Hat es gesundheitliche Folgen wenn man dauerhaft verdrängt?

5 Antworten

Ich denke schon.

Als ich 8 war ist mein Vater verstorben. Ich habe damals anscheinend so gelitten, dass ich wirklich ALLES verdrängt habe. Meine komplette Kindheit ist wie gelöscht.

Erst als im letzten Jahr mein Opa verstarb, kam einiges wieder hoch. Am Ende verbrachte ich 3 Monate in der Psychiatrie.

An sich kommt es immer auf die ganzen Umstände an, aber prinzipiell sind gesundheitliche Folgen nicht auszuschließen.

Für eine Weile ist diese Art der Verdrängung normal und gesund. Es wird einem zu viel und die Psyche schaltet auf "kalt" um den Schmerz nicht mehr zu spüren. Irgendwann gewöhnt man sich sogar daran. Es kommt halt sehr darauf an wie sehr man mit der Person verbunden war aber in vielen Fällen kommt es immer wieder hoch. Man merkt es daran, dass man zb. Leute die man kennenlernt ständig vergleicht mit der Person oder ständig zurückdenken muss. Unzufrieden ist und nicht weiß warum, das Gefühl hat es fehlt einem etwas, Probleme hat glücklich zu sein. Wenn es so schlimm war kann das durchaus auch viel später zu großen Problemen führen. Muss aber nicht. Das kommt dann wiederum darauf an, wie du gestrickt bist. Es gibt viele, die mit solchem Schmerz auch ewig leben. Natürlich verändert es einen. Um das auszugraben müsste man sich in Psychotherapie begeben vermutlich. Und ein "ausgraben" ist es allemal, weil diese Gefühle oft hinter einer Tonne Schutt versteckt sind.
Verarbeitung ist grundsätzlich, sich damit auseinander zu setzen und sozusagen "im Guten" abzuschließen. Aber auch hier lauert die Gefahr nur so zu tun als hätte man abgeschlossen. Man merkt es daran, dass man nach wie vor noch drüber redet oder nachdenkt und sich halt "einredet" abgeschlossen zu haben. Man kann so natürlich auch leben - tun auch sehr viele. Die Frage ist halt - wenn es dich zu sehr belastet - kannst du dich dem stellen? Ich glaube nicht, dass man das hier vollständig beantworten kann weil ein großer Teil der Story du bist. Aber ein Besuch beim Therapeuten um das zu eruieren kann nicht schaden.

Verdrängung kann Dich zu Anfang schützen, aber ich bin der Meinung, dass man sich mit einem Verlust - egal wie diese aussehen mag - auseinander setzen muss, um wieder ins Leben zu finden. Bei einem Verlust durch Tod, beginnt eine Trauerphase, die wellenartig verläuft. Es gibt gute Tage und dann wieder schlechte Tage. Doch man sollte seinen Emotionen freien Lauf lassen, denn nur so schafft man es, den Verlust wirklich zu verarbeiten. Etwas permanent zu verdrängen, kann einen durchaus psychisch krank machen, denn der Verlust ist durch die Verdrängung ja nicht einfach weg, sondern er schlummert irgendwo tief in einem drin.

Verdrängung ist eine Stufe von Verarbeitung eines seelischen Schmerzes.

Aber man muss auch die anderen Stufen gehen, damit man nicht auf der einen Stufe stehen bleibt. D.h. man muss irgendwann anfangen sich mit dem Schmerz auseinandersetzen, sonst hat es tatsächliche gesundheitliche Folgen.

Manchmal sieht man den Zusammenhang der gesundheitlichen Folgen gar nicht sofort, aber manches Magengeschwür oder Buthochdruck ect. haben Gründe in einem verdrängten seelischen Schmerz.

Ist verdrängen auch eine Art Verarbeitung, eine Art mit etwas umzugehen oder bleibt man damit sozusagen am Schmerz hängen?

