Hypnose Risiken

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Ausschlusskriterien (Kontraindikationen)

Absolute Kontraindikation bei

  • akuter Psychose
  • paranoiden Vorstellungen

Relative Kontraindikation bei

  • Borderline
  • narzisstischen Störungen
  • Schwere endogene Depressionen
  • Suchterkrankungen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Epilepsie und ähnlichen Anfallserkrankungen
  • Erkrankungen des zentralen Nervensystems
  • Thrombose
  • Herzinfarkt/Apoplex in jüngster Vergangenheit
  • Sehr niedriger Blutdruck
  • Asthma

In sämtlichen o.g. Fällen ist auch von der Benutzung von Hypnoseanwendungen auf Bild- und Tonträgern dringend abzuraten.


Unter Berücksichtigung der Ausschlusskriterien ist Hypnose in der Regel gefahrlos anzuwenden. Komplikationen sind sehr selten. Am häufigsten noch passiert es, dass es während der Hypnose zu dramatischen/traumatischen Erinnerungen kommen kann, die das Bewusstsein bisher verdrängt hatte. Insbesondere bei Missbrauchsopfern kann das Hypnose-Setting mit der meist stark asymmetrischen Rollenverteilung das Gefühl der Ohnmacht des Patienten wecken, das gerade therapeutisch bearbeitet wird. Auch sieht sich der Hypnotisierte oftmals nicht in der Lage, zwischen Wirklichkeit, Erinnerungen und Fantasie zu unterscheiden. Aufgabe des Hypnotiseurs beziehungsweise des Therapeuten ist es in einer solchen Situation, zusammen mit der betroffenen Person die verschiedenen Vorstellungen deutlich voneinander abzugrenzen.

Bei einem abrupten Abbruch der Hypnose kann es unter anderem zu Kopfschmerzen, Schwindel und Benommenheit kommen. Da solche abrupten Abbrüche bei den Alltagstrancen durchaus die Regel sind, kann man davon ausgehen, dass hier keine weiteren Risiken bestehen.

Eine der häufigsten Befürchtungen ist, dass man aus der Hypnose nicht mehr aufwacht. Das kann niemals passieren! Wäre das realistisch, wäre die Welt voll von „Hypno-Zombies“, da wir ja alle zumeist mehrmals täglich in unsere Alltagstrancen abtauchen. Wer will, mag sich für einen Moment vorstellen, dass wir alle welche sind. :-)))

Jeder Hypnotisierte kommt auf jeden Fall wieder zurück - mit oder ohne Unterstützung des Hypnotiseurs. Selbst wenn der Hypnotiseur handlungsunfähig würde oder den Raum verließe, würde die Hypnose in einen ganz normalen Schlaf übergehen oder sich schlicht auflösen.

endlich mal alles wichtige auf einen blick. danke

Diese Listen sind je nach Schule unterschiedlich. Früher waren da noch andere Krankheiten aufgelistet wie z.B. Zwänge.

Also Asthma und Epilepsie kann ich nicht nachvollziehen, da kenne ich Leute, die erfolgreich behandelt wurden.

Ich las auch mehrfach, dass Meditation ( ähnelt Selbsthypnose ) bei Sucht das wirksamste Mittel sei. Sucht verläuft eh graduell.

@Brotbackautomat

Asthma und Epilepsie stehen deswegen auch nur unter "relative" Kontraindikationen. Hier gilt es halt, Nutzen und Risiken sehr genau abzuwägen oder aber bestimmte Voraussetzungen zu schaffen, wie z.B. ein stationärer Aufenthalt (Epilepsie), Vorhandensein bestimmter Medikamente etc. Die Notwendigkeit hängt natürlich auch immer von der Schwere des Leidens ab.

@HerzKasper67

Ich persönlich behandle Suchtpatienten in Abhängigkeit von deren Bereitschaft, wirklich mitzuarbeiten bzw. dem bestehenden Rapport. Bisweilen ist Rapport nahezu unmöglich - je nach psychischer Verfassung.

