Geht es anderen "Aspergern" auch so? (Tiere, emotionen erkennen)

5 Antworten

Ich bin 14 und mir geht es ähnlich. Zum einen kann ich manchmal Emotionen deuten, was ich nich am gesichtsausdruck fest mache, sondern nur am Verhalten, wesshalb ich das auhc nur bei mir vertrauten personen machen kann, wie bei Familienmitgliedern, Freunden oder Klassenkameraden. Ich glaube, dass ich die Gefühle meines Hundes so gut deuten kann, weil du das Verhalten von vorne herein erklährt bekommst, wie eine Fremdsprach. Da es bei anderen menschen angeboren ist, glaubt niemand, dass die emotionen von Menschen für dich ebenfalls eine Fremdsprache sind.

Das soll recht häufig sein. Die Gefühlwelt von Tieren ist nicht nur sinnvoller als die der Menschen, sie zeigt sich auch mit mehr Ehrlichkeit.

Nicht-autistische Menschen empfinden meistens sehr irrational, die Gefühle eines Menschen sind durch vernünftiges Denken oft nicht nachvollziehbar. Man kann sie nur verstehen, wenn man zufällig "genauso gestrickt" ist, "auf einer Wellenlänge ist", also in den gleichen Bahnen fühlt.

Die Emotionen von Tieren haben eher einen nachvollziehbaren Grund. Um mit ihnen mitzufühlen braucht man kaum zu raten, ein Blick und etwas gesunder Verstand reichen völlig.

Darüber hinaus verstecken Menschen ihre wahren Emotionen, z.B. aus Höflichkeit, aus Peinlichkeit oder weil sie Folgen befürchten. Manche Tierarten können das zwar auch, aber für Tiere gelten deutlich weniger soziale Regeln. Daher haben sie es schlicht nicht nötig, ihre echten Gefühle den halben Tag lang mit einer Höflichkeitsmaske aus schlecht vorgetäuschten Gefühlen zu tarnen. Und echte Emotionen sind immer leichter zu deuten als sozialkonforme Masken.

Mir geht es ähnlich. Vielleicht liegt es daran, dass Tiere nicht lügen. Menschen sagen oft, dass es ihnen gut geht und es stimmt nicht- regen sich hinterher auf, weil man es nicht erkannt hat... ich verstehe vieles nicht, was sie tun, vieles ist unlogisch und dumm. Manche erziehen ihre Kinder zur Wahrheit, belügen es aber, weil sie es schützen wollen. Das verstehe ich nicht.

Ich vermag nicht zu urteilen, wie komplex die Gefühlswelt von Tieren ist, aber etwas ist da... vielleicht nicht so abstrakt wie bei uns. Aber sie drücken sich klarer aus als Menschen. Man sieht es ihnen auch leichter an. Fell glänzt nicht mehr, keinen Appetit, sind extrem abweisend oder auffallend anhänglich- man kennt sein Tier- und die verändern sich nicht so wie Menschen.

Ich hatte einen Kater, bin mit ihm, einigen Meerschweinen und 3 Kaninchen (aber nicht alle samt zeitgleich) aufgewachsen. Bis auf ein verhaltensgestörtes Meerschwein (Misshandlung durch Vorbesitzer) kam ich mit allen klar. Bärbel und Klara, 2 Meerschweindamen, sie folgten mir als Kind auch wohin ich ging- nur über die Straße trug ich sie, damit sie nicht überfahren werden, da man sie übersehen hätte können. Ich hab sie sogar in den laden mitgenommen zum Einkaufen. Die Kassierer meckerten, aber es war nur ein Verbotsschild für Hunde an der Ladentür. Ich wusste, was sie wollen, brauchen und so weiter- bei Menschen weiß ich es nicht.

Vielleicht liegt es einfach daran, dass nicht-autistische Menschen ein Problem haben, sich klar auszudrücken. Sie können sich nicht verständlich mitteilen und so versteht man sie nicht.

Jedenfalls kommt mein freund auch mit mir klar- und vielleicht kann ich mir bald wieder Haustiere zulegen.

