Frage an die Organspende-Gegner?

19 Antworten

Für viele ist der Tod eine Glaubensfrage, ebenso die Organspende bzw. die Annahme einer solchen Spende.

Zudem ist Deutschland ein freies Land und niemand kann zu einer Organspende zwingen, es sollte auch keine Änderung am bestehendem System stattfinden in dem ohne Widerspruch eine Organspende möglich ist. Ich erachte es als falsch die Hinterbliebenden um eine Organspende des Verstorbenen zu bitten, das ist eine Entscheidung die der Verstorbene selbst treffen muss. Ich würde z.B. niemals die Organe eines meiner Familienmitglieder zur Spende freigeben, nicht weil ich egoistisch bin und niemanden ein neues Leben mit diesen Organen gönne, sondern weil ich die Totenruhe respektiere und niemals diese Entscheidung für jemand anderen treffen möchte noch könnte.

Es ist der falsche Weg die Menschen mit Umwegen zu einer solchen Spende zu zwingen, es braucht andere Wege. Natürlich ist er Mangel an Spenderorganen ein Problem und führt dazu das Menschen sterben die gerettet hätten werden können. Niemand sollte dazu gezwungen werden seine Organe spenden zu müssen nur weil er zu Lebzeiten nicht gewusst hat das er einen Widerspruch einlegen muss um dies zu verhindern.

Wenn man diese Problematik angreifen möchte ist der erste Weg die Aufklärung, nicht der Zwang zur Spende. Die Krankenkassen müssten mit dem Staat zusammenarbeiten und Kampagnen entwickeln die dieses Thema näher ans Volk bringen, ebenso die Dringlichkeit hervorheben.

Jedem ist es selbst überlassen wie er mit seinem Körper umgeht, das gilt zu Lebzeiten wie auch im Tod. Jemanden deshalb zu verurteilen keine Organe spenden zu wollen erachte ich als falsch.

Aktuell muss man als Organspender einen Pass besorgen und diesen dann immer bei sich führen. Dieser Pass besteht aus Papier und ist also immer nach 2 Jahren kaputt. Also muss man alle 2 Jahre sich solch einen Pass besorgen, nur weil man anderen Menschen helfen möchte. Da ist es einfacher, wenn sich die Nicht-Spender kostenlos in ein System eintragen lassen. (Ist übrigens nahezu überall in der EU die Regel - aus dem Grund soll es auch in Deutschland eingeführt werden).

Die Totenruhe berücksichtige ich natürlich auch. Ich könnte niemals die Organe meiner Mutter spenden, auch wenn sie es gewollt hätte, sowas gehört sich nicht. Und wer aus religiösen Gründen nicht spendet, der darf aus religiösen Gründen auch keine Spende bekommen das akzeptiere ich ja auch.

@chillfactor123

Worüber wir uns einig sein können ist das es ein System benötigt in welchem die Daten dauerhaft gespeichert sind. (Auf Wunsch dann natürlich nicht mehr).

Ganz einfach gesagt legt man einfach eine Datenbank an und trägt dort die Personen ein, alle notwendigen Informationen mit hinterlegt.

Jetzt meine Frage:

Wieso sollte man diejenigen in ein System eintragen die NICHT spenden wollen und die Spender nicht? Ist es nicht einfacher eine Datenbank zu pflegen in welcher weniger Einträge vorhanden sind, nicht zu vergessen die enormen Datenmengen die auf großen Servern hinterlegt werden müssen die zusätzliche Kosten verursachen je größer sie werden?

Diejenigen die bereit sind ihre Organe zu spenden in eine solche Datenbank zu hinterlegen ist logistisch wie auch wirtschaftlich deutlich effizienter. Zudem kann in eine solche Datenbank hinterlegt werden welche Eigenschaften der Spender mit bringt.

Dreht man das ganze um muss eine riesige Datenbank gepflegt werden in welcher jeder Eingetragen wird der nicht spenden möchte, das ergibt in meinen Augen einfach keinen Sinn. Da ist es deutlich einfacher die Spender in diese Datenbank einzutragen und das System darauf umzustellen das man z.B. auf dem Personalausweis einen Hinweis aufgedruckt bekommt welcher auf die Spende hinweist, damit wissen z.B. Ärzte schneller bescheid und haben alle Infos direkt vor Ort.

Also nochmal kurz gesagt:

Eine Datenbank zu erstellen in welcher alle Spender eingetragen sind = Sinnvoll.

Eine Datenbank zu erstellen in welcher alle Nicht-Spender eingetragen sind = Unsinnig.

Ich respektiere jeden der bereit ist nach seinem Ableben seine Organe zu spenden, gleichzeitig muss ich aber auch sagen das ich es nicht akzeptiere wenn der Staat eine art Zwang daraus macht. Ich finde es gut das sich der Staat dafür einsetzt und sich Gedanken darüber macht, gleichzeitig kann ich es aber nicht für gut heißen das alle, die nicht spenden wollen, gezwungen sind sich in ein System eintragen zu lassen welches eine "Nicht-Spende" bestätigt.