Interessant !!

Relative Kontraindikation bei Borderline, narzisstischen Störungen, Depressionen, Suchterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, ...

Damit wären wohl 99 % der westlichen Bevölkerung erfasst ! :-)

@Marco7Stgt

Marco, 7 Jahre, aus Stuttgart, meint:

Damit wären wohl 99 % der westlichen Bevölkerung erfasst ! :-)

das lässt eindeutige rückschlüsse auf dein umfeld zu. Himmel, es steht nicht gut um dich

Du zählst auch Suchterkrankungen zu den relativen Kontraindikatoren.

Ich dachte immer, dass gerade Hypnose für so etwas besonders gut geeignet ist. Ich denke da an Nikotin- und Alkoholsucht.

Kannst du mir erklären, worin du bei Suchterkrankungen die Gefahr der Anwendung von Hypnose siehst?

@Suboptimierer

die "hilfreichste Antwort" ist leider nicht wirklich korrekt........

Weder Borderline noch Suchterkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen sind kontraindiziert.........

@BlackRaven88

Vielleicht muss man bei Suchterkrankungen unterscheiden zwischen "Zigaretten abgewöhnen" und "Crackjunkies heilen"?

Das wäre jetzt meine Vermutung.

@BlackRaven88

Sowohl Borderline als auch Suchterkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen sind de facto RELATIVE Kontraindikationen. Das hat sich Herzkasper auch nicht ausgedacht, das ist unter den professionellen Anwendern der aktuell bekannte Stand der Wissenschaft.

Die wohl bekannteste Ausnahme bei den Suchterkrankungen ist die Nikotinsucht, da durch das Rauchen die Fähigkeit zum Rapport nicht negativ beeinflusst wird. Bei anderen stofflichen Süchten sieht das wesentlich schlechter aus. Bei anderen nichtstofflichen Süchten widerum kann man ebenfalls erfolgreich mit Hypnose arbeiten.

Ebenso wurden schon bei Borderlinern und Menschen mit anderen Persönlichkeitsstörungen Erfolge mittels Hypnose erzielt. Trotzdem bleiben das RELATIVE Kontraindikationen, d.h. dass der Einsatz der Hypnosetherapie hier kritisch zu sehen ist hinsichtlich Rapportfähigkeit zum einen und der Verarbeitung zum anderen. Hier muss sehr gründlich zwischen Nutzen und Risiken abgewogen werden, ggfls. darf hier auch nur im klinischen setting gearbeitet werden.

Somit wäre diese hilfreichste Antwort absolut korrekt.

Naja, ich persönlich halte gar nichts davon. Der Gedanke, daß ich ohne es zu merken von anderen Menschen zu Reaktionen und Aussagen geführt (benutzt) werden soll, ist nicht angenehm. So eine Fremdbestimmung kann nichts Gutes bewirken. Und was daraus dann für Schlüsse gezogen werden und nicht alles hinein interpretiert wird, ist ebenfalls sehr fragwürdig. Zudem rennt man manchmal seiner eigenen Ohrfeige hinterher. Damit meine ich, daß man sich so sehr und intensiv etwas vorstellen will, daß die Psyche einem dann den Gefallen auch tut. Wenn man dir helfen will, dann sollte man es immer mit dir zusammen und gemeinsam tun, so daß du wach bist und mitreden- und denken kannst und nicht nur als Marionette passiv und/oder eingebildet irgendetwas von dir gibst, was mit deinem Problem meist gar nichts zu tun hat. Leute die das anbieten sind meist esoterisch sehr beeinflusst und finden das Unterbewusstsein eines Menschen interessanter als nötig und nützlich. Das kann auch zu Psychosen führen.

Selbstverständlich musst du selbst kein Freund der Hypnose sein oder werden, das ist deine persönliche Entscheidung.

