ESBL Hygienemaßnahmen im Altersheim

2 Antworten

Was es gibt es da noch viel zu ergänzen .... es ist leider sehr oft so dass in Pflegeheimen vollkommen unzureichende Hygienemaßnahmen getroffen werden. Dies sind nicht umsonst Brutstätten von MRSA, ESBL, VRE oder anderen zT 3oder 4MRGN Erregern.

Wenn die Stationsleitung bzw. die PDL nicht auf euch eingeht, oder es nichtmal versteht würde ich mir einfach Sterillium von Bode (oder ein anderes bakterizides Händedesinfektionsmittel) in der Apotheke kaufen und mir die Hände nach dem Besuch gründlich desinfizieren! Dem gesunden Erwachsenen macht der Keim recht wenig aus, immungeschwächten Menschen kann er aber durchaus gefährlich werden! Desinfiziert eure Hände lieber ;)

Liebe Grüße

Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) sind seit langem verbreitet und Ursache für eine schwer zu beziffernde, aber sicherlich erhebliche Zahl von Todesfällen. Die Ausbreitung von Resistenzen vollzieht sich in der Regel nicht explosiv, sondern allmählich.

Die weitere Verbreitung solcher Erreger könne dann durch gezielte Hygiene in den Kliniken und eine abgestimmte Antibiotikatherapie "wirksam begrenzt und verhindert werden".

Bezüglich der Wirksamkeit unserer Desinfektionsmittel besteht nach heutigem Stand keinerlei Wirksamkeitseinschränkungen. Der richtige Einsatz von Desinfektionsmittel ist ein Teil der Strategie im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen.

ESBL sind eine Gruppe von meist Darmbakterien, die verschiedene Resistenzen ausgebildet haben, allerdings nicht gegen unsere Desinfektionsmittel. Alle Desinfektionsmittel können mit den bakteriziden Einwirkzeiten genutzt werden. Grundsätzlich sind sämtliche vorgesehenen Hygienemaßnahmen einzuhalten. Dazu gehört die Händehygiene, Schutzkleidung etc. Die Hygienemaßnahmen sind allerdings genauestens zu beachten und umzusetzen. Darüber hinausgehende Maßnahmen entsprechen dem Vorgehen bei MRSA und sind im Folgenden zusammengefasst:

ESBL steht als Abkürzung für eine bestimmte Form der erweiterten Resistenz gegenüber Antibiotika bei Bakterien. Im Unterschied zu den bisher bei uns häufiger anzutreffenden grampositiven MRSA und VRE handelt es sich bei den ESBL-bildenden Bakterien um gramnegative Keime, sogenannte Enterobakterien, die originär im menschlichen Darm als Normalflora angesiedelt sind. Sie sind, wie auch MRSA und VRE, keine obligaten Infektionserreger.

Verschiedene Untersuchungen zur Übertragungswahrscheinlichkeit der ESBL-Bildner haben gezeigt, dass sie sehr viel schwieriger auf andere Personen übertragen werden als MRSA oder VRE. Entsprechend ihrer ursprünglichen Herkunft, dem menschlichen Darm, sind Kontaminationen beim Umgang mit Fäkalien am wahrscheinlichsten. Dennoch können sich die Keime, insbesondere bei bettlägerigen Patienten, auch an anderen (Körper-) Stellen aufhalten.

Erreger Enterobakteriaceae ( z.B. Klebsiella spp., Proteus spp., E. coli, E. cloacae ) mit Resistenzentwicklung gegen ß-Laktam-Antibiotika einschließlich Breitband-Cephalosporine und Monobactame. Infektionsquelle Infizierter Patient, Keimträger (meist im Stuhl bzw. anogenitalen Bereich, Urin; selten Atemwege) Übertragung Schmier- und Kontaktinfektion: Übertragung erfolgt überwiegend über kontaminierte Hände, in Einzelfällen ausgehend von Flächen in der Umgebung des Patienten. Aerosole können nicht ausgeschlossen werden (z.B. bei Absaugung besiedelter Atemwege). Direkter und indirekter Kontakt mit Stuhl, infizierten Wunden, erregerhaltigen Sekreten (Hände, kontaminierte Gegenstände wie z.B. Steckbecken, Wäsche, Stethoskop, Pflegeutensilien) für das Zimmer ausreichend.

Maßnahmen (Auszug):

Personalbezogene Maßnahmen

Eine hygienische Händedesinfektion ist vor Betreten und beim Verlassen des Zimmers sowie nach jeder Manipulation am Patienten/Bewohner durchzuführen.

Bei direktem Patienten-/ Bewohnerkontakt ist ein gesonderter Schutzkittel zu tragen (Schutzkittel verbleiben im Zimmer und werden pro Schicht gewechselt).

Bei direktem Patienten-/ Bewohnerkontakt sind zusätzlich Handschuhe zu verwenden; nach dem Ausziehen ist ebenfalls eine hygienische Händedesinfektion durchzuführen.

Dokumentation, z.B. Pflegeakte  (ESBL Vermerk).

Die Flächendesinfektion ist wie üblich durchzuführen. Auf die Notwendigkeit der Verwendung frischer Desinfektionsutensilien pro Patienten-/ Bewohnerzimmer wird verwiesen. Tücher, und Mops sind direkt zu verwerfen (Entsorgung/Aufbereitung).

Möglichst Einwegutensilien verwenden.

Routineentsorgung der Abfälle (gemäß dem Abfallentsorgungskonzept).

Routineentsorgung von Wäsche und Geschirr. Bei Verlegung: nachfolgenden Wohnbereich/Station/Klinik informieren.

Bei der Pflegedienstleitung nachfragen warum in dieser Institution keine Interventionen bez. ESBL getroffen werden!!! ganz wichtig kritisch hinterfragen!!!

@Prada3

Super, vielen Dank für die ausführliche Erklärung.

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