In wie weit geht man als Proband für Medikamententests ein Risiko ein?

5 Antworten

Es kommt darauf an, was getestet werden soll. Meistens findet ja eine sogenannte Doppelblindstudie statt, wo verschiedene Probanden einmal ein "Placebo", also ein wirkstoff-freies Präparat verabreicht bekommen, die andere Gruppe tatsächlich die Pille mit dem Wirkstoff. Habe selbst einmal an solch einem Versuch teilgenommen. Dabei hatte ich Glück und bekam das Placebo. Die anderen Probanden hatten hinterher Herzrasen und Kopfschmerzen, ich nicht. Gerade bei kardiologisch wirksamen Test-Substanzen sollte man vorsichtig sein. Ich würde heute unter keinen Umständen mehr an solchen Versuchen teilnehmen. Das Risiko ist nicht einschätzbar. Mit dem Vertrag, den man als Proband unterschreibt, hat man es hinterher nicht gerade leicht, wenn etwas schiefgeht. Auch zahlen die Krankenkassen bei "selbstverschuldeten" Krankheiten dann u.U. nicht die vielleicht noch mögliche Therapie. Bei dem oben angesprochenen britischen Versuch bekamen die Probanden eine Herzmuskelschwäche, die irreparabel war und eine infauste (früher oder später zum Tode führende) Prognose hatte. Da verzichte ich lieber auf die 100 Euro oder so. Ganz anders sieht es mit medizinischen Versuchen aus, die nicht mit medikamentösen Mitteln arbeiten, aber das gibt es kaum und wird auch wohl kaum großartig bezahlt. Zum Beispiel der Testlauf von neuen, aktualisierten Patienten-Interview-Fragebögen in der Psychobranche.

wegen Zeitüberschreitung noch ein Zusatz. Habe an solchen Fragebogentests auch schon für lau teilgenommen. Das waren dann hinterher die damals "neuen" Bundeswehreinstellungstests. Der Trick, ohne zuviel zu verraten: Es werden Aufmerksamkeitsfragen gestellt, da sich bei der Truppe schon herumgesprochen hatte, daß man bei der Länge der Tests oft "einschläft" und nur immer mal ja und nein bzw. recjts Kreuzchen und links Kreuzchen machen muß, die so verteilt, daß in der Summe etwa gleich viele Fragen mit ja oder nein, bzw. rechts Kreuzchen /links Kreuzchen beantwortet werden mußten, um "angenommen" zu werden. Eine Aufmerksamkeitsfrage hatte ich auch übersehen. "Ich habe noch nie einen Apfel gesehen" mit ja angekreuzt. Na sowas.

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Natürlich geht man ein Risiko ein, genau diese Risiken sollen erkannt werden und die Beipackzettel gefüllt werden. In der Regel kennt man schon ein Teil des Nebenwirkungsspektrums, denn alle Medikamente sind zuvor an Tieren untersucht worden,

Die Medikamente sollen ja auf Wirkung und evtl. Nebenwirkungen getestet werden. In jedem Beipackzettel findest du zig Nebenwirkungen. Als Proband steht man zwar unter med. Beobachtung, aber es gibt immer wieder Nebenwirkungen, die mehr als ein Schwindel oder so sind. Man sollte wirklich vorsichtig sein und nicht seine eigene Gesundheit aufs Spiel setzen. Natürlich sehe ich es ein, daß Medikamente getestet werden. Mittlerweile geben Ärzte auch schon an ihre Patienten neue Medikamente ab, weisen darauf hin, daß es ein Medikament in der Probephase ist.

Ein Medikament hat in Deutschland nur eine Zulassung, wenn es schon erprobt wurde am Menschen!

Selbstverständlich geht man da ein Risiko ein - genau darum ist ja auch die Bezahlung so attraktiv.

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