Denken wir einfach einen Schritt weiter:

Was ist wenn jemand in diesem System als Nicht-Spender eingetragen ist, irgendjemand aber auf die dumme Idee kommt das ganze einfach zu ändern und ihm zum Spender zu machen? Dann werden dem verstorbenen die Organe entnommen obwohl er es nicht wollte.

Klar, das ist jetzt etwas 'krass' gedacht, man darf aber nicht vergessen das dass schwächste Glied in jedem noch so sicheren System nachwievor der Mensch ist.

Das lässt sich vermeiden in dem einfach nur diejenigen in ein System eingetragen werden die auch bereit sind zu spenden, alle anderen die nicht spenden möchten brauchen sich um nichts weiter kümmern und können sich sicher sein das die Organe da bleiben wo sie es möchten.

Soweit ich es herauslesen kann bist du selbst Spender und setzt dich für die Spenden und das System ein. Das respektiere ich, aber...

Beim Beispiel deiner Mutter, du sagst du könntest die Organe deiner Mutter nicht zur Spende freigeben, obwohl sie es gewollt hätte, aus dem Grund weil es sich nicht gehört.

Nun, hier scheiden sich wohl die Geister. Was ist richtig, was ist falsch. In deiner ursprünglichen Frage schreibst du, warum nach dem Leben noch ein Egoist sein (wenn man die Organe dann ja eh nicht mehr braucht), wenn man schon im Leben ein Egoist war.

Was ist egoistisch gedacht? Die Spende deiner Mutter zurückzuhalten obwohl sie es gewollt hätte oder von Anfang an zu sagen das man nicht spenden möchte? Wo zieht man eine Grenze beim Spenden und wie weit ist man bereit zu gehen.

Ich möchte dich damit nicht angreifen, aber jede Münze hat nunmal zwei Seiten.

Ich könnte hier eine ganze Reihe von Gründen aufzählen, warum ich der Transplantationsmedizin kritisch gegenüber stehe; angefangen von dem Umstand, dass den "Toten" während der Organentnahme ein Muskelrelaxanz und manchmal auch ein Narkotikum verabreicht wird bishin zu der Tatsache, dass es bei der Feststellung des Hirntodes auch schon zu nachweislichen Fehlern kam.

Der Hauptgrund ist aber folgender: Politisch und juristisch haben sich diejenigen, die Transplantationen durchführen und/oder befürworten, auf eine Definition von Tod geeinigt. Das ist ähnlich zu sehen wie bei der Einigung auf bestimmte Grenzwerte für Schadstoffe. "Man" einigt sich und erwartet, dass der rest der Menschen das so hinnimmt.

Gerade in der Intensiv- und Transplantationsmedizin geht es leider um sehr viel Geld und es sind dabei durchaus zwei gegensätzliche Standpunkte zu beobachten. Einerseits verweigert man zahlreichen Menschen, die eigentlich sterben wollen, den Tod weil man sie durch Intensivmedizin am Leben erhalten kann. Dies betrifft vor allen Dingen alte Menschen. Andererseits ist man aber nur zu gerne bereit, die Maschinen abzuschalten sobald sich eine lukrativere Einnahmequelle dank Transplantation bietet. Das ist unethisch und lässt zumindest den Verdacht zu, dass "man" bei der Definition des Todes seine finanziellen Interessen im Blick hatte.

Das Hauptproblem dabei ist, dass niemand, der diese Definition aufgestellt hat, selber davon betroffen war und somit aus eigener Erfahrung sprechen kann. Man nimmt lediglich an, dass der Patient wirklich tot ist, bzw. man nimmt es nicht einmal wirklich an, sondern gibt es an, denn wenn man es annehmen würde, bräuchte man nichts um den Toten bei der Organentnahme ruhig zu stellen.

Es wird immer noch zuviel Schindluder mit den Organen betrieben und ich bin nicht bereit meine Organe für irgendwelche Machenschaften zur Verfügung zu stellen.

Ich bin Lebendspender einer Niere und ich denke, mein Kontingent an Hilfsbereitschaft ist damit erschöpft. Außerdem wird man in der Nachsorge doch ziemlich allein gelassen.

Die Krankenkasse ziehen sich doch sehr aus der Verantwortung.

Ich habe eine Patientenverfügung und darin ist alles geregelt.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Das ist Deine Meinung und Du darfst auch von mir aus alle Deine Organe spenden.

Aber bitte überlass' anderen die freie Entscheidung, ob sie ihre Organe spenden wollen oder nicht und urteile nicht über sie - das steht Dir nicht zu.

