Haben eigentlich Meditation und Hypnose etwas gemeinsam?

5 Antworten

Nun, eine Gemeinsamkeit besteht zumindest auf neurophysiologischer Ebene - sowohl bei der hypnotischen Trance als auch in der Meditation weist das Gehirn vorzugsweise "Schwingungszustände" im Bereich der Alpha/Thetawellenaktivität auf. Damit einher gehen verschiedenste körperliche Prozesse, wie z.B. vertiefte Atemfrequenz, Blutdruckabsenkung, verminderte Herzschlagrate, Abbau von Stresshormonen, Ausschüttung von Endorphinen.

Der Intent ist jedoch jeweils ein anderer - während es in der Meditation vor allem darum geht, den Gedankenstrom anzuhalten, ganz leer zu werden, wird er in der hypnotischen Trance durch Bilder, Metaphern und Suggestionen angeregt und in eine heilsame Richtung gelenkt.

WOW, Danke für diese tolle Antwort!

Besser kann man es nicht beschreiben! Grüße Rainer Schnell www.hypnose-muenchen.de

Kenne beides; die Gemeinsamkeit besteht darin, dass man bei Beidem entspannen und zu sich selber finden KANN. Du hast schon richtig erkannt, dass man körperlich anwesend ist. Aber auch geistig ist man nicht weggetreten, sondern sehr mit sich selber und seinem Unterbewusstsein beschäftigt. Beides ist sehr empfehlenswert und aufschlussreich.

Bei Hypnose und Meditation gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede: In beiden entspannt sich der Körper, der Geist wird ruhig, im Gehirn werden die Alpha-Wellen stärker. Hier stimme ich der Antwort von Holodeck auf diese Frage voll zu. Es gibt aber auch Unterschiede: Meditation im klassischen Sinn wird immer im Sitzen mit geradem Rücken ausgeführt. Bei Hypnose kann man sitzen oder liegen, wobei es Selbsthypnose gibt und Fremdhypnose. Meditation hat tiefere Ziele als Hypnose: In der Meditation will man auf eine Ebene kommen, die jenseits des Denkens ist, eine Ebene des reinen Seins. Hypnose macht man typischerweise für einen konkreten Zweck. Meditation übt man, um in tiefe Versenkung zu gelangen und in höheren Bewusstseinsebenen Einheit zu erfahren. Allerdings sind die Übergänge fließend: Die meisten Menschen werden in der Meditation eher in einen Entspannungszustand kommen. Es gibt Meditationstechniken, die mit Affirmationen und Visualisierungen arbeiten. Und viele, die meditieren, wollen auch einfach nur entspannen und auftanken. Das kann man mit Hypnose, mit Meditation und auch mit Tiefenentspannung.

Woher ich das weiß:Beruf – Ich bin Yogalehrer, Meditationslehrer, spiritueller Lehrer

Einige sehr schöne Antworten hier! Sukadev Bretz und holodeck.

Meditation ist in jedem Falle ein Verfahren, um den Geist Einheit erfahren zu lassen, und was, wenn es ein dauerhafter Zustand wird, der 24h an 364 Tagen erhalten bleibt, auch Erleuchtung genannt wird. Das ist eindeutig nicht durch Hypnose erreichbar, weil dort immer Dualität erhalten bleibt. Ein Teil des Geistes kontrolliert vermeintlich einen anderen Teil des Geistes. Kein Einheitszustand, keine Transzendenz, keine Erleuchtung, keine "unio mystiko"! Aber Hypnose kann ähnliche Entspannungszustände wie bei den Anfangserfahrungen der Meditation erzielen.

Schwer vorstellbar, für mich sind es zwei ganz verschiedene Sachen.

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