Man bleibt im Endeffekt bleibt man am Schmerz hängen, aber am Anfang ist es auch wein Weg mit dem Schmerz umzugehen. Daher ja und nein zu dieser Aussage.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Manchmal ist es sinnvoll für einige Zeit etwas zu verdrängen, wir Menschen tun dies ständig, denn es ist unmöglich alle Probleme jetzt sofort anzugehen und zu lösen, immer eines nach dem anderen, je nach Dringlichkeit, das klappt besser. Manches löst sich von selbst, anderes wird unwichtig. Ein ständig wiederkehrendes Problem, Schmerz, Angst, usw. muss jedoch angegangen und gelöst werden, sonst wird man krank. Alles Gute!

Woher ich das weiß:Beruf – Ich will Menschen verstehen, nicht durchschauen.

Wie kann ich den plötzlichen Tod meines Hundes verkraften?

Samstag Abend, ca. eine halbe Stunde nach dem Füttern, find unsere Emma an zu zittern am ganzen Leid. Wir versuchten sie zu beruhigen und tasteten sie hab... sie wedelte noch mit dem Schwänzchen und schmiegte sich an uns, aber sie bewegte sich seltsam. Hatte Probleme mit dem hinlegen. Ich hatte mal von Magendrehungen gelesen und bekam plötzlich mit der Angst zu tun. Also packten wir Emma gleich ins Auto und fuhren in die nächsten 24 Stunden Klinik. Dort war nur Notbesetzung.

Die junge Ärztin nahm ihre Temperatur und mutmaßte sogleich, es sei ein Infekt. Ich muss dazu sagen, wir leben in Istanbul und die Tiermedizien ist hier sicherlich noch etwas hinterher. Ich weiß sie darauf hin, dass sie den Magen checken soll welches sie auch prompt tat, bzw. versuchte. Emma ging es rapide schlechter. Zu dem schrecklichen Zittern fing sie stark an zu hecheln. Sie lies sich zum Röntgen nicht auf die Seite drehen, fletschte zum ersten Mal in ihrem viel zu kurzen Leben. Sie bekam Beruhigungsmittel... es war einer der schrecklichsten Momente in meinem Leben. Ich konnte nicht zu ihr, es waren 3 Leute damit beschäftigt sie still zu halten. Sie hechelte so doll und war so unruhig, so kannte ich meine Maus überhaupt nicht. Es brach mir das Herz...

Dann wurde sie wieder geröntgt und unsere Befürchtungen wurden bestätigt. Die Junge Ärztin rief einen Spezialisten für eine Not OP. Wir durften dann bei ihr sitzen bis dieser eintraf. Ich streichelte Emma und sprach ihr sanft zu, dass sie kämpfen müsse und stark sein müsse... sie speichelte sehr und plötzlich hebte sie den Kopf und erbrach. Wir hebten sie vom Tisch und machten sie sauber, sie hatte eine Sauerstoffmaske vor der Nase um sie besser zu versorgen.

Als der Spezialist nach ca. 30 Minuten eintraf, hatte sich Ihr Atmung merklich verlangsamt, sie war ruhiger. Sie wedelte wieder mit dem Schwanz und registriere eindeutig, dass wir bei ihr waren und wollte aufstehen. Wir legten sie wieder sanft hin und ließen den Professor ran. Er tastete ihren Bauch an und sagte, der Magen scheint, dank des Erbrechens, wieder in der richtigen Position. Er untersuchte Emma um dies zu bestätigen, gab ihr einen Tropf und Medikamente.

Dann kam die Entwarnung. Sie würde ok sein und müsse nicht operiert werden. Sie brauche den Tropf, Medikamente und müsse sich erholen und solle über nach dableiben. Sie gaben ihr Beruhigungsmittel und wir konnten nochmal mit ihr schmusen... dann schickte man uns heim und sagte, wir können morgens wieder kommen aber sie wurde am frühen Nachmittag nochmal untersucht werden.

Ich war erleichtert aber der Schock saß. Ich zitterte den Rest der kurzen Abends und konnte mich nicht beruhigen... nur 10 Stunden, dann wäre ich wieder bei ihr dachte ich. Also ging ich schnell ins Bett. Ich stand weit vor dem Wecker auf und machte mich fertig um in die Klinik zu gehen...

Dann kam der Anruf. Es gab am Morgen Komplikationen. Sie hatte vermutlich Wasser in der Lunge und verstarb. Meine Welt brach zusammen...

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