Zu behaupten, dass während der Trance etwas ohne deinen Willen geschieht oder gar GEGEN deinen Willen, ist jedoch nachweislich falsch. Hypnosetherapie bezieht sich AUSSCHLIESSLICH auf die Arbeit MIT dem Patienten und das, was der Patient "von sich gibt", hat NUR etwas mit ihm selbst zu tun, ist allerdings oft auch aus einem psychischen Schmerz heraus aus dem Tagesbewusstsein verdrängt worden.

Esoterisch beeinflusst" sind Psychotherapeuten und/oder Hypnosetherapeuten natürlich keinesfalls zwangsläufig - Hypnose ist eine wissenschaftlich anerkannte Therapiemethode. Und natürlich finden auch Psycotherapeuten und Psychologen, die ohne Hypnose arbeiten, das Unterbewusstein ihrer Patienten höchst interessant - das gehört zu ihrem Berufsbild.

Das größte Risiko besteht darin, dass du deine Seele völlig in die Hände einer Person gibst, der du vollständig vertrauen musst, erstens hinsichtlich der Kompetenz und zweitens hinsichtlich der Seriösität (also dass er keinen Unfug mit dir treibt).

Wenn beides gegeben ist, dann ist Hypnose eine ernsthaft in Erwägung ziehbare Möglichkeit, manche Krankheiten oder Störungen anzugehen.

Fehldiagnosen sind auf jedenfall als Risiko zu nennen. Extrembeispiel: Du gehst mit Kopfschmerzen zum Hypnotiseur und er schafft es, durch Hypnose die Schmerzen zu lindern. In Wirklichkeit hast du aber einen Tumor und wärest darauf angewiesen, ihn so früh wie möglich zu erkennen. Dasselbe Problem hättest du aber auch mit Kopfschmerztabletten.

Wer mit Kopfschmerzen zum Hypnose-Therapeuten geht, wird von diesem nicht hypnotisiert sondern erstmal zum Arzt geschickt. So verlangt es seine Sorgfaltspflicht.

Bevor über Hyonose gesprochen wird, sollte Sprecher wissen, was Hypnose ist.

Hypnose ist ein Bewusstseinszustand, wobei das Bewusstsein eingeschränkt und das Unterbewusstsein dadurch geöffnet ist. In diesem Zustand befindet sich der Mensch täglich sehr oft. In diesem Zustand ist der Mensch sehr empfänglich für Suggestionen. Je nach Tiefe des hypnotischen Zustandes, kann sich der Proband nach dem hypnotischen Zustand an die Suggestionen bewust erinnern oder auch nicht.

Die Gefahren liegen nicht im Zustand selbst, sondern in den Suggestionen, die gegeben werden. Sprich du solltest entsprechendes Vertrauen zum Hypnotiseur haben und zu seiner Ausbildung.

Hypnotisieren kann jeder, es ist eine sehr einfache Technik und leicht erlernbar. Menschen in Hypnose helfen können da nicht alle, denn das erfordert Kenntnisse über die Psyche des Menschen und Umgang mit Schutzbefohlenen.

So wie der Mensch denkt, so ist er. Und das Denken ist maßgeblich vom Unterbewusstsein bestimmt. Durch Suggestionen wird das Unterbewusstsein beeinflusst. Das weiß z.B. die Werbung und nutzt dies maßgeblich.

Natürliche hypnotische Zustände sind beim lesen, TV, Radio hören, Autofahren, sowie beim Lernen und sich auf eine gewisse Sache konzentrieren.

Viele Grüße

wenn man es falsch macht kann man auch in der hypnose steckenbleiben oder traumatisiert werden aber meistens passiert sowas nicht

Zeig mir bitte mal einen einzigen Menschen auf der Welt, der in Hypnose steckengeblieben ist! :-)) Danke.

Das Risiko "Trauma" ist existent - da geb ich Dir Recht.

@HerzKasper67

Nein steckenbleiben kann man nicht , aber einfach einschlafen das geht ...

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