Erkennen Kinder im Vorschul Alter den Unterschied zwischen Erwachsenen und Kind?

5 Antworten

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Im Kindergartenalter haben Kinder in der Regel noch eine völlig andere Wahrnehmung von Zeit als beispielsweise ein Schulkind oder ein Erwachsener.

2 Stunden können ewig erscheinen... oder nur ganz kurz. Bis nächste Woche dauert es eine halbe Ewigkeit... und Ostern ist noch weit weit entfernt.

Ein Schulkind und ein Erwachsener haben dagegen schon einen strukturierten Tagesablauf der sich in bestimmte Zeiten einteilt (wann muss man aufstehen, um wieviel Uhr verlässt man das Haus, um soundsoviel Uhr ist Frühstückspause, um soviel Uhr kommt man nach Hause, um X Uhr läuft die Lieblingsserie, um soundsoviel Uhr gehts ins Bett... Montag bis Freitag ist Schule/ Arbeit, das Wochenende erscheint so kurz.....). Dadurch wirkt jede Woche sehr kurz und die Wochen rinnen nur so dahin. Eben war noch Weihnachten, bald ist schon wieder Ostern.

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Schule und Zeiträume:

"Schule".... das ist der Ort an den die großen Kinder gehen "dürfen". Sie dürfen dort schreiben und lesen lernen. Schulkinder werden von Kindergartenkindern bestaunt und bewundert. Denn sie können selbst lesen, müssen nicht warten bis ihnen vorgelesen wird. Sie wissen sooooo viel und können alle Namen aufschreiben die ihnen gesagt werden. .... Das als Zusammenfassung dessen was mein Nachwuchs im Kindergartenalter an Schulkindern bewunderte.

Entsprechend freuen sich die meisten Kindergartenkinder schon auf den Schulstart. Sie "gehören dann zu den großen Kindern" wenn es "endlich" losgeht. Wie lange man dann in die Schule geht (pro Tag bzw. wieviele Jahre am Stück)... das ist wieder diese Sache mit der Wahrnehmung von Zeitabschnitten. Hat ein Kindergartenkind ältere Geschwister die bereits in die Schule gehen, dann bekommt es das so in etwa täglich mit und lernt sich daran zu orientieren. Hat ein Kindergartenkind keine älteren Geschwister bleibt der Faktor "Wie lange muss man in die Schule, wie viele Stunden täglich/ wieviele Jahre" noch im Dunkeln verborgen. Es ist dann noch ein nicht erfassbarer Gedanke.

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Unterscheidung allgemein:

Bei der Wahrnehmung von Geschlechtszugehörigkeit ist es bei Kindern im Kindergartenalter "so eine Sache für sich". Je nach familiärem Umfeld, je nachdem was ihnen vorgelebt und erzählt wird, prägt sich in ihnen (vorerst) ein Bild ein "wie etwas zu sein hat". Die Haarlänge, die Kleidungsfarbe sind Kriterien an denen sie sich dann festhalten um einzuordnen "der Mensch ist ein Junge - der Mensch ist ein Mädchen".

Entsprechend irritierend kann es dann sein wenn ein kurzhaariges Mädchen oder ein langhaariger Junge vor ihnen steht. Noch dazu wenn die Kleidungsfarbe/ Kleidungsart von dem abweicht was sie (durch Erzählungen etc) beigebracht bekamen.

Dies kann sich durchaus noch bis ins Grundschulalter hinein ziehen.

Beispiel: Ich war Betreuerin auf einer Stadtranderholung, eingeteilt im Zelt für die Jüngsten (Grundschulalter). Eines der Kinder sagte eines Tages zu mir: "Warum heißt du X? Das ist doch ein Mädchenname - du bist aber doch ein Junge!". Ich war irritiert und fragte genauer nach. Antwort: "Du trägst immer nur Jeans und Turnschuhe und solche Tshirts und du hast keinen Busen. Frauen haben aber große Brüste - nur Männer nicht".

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Unterscheidung Kind - Erwachsener:

Orientierung anhand der Körpergröße und Stimmlage.

