, deren Notwendigkeit sicher nicht immer gegeben ist, die aber für den Leistungserbringer meist sehr lukrativ sind. Außerdem können womöglich auch Leistungen erbracht werden, die medizinisch womöglich nicht notwendig/sinnvoll sind, wobei das - für Kassenpatienten lässt das Budget grüßen, welches die Gefahr eindämmt - eher bei Privatpatienten greifen dürfte.

,,Für den Patienten ist das auch nicht zwingend von Nachteil..."

aber auch nicht ausgeschlossen und eher von Nachteil.

Denn der Umsatz einer solchen Arztpraxis steht doch im Vordergrund, die Eigentümer wollen Gewinne sehen und man wird bestrebt sein, möglichst viele Privatpatienten zu bekommen.

@lifefree

Nicht zwingend von Nachteil bedeutet durchaus, dass es von Nachteil sein kann - aber eine investorengeführte Praxis wird sicher nicht wochenlang geschlossen haben, da wird es eine Vertretung in der Praxis geben, sonst wäre das schließlich totes Kapital mit laufenden Kosten, der Umstand, dass eine Praxis immer geöffnet ist, ist für den Patienten aber wiederum von Vorteil.

Und ob Privatpatient oder verkaufte IgEL-Leistung, profitabel ist beides.

ich hab den Betrag auch gesehen, voll von ideologisch motivierten Voraburteilen.

Natürlich wird das zur Gewinnerzielung gemacht, aber jeder Praxis ist auch ein Wirtschaftsbetrieb. Ich habe genügend Ärzte erlebt, die genauso wie beschrieben ihren eigenen Profit im Sinn haben. Manches ist sogar nachvollziehbar. Wenn die Kassen immer weniger zahlen, und Ärzte so ziemlich die einzige Berufsgruppe ist die weniger als vor 10 Jahren verdient, dann konzentriert man sich auf Dinge die entweder privat abgerechnet werden oder für die es lohnende Fallpauschalen gibt.

Unmoralisch wird es, wenn zum Schaden des Patienten überflüssige OPs gemacht werden, aber die Grauzone ist gross, die vielen orthopädischen OPs in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern, Grund sind die Abrechnungen der Krankenkassen.

Die Praxen die von Firmen geführt werden, ändern wenig am System der Krankenkassenabrechnungen und der Notwendigkeit, Gewinn zu machen.

Für den Arzt macht es aber Sinn: ein Facharzt verdient ja so schlecht nicht, aber in der eigenen Praxis muss er neben dem sicher harten Job (ich wollte nicht als Zahnarzt 8 Stunden Handwerk im Stehen ausüben müssen) noch im die wirtschaftlichen Belange kümmern.

Und die Firma die 100 Praxen managet, kann anders mit Lieferanten verhandeln, der niedergelassene Arzt muss ja für alles das Rad neu erfinden, Computer und Software auswählen, ein Partner für Abrechnungen oder eine Software im Rechnung selber zu schreiben, Mahnungen usw. Macht doch Sinn dass anders zu organisieren. Aber für Panorama sind ja alle Firmen die Gewinne machen wollen, böse Kapitalisten.

Woher ich das weiß:Recherche

Sehr gut erklärt - danke

Es wird Zeit, dass KK und zuständige Bundesbehörden klar dazu Stellung beziehen.

"Sie sollen teurer abrechnen als normale Praxen"

Definiere "normale praxis". Es gilt für Behandlungen eine gebührenordnung.

"und z.B. nicht notwendige OP`s wie Grauer Star durchführen , so der Bericht."

Machen andere ärzte auch,jeden tag,in jeder praxis,klinik etc...also ganz normaler vorgang

"Jahren hunderte Arztpraxen entstanden , die von Finanzinvestoren geführt werden."

Krankenhausketten wie Helios und co werden doch auch nich anders betrieben?....

Also....wo ist jetz die fiese, unehrenhafte geschäftspraktik..?ist fpr mich heisse luft um nix

Nur weil es die Krankenhäuser machen, muß das nicht auch von den Arztpraxen imitiert werden.

Das Patienten-Arztverhältnis sollte eines des Vertrauens sein, wird aber bei Gewinnmaximierung gestört oder zerstört.

@lifefree

Dir ist bewusst, das ein arzt seine Brötchen verdienen muss..12 jahre lehrzeit sich amortisieren, ständige Weiterbildung bezahlt und geräte und co finanziert werden müssen?dir is klar, das eine arztpraxis auch ein wirtschsftsunternehmen in einem speziellen sektor ist?dir ist klar, das kassenbudgets vielerorts nur knapp Unkosten decken?

Hast du im ansatz ne ahnung,was ne arztpraxis kostet? Ein arzt sollte seine motivation aus dem dienst am menschen ziehen,aber motivation bezahlt keine rechnungen. Willkommen in der Realität.

Warum sollte das nichr erlaubt sein?

Du stellst paar Ärzte ein und lässt die wirken.

Du bist dann der Träger. Ist doch bei Krankenhäusern auch.

Der Rest ist Polemik. Erst mal gilt da die gleiche Unschuldsvermutung wie bei jedem Arzt.

Dann sollte das aber kenntlich gemacht werden , damit der Patient weiß, mit wem er es zu tun hat.

Und die KK und Behörden sollten klar dazu Stellung beziehen.

Auch kann es nicht sein, dass zuständige Bundesbehörden so tun, als wüssten sie von nichts.

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