Wissenschaftlich wurde das vermutlich noch nicht untersucht.
Ich weiß, dass es durchaus einigen (Asperger-)Autisten so geht, dass sie die Gefühle von Tieren leichter deuten können, oder meinen, sie leichter deuten zu können. Und genauso weiß ich aber auch, dass es (Asperger-)Autisten gibt, die mit Tieren nichts anfangen können.
In verschiedenen Boards zum Thema Autismus wurde das durchaus schon diskutiert, was ich mit Interesse gelesen habe.

Ich denke von mir, dass es mir da auch leichter fällt als bei Menschen. Tiere sind ehrlicher.
Aber man muss sie eben auch zu deuten wissen. Man kann nicht von einer Tierart auf eine andere schließen. Wenn Meerschweinchen zum Beispiel bei einem auf dem Schoß sitzen, sich ganz flach machen beim Streicheln und ähnliche Geräusche machen wie ein Katzenschnurren und einem dabei womöglich auch noch den Kopf entgegen strecken, dann wollen sie, dass man aufhört - also ganz anders als Katzen.
Man muss schon auch was wissen über das Sozialverhalten der Tiere untereinander, um es nicht fehlzuinterpretieren.

Mir fällt es wirklich schwer andere Menschen zu deuten und mich in sie hineinzuversetzen.

Geht mir auchso. Ich bin nicht gerade empathisch.

Jede Form der zwischenmenschlichen Interaktion ist für mich stressig

Geht mir fast ausschließlich so. Ausnahmen sind Austausch über meine Spezialinteressen, nämlich Filme.

ausser mit meinem Partner

Geht mir nicht so.

Bei unseren Hunden jedoch ist das ganz anders, ihr Verhalten ist für mich viel klarer und leichter zu interpretieren.

Möglicherweise liegt das daran, dass dir Hunde seltener widersprechen, wenn du die Interpretation äußerst und dass die Interpretation weniger komplex ausfällt, wie bei Menschen. Ich gehe Hunden lieber aus dem Weg, also kann ich mich dazu nicht gut äußern.

Ich gehöre noch zu den jüngeren Autisten. :)

Ich habe das Gefühl seit ich bei "Gutefrage.net" angemeldet bin, dass ich mich von den anderen Autisten ein wenig unterscheide. Ihr wirkt alle so Ernst! ._.

Aber nun zum eigentlichem Thema : Mir geht's genauso wie "DarkSepia", ich geh Hunden auch lieber aus dem Weg (genauso wie Spinnen).

Ich kann Tiere sowieso nicht so richtig ab... Es sei denn sie sind klein und fluffig. :D

@PouFan

Ihr wirkt alle so Ernst!

Bei mir hat das 2 Gründe:

1) Ich beschränke mich auf das, was gefragt wurde. Und es wurde nicht nach Witzen verlangt.

2) Mein Humor ist so extrem, dass er vielen Leuten nicht passt.

@DarkSepia

"2) Mein Humor ist so extrem, dass er vielen Leuten nicht passt."

Den würde ich aber gerne mal kennenlernen... Vielleicht versteh ich Dich dann auch mal? ;)

LG Selgora

Asperger-Autismus und Liebe

Ich glaube, so eine Frage wird hier sehr, sehr oft gestellt. Wie sagt man einem Mädchen, was man für sie empfindet? Nun... ich habe irgendwie auch so ein ähnliches "Problem".

