Höherstufung wurde von Pflegekasse abgelehnt- was tun?

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Grundsätzlich kommt es bei Erhalt einer Pflegestufe nicht auf die Krankheit, sondern auf die Pflegezeit an. Sie sollten einen Widerspruch einlegen und das Gutachten von der ersten Prüfung anfordern. Dieses Gutachten sollten Sie mit Ihrem Pflegedienst besprechen, anschließend schreiben Sie dann zusammen eine Stellungnahme. Eventuell sollten Sie ein Pflegetagebuch führen. Achten Sie bitte darauf, dass bei der Nachprüfung Ihr Pflegedienst dabei ist, weil der sich häufig detaillierter mit dem Gutachter verständigen kann. Wenn die Absage schon länger als 4 Wochen her ist, müssen Sie einen neuen Antrag stellen. Weitere Informationen und ein Pflegetagebuch (zum Download) finden Sie auf www.umsorgt-wohnen.de Stichwort: Pflegekasse.

Hallo, eine Verschlimmerung des Gesundheitszustandes geht oft nicht mit einem Pflegestufenwechsel einher. Entscheidend ist nícht der Gesundheitszustand, sondern der Hilfebedarf, der sich aus den Erkrankungen und Einschränkungen entsteht. Es kann auch sein, wie schon geschildert, dass sich der hilfebedarf verdoppelt hat und trotzdem die Pflegestufe gleich bleibt. Ich würde mir das Gutachten erklären lassen (entweder von der Pflegekasse (die AOK hat z. B. Pflegefachkräfte, die auch zu ihnen nach Hause kommen oder von sonstigen Beratungsstellen oder Pflegediensten). Der Gesetzgeber berücksichtigt nur bestimmte Pflegeverrichtungen und oft liegen zwischen der "gefühlten" Pflegebedürftigkeit der Familien und dem was der Gesetzgeber anrechnet Welten. Soll Widerspruch eingelegt werden bitte an die Frist denken, ggfls. eine Begründung nachreichen (die Frist steht im Bescheid, wenn dort nichts steht beträgt sie ein Jahr).

Moin,- da hilft nur n Fachanwalt für sowas.- Das is Soziarecht, Arztrecht, verwaltungsrecht.-Ohne Anwalt wirste veräppelt.- Meine Mutter hatte ALS, da wollten se auch noch über ne Pflegestufe diskuzieren.-Mit nem Anwalt gings dann.

Also gleich nach der ersten Ablehnung zum Anwalt ist Quatsch. Das kostet unnötig Geld und Nerven; manchmal fühlen sich Kasse und MDK dadurch eher angegriffen und sind bei der zweiten Entscheidung nicht gerade großzügiger. Abgesehen davon haben die meisten Anwälte erstaunlich wenig Ahnung von der Sache, wie ich in vielen Widerspruchsbegründungen lesen musste... (übrigens genauso wie die Hausärzte) Einfach Widerspruch einlegen, vielleicht ein Pflegetagebuch führen (einfach mal einen "normalen" Tagesablauf aufschreiben)und die zweite Begutachtung abwarten. Wenn es dann noch nicht klappt, kann man immer noch einen Anwalt nehmen. Danach macht er auch Sinn, weil dann geht es vor Gericht. Es kann aber übrigens auch sein, dass Kasse (und MDK) recht haben. Es kann durchaus sein, dass eine wesentliche Verschlechterung war aber die gleiche Pflegestufe bleibt. Der Hilfebedarf bei der reinen Grund(Körper)pflege kann sich innerhalb der Pflegestufe I von 46 Minuten auf 92 Minuten verdoppeln und man ist immer noch weit von Pflegestufe II entfernt... Vielleicht mal bei einem Pflegedienst umhören, ob sich da jemand richtig gut mit der Materie auskennt. Die haben oft deutlich mehr Ahnung als Ärzte oder insbesonder Anwälte...

Einspruch einlegen, steht doch bestimmt was von "Rechtshelfsbelehrung" und in welchem Zeitraum man Einspruch erheben kann.

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