Ich habe die klassische Wanderröte nach einem Zeckenbiss. Ein Bluttest nach 5 Wochen ergab KEINE Borreliose Infektion. Kann das sein- Was habe ich dann?

4 Antworten

Ja, du solltest noch Mal zu einem Arzt, jedoch zur sofortigen richtigen Behandlung mit Antibiotika! Die Wanderröte reicht als Symptom zur Feststellung der Infektion.

Ein Bluttest ist im Anfangsstadium der Borreliose nur bei 10%-40% der Fälle erfolgreich, häufig kann erst viel später eine Antikörperbildung nachgewiesen werden. Dann hat man aber schon größere körperliche Schäden von der Infektion und muss mit chronischen Beschwerden rechnen! ...siehe ...

http://www.dr-gumpert.de/html/borreliose.html

Wartest du noch länger, verschwindet die Wanderröte und du stehst eine Zeit lang ohne Symptome da ... bis es wirklich schlimm wird.

Ich hatte selbst eine Borreliose  vor ca. 15 Jahren, als man noch nichts genauer davon wusste. Es kam zu Lähmungserscheinungen und ich hatte mehrere Jahre, bis ich trotz Behandlungen wieder symptomfrei wurde.  Vor zwei Jahren stellte ich einen Tag nach einem Aufenthalt in einem Stadtpark den Befall von 6 Zecken fest, die sich im Rücken und Schulterbereich festgesetzt hatten.

Auf Grund meiner Erfahrungen ging ich zum Arzt, weil ich die Zecken auch nicht selbst entfernen konnte und habe auf einer sofortigen Behandlung mit Antibiotika bestanden. Der Arzt meinte zwar, es wären ja noch gar keine Symptome da. Nach meinen schlechten Erfahrungen und weil das in einem starken Borreliose-Gebiet war, habe ich ihm gesagt, ich will nicht warten bis ich irgendwelche Symptome habe und arbeitsunfähig werde. Das Risiko und die Krankheitskosten stehen in keinem sinnvollen Verhältnis zur raschen Einnahme von Medikamente für eine Woche. Das hat er dann schon auch so gesehen und mir die Medikamente verordnet.

Also setzt dich durch oder such einen anderen Arzt auf, warte nicht länger!

Lieben Gruß mary

Liebe MarionS, wenn du die Wanderröte hattest, nachdem du in oder an höherem Gras oder naturbelassenen Grünflächen warst, wo viele Hundehalter ihre Hunde zum Urinieren und Abkoten hinführen,  ist das ein weiteres Indiz dafür, dass du sehrwahrscheinlich Borreliose hast, Man weiss mittlerweile, dass an Stellen, wo Hunde regelmäßig ihre Geschäfte verrrichten,(bevorzugt: höheres Gras),  in Verbindung mit naturbelassenen Naturflächen, die Zecken ihre idealen Bedingungen haben, um sich zu vermehren. Letztendlich ist das auch der Hauptgrund für die explosionsartige Zeckenvermehrung und Borreliosevermehrung in den letzen Jahren: die Angewohnheit von Hundehaltern, den Hund in höheres Gras zu führen, um ihn dort seine Geschäfte verrichten zu lassen. Zecken sind sehr anpassungsfähige Wesen und haben gelernt, dass dort regelmäßig mit Sicherheit verfügbare Wirte vorbeikommen. Sehr gut und mittlerweile ein Klassiker für Zeckengeschädigte ist das Buch "Zeckenborreliose" von Wilfried Krickau. Es gibt auch die Lyme-Borreliose ohne nachweisbare Antikörpertiter, dass heisst, man hat Borreliose, ohne dass Antikörper im Blut nachweisbar sind. (siehe Seite 64 im erwähnten Buch). Die Gründe dafür kannst du auch in diesem gut erklärenden Buch nachlesen. 

Dein Arzt hat wohl nicht viel Ahnung von Borreliose.

Die Wanderröte (Erythema migrans) ist das einzige eindeutige Zeichen einer Borrelineinfektion, ist eine reine Blickdiagnose und beweisend für eine Borreliose. Die  laut Leitlinien und ärztlichen Empfehlungen unbedingt sofort mit Antibiotika behandelt werden muss.

Da ein abwarten bis das im Blut nachweisbar ist die Heilungschancen verringert.

Zumal laut nationalem Referenzzentrum für Borrelien das in diesem Stadium meist noch nicht im Blut nachweisbar ist. Die Buttests sind dabei nochzu 50-80% negativ.

Ein negativer Bluttest schließt deshalb eine Borreliose niemals aus.

Gehe deshalb zur Vermeidung chronischer Folgen unbedingt sofort noch einmal zu einem Arzt, z.B. einem Hautarzt wenn dein Hausarzt keine Ahnung hat!
http://www.borreliose-gesellschaft.de/Texte/Leitlinien.pdf

Es gibt ja auch noch FSME, oder warst du dagegen geimpft?

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