Ich bin 19 Jahre alt und habe Asperger-Syndrom, ich bekam die Diagnose am 02. August 2008. Ich hatte nie wirklich eine feste Freundin, weil mir so eine Beziehung sehr schwer fällt. Was macht man dann, wenn man sich trifft? Muss man sie jeden Abend anrufen? Ich habe mir so eine Beziehung immer sehr störend vorgestellt, belastend und anstrengend. Andererseits wäre es sicher auch sehr schön, ein Mädchen in den Armen zu halten oder sie einfach zu verwöhnen (nicht sexuell). In meiner Klasse gibt es ein Mädchen, das ich sehr gerne habe, ja, man kann sagen, dass ich sie liebe, aber mit dieser Formulierung gehe ich sehr, sehr vorsichtig um, da ich dieses Gefühl nie richtig definieren kann. Allerdings weiß sie nichts von meinen Gefühlen und ich weiß nichts von ihren. Ich traue mich nicht, sie anzusprechen, ich tu es mir sehr schwer, sie anzusprechen. Ich tu es mir allgemein schwer, auf eine Person zuzugehen. Ich weiß, ich sollte den ersten Schritt machen, aber wie? Ich habe Angst, mich zu blamieren. In Small-Talks mache ich grammatikalische Versprecher, zittere und kann nicht mehr klardenken. Ein Horror. Aber ich würde es ihr gerne sagen... Ich habe ihr schon zwei Lieder komponiert und sie auch beide eingespielt, aber sie hat sie bis heute noch nicht gehört. Ein (Liebes-)Gedicht hab ihr auch verfasst, doch bekommen hat sie es nie. Meine Befürchtung ist, wenn ich ihr die zwei Lieder schicke und sage, dass sie ihr gewidmet sind, habe ich Angst, dass es lächerlich enden wird. Vielleicht mag sie sie nicht. Ich bin kein sehr guter Komponist, gebe ich offen zu, ich habe Angst, das Gespött dann zu werden, denn ich kann mir denken, dass die anderen so einen "Liebesbeweis" für..altmodisch oder so finden werden. Und Liebesgedichte werden doch von den anderen immer lächerlich aufgenommen. Es werden Witze gemacht und so Zeugs. Davor habe ich mächtig Angst. Und sie alleine treffen geht nicht, es sind immer Freundinnen um sie herum.

In der Klasse bin ich eigentlich sehr gut aufgenommen (sie wurden von meinem Autismus unterrichtet, das ist keine Selbstverständlichkeit, in anderen Schulen hatte ich sehr soziale Probleme). Ja, ich wirke auf meine Klassenkameraden etwas seltsam, ich habe einen "seltsamen" Musikgeschmack und drücke mich auf schriftlicher Ebene halt etwas anders aus, aber ich hoffe, das hat keine Auswirkungen auf sie. Ich weiß nicht, wie sie über mich denkt. Um es auf den Punkt zu bringen - ich weiß nicht, wie es sagen soll, und ob. Ich habe noch nie ein Mädchen geküsst und würde es nicht in der Öffentlichkeit tun wollen - sicher auch ein Negativpunkt für die Beziehung. Ich weiß nicht, was ich machen soll.

Ihr die Lieder und das Gedicht einfach per Mail zukommen lassen? Ich weiß nicht, für einige mag so eine Situation zwar locker sein, für mich ist sie unbeschreiblich schwer...

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Wie Lernen lernen? Und wie besser im Unterricht mitmachen?

Ich habe noch nie richtig gelernt. Ich habe Asperger Autismus, und früher als Kind habe ich sehr viel gelesen. Dadurch hatte ich schon immer eine gute Allgemeinbildung. Jetzt mit 20 kann ich keine Bücher mehr lesen, weil ich ständig abgelenkt werde, oder meine Konzentration mega mies ist.

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Zudem ist es oft so, dass ich im Unterricht unmotiviert bin. D.h. ich träume aus dem Fenster, höre zwar zu und speichere die Infos komischerweise relativ gut ab, aber zermartere mir nebenbei den Kopf über komplexere Themen, wie Ökonomie, Politik, Psychologie usw.

Ich habe eben oft nicht den Drang zu strecken. Dann gibt es meist nicht ganz so gute mündliche Noten. Oft sind mir die Themen eben zu banal, oder zu langweilig...Obwohl ich die Antwort weiß, strecke ich nicht, weil es mir zu lächerlich einfach ist. Wenn dann der Rest der Klasse doch nicht drauf kommt sag ich eben die Antwort...Aber das ist ja auch nicht die Lösung.

Wie könnte man dieses Thema verbessern?

Ich hoffe ihr habt für beide Themen gute Ratschläge, die so einem ultra extremen Faulbär, wie mir auch helfen können :)

MFG XPrometheusX

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