Hausarzt Überweisung Facharzt?

5 Antworten

...Nein, das hat man nicht.

Recht auf einen zeitnahen Termin hat man nur, wenn man auch ein wirklicher Notfall ist. Je "dringlicher" der Notfall, desto "dringlicher" auch der Termin.

...Ob dem so ist, entscheidet man jedoch nicht selbst, sondern der jeweilige Arzt oder die jeweiligen Ärzte.

...Je nach Lage und Situation kann womöglich der Hausarzt einen früheren Termin beim Facharzt vereinbaren. Jedoch nicht generell.

Einen "zeitnahen" Termin innerhalb weniger Wochen können Sie als Kassenpatient bei den Terminvergabestellen Ihrer Krankenkasse beantragen. Sie müssen dabei jedoch einen Arzt wählen, der Ihnen vorgeschrieben wird.

Auch die Entfernung, um zu diesen zu gelangen, kann weiter sein.

  • Nein, an Anrecht auf einen bestimmten Termin hat man nicht.
  • Nur bei akuten Notfällen muss ein Arzt dich untersuchen, aber die Schwelle für Notfall ist hoch und nicht jeder dringender Fall ist ein Notfall.
  • Bei wirklich dringenden Fällen vereinbaren oft die überweisenden Ärzte einen Termin für einen, damit man wirklich zeitnah dran kommt. 
  • Bedenke bitte, dass ein Arzt eben nur eine beschränkte Anzahl Termine hat und wenn alle Termine vergeben sind, kann er auch nicht zaubern. Ruf einfach viele Fachärzte an und versuche, einen baldigen Termin zu bekommen. Beschreibe die Dringlichkeit wahrheitsgemäß und übertreibe nicht.

[quote]Bedenke bitte, dass ein Arzt eben nur eine beschränkte Anzahl Termine hat und wenn alle Termine vergeben sind, kann er auch nicht zaubern. Ruf einfach viele Fachärzte an und versuche, einen baldigen Termin zu bekommen. Beschreibe die Dringlichkeit wahrheitsgemäß und übertreibe nicht.[/quote]

1.)Präzisierung: "..beschränkte Anzahl Termine für Kassenpatienten hat".

2.)Man kann keine Ärzte anrufen. Man kann nur deren Personal anrufen. Von diesem wird man dann auch eingestuft ("triagiert"), ob man ein Dringlichkeits-, ein Notfall, ein Allerweltsfall mit Regressrisiken oder nur ein Simulant oder Hypochonder ist.

3.)Das Beschreiben von Beschwerden fällt insbesondere unseren ausländischen Zeitgenossen nicht leicht. Auch ein Deutscher tut sich mitunter schwer, Beschwerden zu beschreiben. Die tel. Anfrage nach einem ärztlichen Termin gleicht einem Vabanque-Spiel.

@Suedstadtindio

zu 1: Nein, das ist politisierend und hat hier nichts verloren. Ärzte haben einfach eine bestimmte Arbeitszeit und die ist meist ohnehin sehr lang. Ein Arzt kann auch nicht unendlich viele Privatpatienten annehmen, auch da ist die Zeit offensichtlich beschränkt. 

Natürlich nehmen Ärzte gerne Privatpatienten an. Das ist richtig. Sie verdienen halt erheblich mehr an ihnen. Aber das bedeutet nicht, dass die Anzahl der Termine nicht ganz logisch durch Gesamtzeit und Zeitbedarf je Patient begrenzt wäre.

Auch Klempner oder Automechaniker können nicht unendliche viele Termin vergeben, weil auch ihre Zeit faktisch beschränkt ist, obwohl es da keine Privat- und Kassen-Kunden gibt.

zu 2: Richtig, und das nennt man im allgemeinen "beim Arzt anrufen", auch wenn eine Sekreätrin den Anruf entgegennimmt. Hilfspersonal führt keine Triage durch, das ist ein Begriff aus der Notfallmedizin. Aber ja, die Hilfe wird versuchen, eine Dringlichkeitseinschätzung abzuleiten.

zu 3: Richtig. Und nun?

@Kajjo

Ich gebe zu, dass es mir schwerfällt, bei diesem Thema nicht in Polemik zu verfallen, aber es ist nunmal eine VON MIR SELBST ÜBERPRÜFTE TATSACHE, dass ich sofort einen Termin bei einer hiesigen Facharztpraxis bekomme, wenn ich mich als Privatzahler ausweise und ein halbes Jahr Wartezeit zugemutet bekomme, wenn ich angebe, ich wäre bei einer gesetzlichen Kasse. Auch meine Kunden (bin selbständiger Augenoptiker) berichten immer mehr über schikanöse Terminierung und "Behandlung", insbesondere bei niedergelassenen Fachärzten.