Ich finde es schlimm genug, dass ich mir im Vorfeld überhaupt darüber Gedanken machen soll. - Habe ich eine Glaskugel, was geschehen wird in der Zukunft? - Ich möchte darüber nicht nachdenken müssen und mich in irgendeiner Weise festlegen müssen.

Besser wäre es, die Stammzellenforschung würde vorangetrieben werden, dass dann in Zukunft alle Organe aus den eigenen Stammzellen gezüchtet werden könnten - die wären dann auch kompatibel mit dem eigenen Körper und es gäbe keine Abstoßungen mehr.

Teilweise können schon Organe nachgezüchtet werden aus den eigenen Stammzellen - warum hört man nichts mehr davon?

Hat da vielleicht die Organ-Mafia ihre Finger im Spiel?

Nach seinem Tod kann man mit seinen Organen sowieso nichts mehr anfangen, also warum selbst nach dem Tod noch ein Egoist sein

man ist nur hirntot...

für die Angehörigen erscheint der Körper noch lebendig, weil er warm ist, das Herz schlägt und sich der Brustkorb hebt und senkt

für die Angehörigen ist es eine Zumutung so Abschied von einem geliebten Menschen zu nehmen!

und wer bekommt die Organe? was ist das für ein Mensch? ein guter, der für andere ein Segen ist? steht das irgendwo verlässlich Schwarz auf Weiß?! was, wenn der Organempfänger ein Leben führt, mit dem man selbst gar nicht einverstanden ist?!

ich finde deinen Text ziemlich hetzerisch und überheblich

Eben. Am Ende spendet man dem Massenmörder ein Organ, der beim Amoklauf von der Polizei angeschossen wurde.

Nein, danke.

Vielleicht sogar derjenige, der vom Amokläufer erschossen wurde ...

Hirntod heißt man ist tot. Die lebenserhaltenden Systeme (Herz-Lungen-Maschine) werden so oder so früher oder später abgeschaltet und wenn diese abgeschaltet wird, werden die Organe entnommen.

Und wieviele Menschen in unserer Bevölkerung sind Massenmörder? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit bitte, dass man einem Massenmörder oder sonst wem sein Herz spendet?

Viele Menschen sind nach einer Transplantation nicht mehr die selben. Sie stellen ihre komplette Lebensweise um, weil sie merken wie kostbar jede sekunde ihres Lebens ist!

Mal anders herum gefragt für den Fall, dass du mal krank wirst und ein neues Herz brauchst: woher willst du wissen ob das Herz nicht von einem Massenmörder stammt? Möchtest du ein Herz von einem Massenmörder bekommen? Mir ist das egal, mir geht es um das Leben!

@chillfactor123
Die lebenserhaltenden Systeme (Herz-Lungen-Maschine) werden so oder so früher oder später abgeschaltet und wenn diese abgeschaltet wird, werden die Organe entnommen.

ach, echt jetzt...?

von wem werden die Organe genommen?

von einem vorher völlig gesunden Menschen, der plötzlich und unerwartet hirntot wird

was macht das mit den Angehörigen? was macht es mit den Angehörigen, sich nicht von einer kalten Leiche zu verabschieden, sondern von einem noch warmem Körper, den man den Hirntod nicht ansieht?! ist der Mensch WIRKLICH hirntot? wer kann das als Laie kontrollieren?

und es geht nicht nur um Massenmörder, es geht um Bordellbesucher, um Fremdgeher, Menschen die andere sexuell oder psychisch missbrauchen, Menschen, die körperliche Gewalt anwenden, Narzissten, Egoisten...

WER garantiert mir, dass ein Organempfänger nach MEINEN persönlichen Moralvorstellungen handeln wird?! NIEMAND

WER garantiert mir, dass der Organempfänger für alle Menschen ein Segen sein wird?! NIEMAND

@Schrumpfer

ja und? Beschwere dich doch hinterher!

Was ist, wenn der Empfänger Musik gehört hat, die ich nicht leiden kann?
Mein Kind kriegt kein Organ von jemandem, der Borussia Dortmund Fan war.

Wie viele hypothetische Baustellen willst du dir noch ausdenken?

Meine Güte!

@shagdalbran

willst du mich veralbern?!

was haben Verhaltensweisen, die anderen Menschen oder Tieren massiv schaden, mit dem Musikgeschmack zu tun?!

sorry, du hast es offenbar nicht kapiert...

@Schrumpfer

Narzissten, Egoisten? Wo willst du die Grenze ziehen? Bordellbesucher? Huuuch - welche Abscheulichkeit! Borussia-Anhänger? An die Wand mit denen! Rap-Musik Hörer? Abschaum!

Es gibt auch noch andere Wertevorstellungen als deine. Ich wollte es nur karikieren. Aber gut! Dann lass bleiben mit dem Ausweis!

Es könnte ja ein Säufer deine Leber kriegen.

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