HiV-Test positiv obwohl man negativ ist?

5 Antworten

Das passiert schon öfter mal, dass "falsch positiv" angezeigt wird. Es gibt daher auch mehrere unterschiedliche Testverfahren. Bei "ersten" Test ("ELISA" ist der billigste) ist eine "falsche" Bestimmung am häufigsten. Man kann auch bei Verdacht nicht nur die Antikörper / Antigene untersuchen, sondern auch einen serologischen Virusnachweis machen (der dann erheblich teurer, aber sehr sicher ist). Zahlt alles die Krankenkasse.

Es gibt immer mal falsch- positive Ergebnisse. Genau deshalb macht man auch immer diese Bestätigungstests oder auch Western-Blot-Test genannt.

Wenn der Bestätigungstest negativ war, dann wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit kein HIV haben.

Leider gibt es immer wieder fehlerhafte Ergebnisse bei dem Suchtest. Der Test erkennt HIV-Antikörper die eigentlich keine sind. 

Es kann oft vorkommen, dass man durch eine vorherige Erkältungsinfektion zb. oder durch Impfungen das Immunsystem anregt und der Suchtest somit Antikörper erkennt die aber nichts mit HIV zutun haben. 

Also mach dich nicht verrückt. Wird sicher keine HIV Infektion vorliegen

Es kann passieren, dass der Test positiv ist, obwohl du nicht infiziert bist. Das hat was mit der Konstruktion der Tests zu tun. 

Dabei ist es wichtig, dass die Wahrscheinlichkeit, dass der Test negativ ist, obwohl der Patient infiziert ist, so klein wie möglich sein muss, da es sonst gefährlich werden kann, wenn infizierte Menschen nicht wissen, dass sie infizieret sind. Die Konsequenz ist, dass das Gegenteil, also Positiv, obwohl der Patient nicht infiziert ist, mit größerer Wahrscheinlichkeit eintritt. Deswegen werden ja immer mehrere Tests gemacht, um sicher zu sein.

Hoffe ich konnte dich etwas beruhigen und hoffe, dass du nicht infiziert bist.

das hört sich ja bei dir fast so an, als ist von der Medizin gewollt, dass es eher positiv ausfällt. 

Das ist aber blödsinn.

Der Test ist einfach noch nicht sensibel genug, als dass er immer ein richtiges Ergebnis liefert.

Auch falsch-negative Ergebnisse kommen noch sehr oft.

Und würde man so wie du geschildert hast, dem Betroffenen immer ein richtiges Ergebnis liefern wollen, dann würde man auch bei einem negativen Ergebnis einen Bestätigungstest machen.

Macht man aber nicht. Nur bei einem positiven Ergebnis macht man einen Bestätigungstest. Geht wieder alles nur ums Geld.

Und nicht jeder wird wegen den 12 Wochen Wartezeit aufgeklärt. Das heißt, du kannst positiv sein, obwohl der Test sagt, dass du negativ bist. Und das ist fatal


Die Tests sind also nicht so hochsensibel entwickelt wurden um eher positiv zu sein als negativ, so wie es von dir dargelegt wurde. Nein. Dass hier ein positives Ergebnis angezeigt wurde, zeigt wie ungenau in manchen Situationen die Tests doch noch sind.

Denn selbst, wenn du Medikamente wie Antibiotikum nimmst, oder Impfungen hattest oder dein Immunsystem aus anderen Gründen am arbeiten ist, kann es das Test Ergebnis verfälschen.

@MaxGuevara

Das stimmt so nicht ganz. Richtig ist, dass einige Patienten (wie der Fragensteller) ein positives Ergebnis erhalten, obwohl sie HIV- negativ sind. Dies sagt jedoch etwas über die eingeschränkte Spezifität des Tests, nicht über dessen Sensitivität aus.

Sensitivität: Wsl., mit der Erkrankter als pos. getestet wird

Spezifität: Wsl., mit der als pos. Getesteter tatsächlich krank ist

Der HIV- Suchtest hat eine sehr hohe Sensitivität (99,9 %). Nach einigen Wochen (wenn die nachzuweisenden Antikörper gegen HIV ansteigen) ist der Test fast immer positiv. 

Auch die Spezifität ist auf dem Papier sehr gut (ebenfalls um 99,9 %). Jedoch ist nur ca. jeder 2. mit positivem Suchtest auch tatsächlich erkrankt. Wie passt das zusammen?

Da in D. zum Glück nur ein geringer Teil der Bevölkerung mit HIV infiziert ist, ist der überwiegende Teil der Getesteten gesund. Wenn also z.B. 10.000 Personen getestet werden, sind 100 tatsächlich erkrankt (reines Zahlenbeispiel). Diese werden als richtig- positiv angezeigt. Jedoch werden auch 0,1 % fälschlicherweise als positiv angezeigt (Pendant zu Spezifität von 99,9 %), das sind ebenfalls 100. So wird aus einem recht präzisen Test ein Münzwurf.

Was jedoch zählt, ist dass der Test seine Aufgabe (das Suchen von Erkrankten) zuverlässig erfüllt!

Aufgrund der hohen Rate falsch- positiver Ergebnisse im Suchtest gilt ein Patient erst dann als HIV- positiv, wenn auch der Bestätigungstest (Western Blot oder PCR) eine Infektion anzeigt. Das sollte dem Patienten auch so mitgeteilt werden, jedoch muss dieser sich bis zum Ausschluss einer HIV-Infektion entsprechend verhalten (kein ungeschützter GV, Einschränkungen bei Arbeit im Gesundheitsbereich...)

