Hallo, bin arbeitsunfähig und beziehe Krk-Geld. Jetzt hat mich die KK aufgefordert, einen Reha-Antrag zu stellen. Muss ich trotzdem die Zuzahlung zahlen?

4 Antworten

da du dich bereits im Krankengeldbezug befindest und während der Reha Übergangsgeld beziehen wirst, musst du für die Reha keine kalendertägliche Zuzahlung leisten.

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/2_Rente_Reha/02_reha/02_leistungen/allgemeines/zuzahlung.html

"...oder beziehen Sie während der Rehabilitation Übergangsgeld vom Rentenversicherungsträger, so brauchen Sie keine Zuzahlung zu leisten."

Vielen Dank für die Info! Gilt das auch, obwohl ich durch den Bezug des Krk-Geldes über die 1.200-Euro-Grenze komme? Und kannst du mir auch zeigen, wo das Thema "Übergangsgeld während der Reha" geregelt ist!?

Zunächst vielen Dank für die Infos. Auch an Sandra, obwohl die umfangreiche Antwort eigentlich nichts mit meiner Frage zu tun hatte... :-)

Eine Frage zum Krankengeld/Überbrückungsgeld (KG/ÜG) habe ich aber noch: Während der Reha zahlt ja die RV das ÜG, welches ja deutlich niedriger als das KG der KK ist. Früher war es so, dass man das als Versicherter eben so hinnehmen musste. Jetzt habe ich irgendwo gelesen, dass es 2013 ein Urteil gab, wonach die KK die Differenz zwischen KG und ÜG übernehmen muss.

Hat jemand vielleicht Details und/oder eine Quelle hierzu? Danke!

Gruß

Ein Sauerländer

Das glaube ich nicht, du mußt zahlen, das weiß aber doch die Kasse!

Hallo, ich würde mir erst einmal weniger Gedanken über die Zuzahlung machen. Ich kenne den tatsächlichen Sachverhalt nicht und möchte keine Unterstellungen machen. In den gesetzlichen Krankenkassen gibt es das sogenannte Fallmanagement und natürlich ist die Kasse auch daran interessiert zu prüfen ob nicht ggf. andere Leistungsträger zur Zahlung von Leistungen in Frage kommen. Nach § 51 Abs. 1 SGB V kann die Krankenkasse dazu auffordern einen Reha-Antrag zu stellen, wenn nach beratungsärztlicher Feststellung eine erhebliche Gefährdung der Erwerbsfähigkeit attestiert wird. Eine hier geforderte Gefährdung der Erwerbsfähigkeit setzt zeitlich viel früher an als eine bereits eingetreten Minderung der Erwerbsfähigkeit, denn die Erwerbsfähigkeit ist bereits dann erheblich gefährdet, wenn durch die gesundheitlichen Beeinträchtigungen und die damit verbundenen Funktionseinschränkungen in absehbarer Zeit mit einer Minderung der Leistungsfähigkeit im Erwerbsleben auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu rechnen ist. Die Aufforderung der Krankenkasse kommt daher nicht selten schon dann, wenn man als Betroffener selbst gar nicht an die Rente denkt. Die Krankenkasse hat es zunächst in der Hand, durch Aufforderung einen Reha-Antrag binnen 10 Wochen zu stellen, dass ein anderer Leistungsträger (Rentenversicherungsträger) eine andere Entgeltersatzleistung (Übergangsgeld) zu erbringen hat, und damit von ihrer Pflicht zur Krankengeldzahlung frei zu werden. Scheitert dann die Reha, wird der Reha-Antrag in einen Rentenantrag umgedeutet und man ist unversehen Bezieher von sozialen Rentenleistungen. Bestätigt durch Beschluss des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg vom 08.08.2014 kann gegen dieses Vorgehen der Krankenkasse durch fristgemäße Ausübung der jeweiligen Rechtsmittel (Widerspruch und Klage zum Sozialgericht) erreicht werden, dass der Krankengeldanspruch nicht automatisch zum Erlöschen kommt, da durch diese Rechtsmittel eine aufschiebende Wirkung erzielt wird. Die Krankenkassen berufen sich darauf, dass Rechtsmittel gegen laufende Sozialleistungen nach dem Gesetz keine aufschiebende Wirkung haben. Das Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg bestätigt indes nochmals die vorherrschende Rechtsansicht, dass Krankengeld keine laufende Leistung i. S. d. § 86 a Abs. 2 Nr. 3 SGG ist, sondern die Entscheidung über den Anspruch auf Krankengeld stets - jeweils nach ärztlicher Feststellung - durch zeitlich befristeten Verwaltungsakt getroffen wird. Wichtig ist also vorrangig die Frage ob Sie sich selbst durch die Reha die Wiederherstellung Ihrer Arbeitsfähigkeit vorstellen können und auch Ihr Arzt dem zustimmt - oder ob tatsächlich von einer dauerhaften Minderung der Erwerbsfähigkeit und somit vom Anspruch auf Erwerbsminderungsrente auszugehen ist. Viele Gruesse Sandra Fischer

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