Letztens hat eine Allgemeinärztin(!) ihre Praxis übergeben können und damit geworben, sage und schreibe 2000 Scheine/Quartal abgerechnet zu haben. Bitte rechne selbst aus, wieviel Zeit sie jedem Patienten hat widmen können bzw. wer bei einer solchen Zahl sich wohl um den Patienten gekümmert hat.

Eine Planstelle ist mit 20 Std. Sprechzeit für Kassenpatienten VOLL erfüllt. Das ist der Witz des Jahrhunderts! Meine Lungenärztin, die ich übrigens nie persönlich kennengelernt habe, aber "ärztliche Leistungen" abrechnet, bietet solche lächerlichen Öffnungszeiten an.

Da wird argumentiert, der Tag hätte halt auch für Ärzte nur 24 Std. Richtig, aber die Woche hat 168 Std. und da sollte man doch imstande sein, trotz der ganzen (auch für mich als Optiker) ausufernden Administration 30-35 Std/Woche den Patienten zu widmen, oder?

Dringlichkeitseinschätzung oder Triage durch nichtärztliches Personal? Wo sind wir denn eigentlich? Ich verlange nicht, dass Ärzte hexen lernen und irgendwo ist freilich ein Ende der Fahnenstange mit der Belastbarkeit, aber solange ein Privatversicherter mit quersitzenden Flatulenzen noch aufgenommen werden kann, hat auch ein Kassenpatient mit erheblich schwerwiegenderen Problemen das Recht, ärztlich versorgt zu werden. Auch dann, wenn keine "Vitalfunktionen" in Gefahr sind.

[quote]"Richtig. Und nun?"[/quote]

Klasse! Du findest es akzeptabel, dass eine nicht heilkundige Mitarbeiterin der Praxis einen radebrechend deutsch sprechenden Anrufer nach "Dringlichkeit" einstuft? Genial kann ich da nur sagen. So stelle ich mir die Zukunft im Gesundheitswesen vor!!

Selbstverständlich bin ich dafür, dass viel mehr Studienplätze geschaffen und die EBM angehoben werden. Selbstverständlich bin ich auch dafür, dass die GOÄ aktualisiert werden und es für Landarztpraxen Subventionen gibt, aber solange das noch nicht geschehen ist, hat der Kassenpatient, der den gesamten Laden Gesundheitswesen in Wesentlichen finanziert, das Recht auf eine angemessene ärztliche Betreuung. Er muss sich nicht mit der Begründung abweisen lassen, man hätte keine Termine frei, Zeitfenster für Privatpatienten zu reservieren, die man nach aller ärztlichen Kunst "tiefentherapieren" möchte.

@Suedstadtindio

....Sprechstundenhilfen machen nun mal die Termne am Telefon mit den Patienten aus, nicht der Arzt. Sie "stufen" die Sachlage ein, ob das nun sinnvoll ist, oder nicht.

...Zumindest wird dann häufig nach der "Verdachtsdiagnose" gefragt (Grund der Überweisung), die der Arzt auf den Überweisungsschein angibt. Zumndest ist mir das bereits wiederholt bereits aufgefallen.

...Man muss nicht unbedingt einen "Roman" erzählen, welche Beschwerden man hat, sondern braucht das dann nur ablesen (was einen schlecht sprechenden Ausländer womöglich ebenfalls schwerfällt).

...Vllt. ebenfalls eine bescheidene Situation - aber so läuft es nun mal ab.

...Privatpatienten bekommen meistens einen früheren Termin. Meines Wissens entspricht das wirklich den Tatsachen.

Du hast generell ein Recht auf einen Termin (nicht bei jedem Arzt, denn einige nehmen halt einfach keine Patienten mehr an). Du hast auch ein Recht auf freie Arztwahl. Wann der Arzt aber Termine frei hat, ist Sache der Praxis. Ein Anrecht, auf das du pochen kannst, hast du nicht. Wenns dringend ist, kannst du zumindest am Telefon, wenn du dir den Termin geben lässt, schon mal einfließen lassen, dass du Beschwerden hast.

Nur, wenn du dich im Facharztprogramm eingeschrieben hast. Dieses Programm bieten allerdings nicht alle Krankenkassen an. Eine Überweisung vom Hausarzt zeigt nur, dass der Hausarzt dir nicht helfen kann und dich an einen Experten weiterleitet.

Wenn es ein ganz akuter Fall ist, dann bitte deinen Arzt, dass er für dich einen Termin ausmacht.

Ansonsten musst du halt mehrere Fachärzte anrufen und nach Terminen fragen.

Die Überweisung bringt dir nur den Vorteil, dass der Hausarzt einen Bericht mit detaillierten Diagnosen vom Facharzt für dich erhält.

Frag doch wegen des Termins mal bei deiner Krankenkasse nach. Die recherchieren für dich.

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