@JuxSinnlos

Du hast meinen text nicht so ganz verstanden kann das sein?

Dass ein Test nach 12 Wochen zu 98 bis 99% ein sicheres Ergebnis liefert, stand gar nicht zur Debatte.

Ich bin auf die Zeit VOR den 12 Wochen eingegangen. 

Wenn du also zb. nach 7 Wochen zum Test gehst, kannst du genauso oft ein falsch- negatives Ergebnis bekommen wie ein falsch-positives.

Jedoch ist nur ca. jeder 2. mit positivem Suchtest auch tatsächlich erkrankt. Wie passt das zusammen?

Wo steht das? Quelle?

Dein ganzer Text hier bezieht sich leider NUR auf die 12 Wochen Wartezeit. Davon kannst du aber nicht ausgehen. 

Denn nur ein geringer Teil der Menschen wartet die 12 Wochen ab. Schon alleine weil  nur wenige Menschen wissen, dass sie 12 Wochen warten müssen. 

Der Test selber ist schon ziemlich zuverlässig, aber eben NOCH NICHT sensibel genug. Denn dann würde der Test bei zb. Impfungen kein falsch-positives Ergebnis liefern. 

Denn nach einer Impfung bildet das Immunsystem Antikörper. Und diese erkennt der Test und sagt, du bist positiv obwohl du es nicht bist. 

@MaxGuevara

"Du hast meinen text nicht so ganz verstanden" - sicher ist jedenfalls, dass du den völlig korrekten und sinnvollen Beitrag von @JuxSinnlos nicht verstanden hast. Der Text erklärt nämlich sehr gut, warum es weitaus mehr falsch-positive als falsch-negative Testergebnisse gibt. Von dem Quark mit 12 Wochen hat außer dir niemand geredet.

@Havenari

Fakt ist, dass ihr meinen text scheinbar genauso wenig verstanden habt. 

@MaxGuevara

Wie gesagt, Sensibilität hat nichts mit falsch-positiven Werten zu tun, das ist ein Problem der Spezifität. 

Richtig ist, dass die serologischen Suchtests gegen HIV-Antikörper (AK) ihre volle Sensitivität erst verzögert bieten, da die AK zunächst gebildet werden müssen. 

12 Wochen ist dabei ein gerne verwendeter Zeitpunkt, ab dem ca. 95 % aller Infektionen erkannt werden. Jedoch sind die HIV-AK ab 2-10 Wochen (je nach Individuum unterschiedlich) messbar, ab 12 Wochen (laut RKI, siehe Link) lediglich in Tests, die heute nicht mehr verwendet werden. 

Bei neueren Immunassays kann neben den AK auch ein virales Antigen, das s.g. p24- AG, bestimmt werden. Dieses ist nicht von einer Immunreaktion abhängig und ist deshalb nochmals etwas früher als die AK messbar. 

Es kann also durchaus schon deutlich vor Ablauf der 12 Wochen sinnvoll sein, ein Immunassay durchzuführen. Wird hier die Infektion bereits erkannt, kann frühzeitig eine antiretrovirale Therapie eingeleitet werden. Jedoch sollte bei neg. Test eine Kontrolle nach angemessener Zeit erfolgen (z.B. Suchtest nach 3, 6 und 12 Wo.) 

Wenn man stattdessen grundsätzlich den "Goldstandard" PCR einsetzen würde, hätte man auch nicht alle Probleme gelöst: Ebenfalls Latenz von ca. 2 Wochen für eindeutig neg. Ergebnis, längere Zeit von Blutentnahme bis zum Ergebnis (je nach Labor 2- 4 Tage), deutlich höhere Kosten und fehlende Validierung für die Erstdiagnostik.

Das Rechenbeispiel aus meinem Kommentar ist auch im Wikipedia-Artikel über HIV-Tests unter "Genauigkeit des Immunessays" zu finden.

http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HIV_AIDS.html#doc2374480bodyText8

@JuxSinnlos

Schöner Text, aber das kenn ich alles bereits.. Und ich glaube ich weiß wo jetzt unser Verständigungsproblem liegt... Du ziehst dich an dem Wort Sensibilität hoch... Darum ging es mir aber eigentlich nicht. 

Aber gut, ist egal. 

Keine Panik, das kommt häufiger vor als man denkt. Liegt am Testverfahren. Der Test, der bei dir positiv ausgefallen ist, war nur der "billige" Suchtest.

Bei HIV-Tests werden Suchtests und Bestätigungstests unterschieden. Ziel eines Suchtests (z. B. ELISA-Suchtest) ist es, möglichst alle infizierten Personen zu erkennen. Dabei wird in Kauf genommen, dass auch einige nicht-infizierte Personen fälschlicherweise positiv (Anti-HIV reaktiv) getestet werden. Dementsprechend brauchen Suchtests eine hohe Sensitivität, haben aber eine relativ niedrige Spezifität.

Wird eine Person im Suchtest positiv getestet, so ist in vielen Ländern ein Bestätigungstest (in Deutschland und den USA: Western-Blot-Bestätigungstest) vorgeschrieben, um eine falsch-positive Diagnose auszuschließen. Ein Bestätigungstest braucht daher eine höhere Spezifität als ein Suchtest.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/HIV-Test

Es kommt immer mal wieder vor, dass ein Test "falsch-positiv" ausfällt. Dementsprechend werden weitere Tests zur Bestätigung gemacht. Diese sollten dann, und ich bin mir sicher, dass es auch bei dir so sein wird, bestätigen, dass du HIV-negativ bist. Gute Besserung für nach der OP

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