Je nach Kind kann aber auch noch der eine oder andere wahrgenommene Faktor mit einflißen.

Zusätzlich kommt es darauf an wie ein Kind die andere Person grade im Allgemeinen erlebt.

Mein damaliger Partner und ich waren auf einer Feier eingeladen. Ich gesellte mich zu den Gastgebern. Er sah den kleinen Sohn der Gastgeber in einer Ecke spielen, setzte sich umgehend dazu und begann mitzuspielen. Er wurde von dem Jungen als gleichwertiger Spielpartner wahrgenommen. Zwar ein "etwas zu groß geratener" Spielpartner.... aber so wie sich dieser "große fremde Junge" gab konnte es einfach kein Erwachsener sein.

Als junger Praktikant im Kindergartenbereich befindet man sich oft gezwungenermaßen genau mittig zwischen "Das ist ein Kind, ein ebenbürtiger Spielpartner mit dem man genauso umgehen kann wie mit anderen Kindern" und "Das ist ein Erwachsener, ihn muss ich ebenso behandeln und respektieren wie andere Erwachsene... wenn der was sagt dann passiert das auch so".

Je nachdem wie sich dieser junge Praktikant dann allgemein oder während eines Spieles verhält, wird er dann gedanklich in die eine oder in die andere Kategorie verschoben.... oder bleibt irgendwo dazwischen und wird mal so und mal so wahrgenommen/ behandelt durch das Kind.

Manchmal spielen die Kinder mit mir, als wäre ich selbst noch ein Kind. Ein Kind fragte mich: bist du noch ein Kind? Darauf hin hab ich gesagt: Nein, aber ich spiele gerne mit Kindern. Darauf hin hat sich das Kind gefreut, dass ein Erwachsener mit Kindern spielt.

Einmal hat ein Kind alleine gespielt. Ich hab mich dazu gesessen. Das Kind hat mich gar nicht wahrgenommen. Sagt nicht mal Hallo zu mir, vermutlich, weil es mich nicht wahrgenommen hat. Ich hatte dann Pause. War draußen vor der Kita und das Kind wurde abgeholt. Wir waren da vor 5 Minuten beim Essen. Plötzlich sagt das Kind: hi XY. Ich hab mich natürlich gewundert

Bei dieser Autoritätsschwäche heutzutage kann man auch wirklich meinen sie wissen es nicht. Wenn ein Riese vor ihnen steht,sie ehrfurchtsvoll nach oben blicken,ja dann denke ich schon sie erkennen den Unterschied ;-) Die Schule muss man ihnen schon erklären,darum gibt es auch wohl diese Vorschule. Gott,wie hat die Zeit sich verwandelt. Im Grundschulalter machten wir Doktorspiele zuhause oder sonstwo,heute werden sie in der Grundschule aufgeklärt. Was früher zur normalen Entwicklung gehörte,ist heute Pervers oder Mißhandlung. Jedenfalls so ähnlich.....

Ich denke die Kinder unterscheiden es anhand der Größe und dem Auftreten.

Mein Sohn dachte damals, er geht durch die Schule und kommt schlau wieder raus. Er war völlig entsetzt, als wir ihm erklärten, dass er jetzt die nächsten 13 Jahre dort täglich erscheinen muss.

Du hast dein Sohn zum Abi gezwungen?????

@kev111

Das kann man nicht. Er ist sogar noch länger gegangen, wenn man die Berufsschule dazu rechnet. Nächstes Jahr macht er noch den Fachwirt. Den sponsert sein Arbeitgeber. Es kommen die Jährchen nach und nach zusammen.

Natürlich erkennen sie den Unterschied mein Sohn hat mir erzählt das er früher sogar Angst vor erwachsenen hatte.

Das merken die einfach. Weil Mama und Papa auch schon gross sind.

Ich hätte gerne eine Antwort bezüglich der Frage

@kev111

Mama und Papa sind auch gross da Mama und Papa die Eltern sind erkennen die dadurch die Erwachsenen. Bzw lernen die das im Normalfall durch die Eltern. <===Langfassung meiner vorherigem Antwort.

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