Entgeldfortzahlung, gleiche Diagnose oder Krakengeld?

1 Antwort

Danach ging ich für mehr als 6 Monate wieder arbeiten.

Du hast wieder Anspruch auf Lohnfortzahlung (Entgeltfortzahlung) für 6 Wochen nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG § 3 "Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall" Abs. 1 Satz 2 Nr. 1.

Dieser Anspruch entsteht wieder, wenn Du nach dem Ende der 1. Erkrankung mindestens 6 Monate nicht wieder mit der gleichen Erkrankung arbeitsunfähig wirst; und das ist bei Dir der Fall.

Der 2. Grund, weshalb der Anspruch wieder entstehen kann, ist dann gegeben, wenn seit dem Beginn der 1. Erkrankung und der erneuten gleichen Erkrankung 12 Monate vergangen sind; in diesem Fall müssen als zwischen dem Ende der 1. und dem Beginn der 2. gleichen Erkrankung keine 6 Monate verstrichen sein: dann kann die Frist auch kürzer sein (Abs. 1 Satz 2 Nr. 2).

Der entsprechende Paragraph (Abs. 1 Satz 2) lautet:

Wird der Arbeitnehmer infolge derselben Krankheit erneut arbeitsunfähig, so verliert er wegen der erneuten Arbeitsunfähigkeit den Anspruch nach Satz 1 für einen weiteren Zeitraum von höchstens sechs Wochen nicht, wenn

1. er vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit mindestens sechs Monate nicht infolge derselben Krankheit arbeitsunfähig war oder

2.seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit infolge derselben Krankheit eine Frist von zwölf Monaten abgelaufen ist.


Lohnfortzahlung im Krankheitsfall - knifflig?

Nach §4 EntgFG bekommt der Arbeitnehmer im Krankheitsfall 6 Wochen lang weiter Gehalt vom Arbeitgeber, danach Krankengeld von der Krankenkasse.

Soweit klar!

Jetzt der knifflige Teil:

Der 6 Wochen Zeitraum endet meist nicht zum Monatsende, sondern an irgend einem Tag mitten im Monat. Jetzt muss der Arbeitgeber das Gehalt für den Monat, in dem die 6 Wochen enden, ja anteilig runter rechnen.

Angenommen die 6 Wochen Frist begann am Montag d. 28.11.2016 dann endet sie folglich am Sonntag d. 8.1.2017

Ab Montag, d. 9.1. bezieht der Arbeitnehmer Krankengeld von der Krankenkasse.

Wie berechnet sich das Gehalt für Januar anteilig bis zum 8.1.?

Sind es a) 8 von 31 Tagen des Monats? Also 0,258 des Monatsgehalts?

oder b) 5 von 22 Werktagen, an denen der Arbeitgeber normalerweise arbeitet? also 0,227 des Monatsgehalts.

Die Frage ist also, ob Wochentage, an denen der Arbeitnehmer eh nicht gearbeitet hätte, wenn er gesund gewesen wäre, auch mit in die anteilige Monatssplittung einfließen.

Noch gravierender wirkt sich die Art der Berechnung aus, wenn ein Arbeitnehmer einen unregelmäßigen Schichtplan hat und jeden Monat eine ganze Woche komplett frei hat. Macht es dann einen Unterschied, ob die freie Woche noch vor oder erst nach Ablauf der 6 Wochen Frist liegt?

Und wie ist es, wenn der Arbeitnehmer an verschiedenen Tagen gewohnheitsmäßig unterschiedlich lange Schichten hat. Wird die Splittung des Monatsgehalts dann exakt stundenweise runtergerechnet?

Angenommen der Arbeitnehmer hätte bis zum 8.1. Montag bis Samstag normalerweise je 8h gearbeitet, sind 48h. Angenommen der Dienstplan hätte vorgesehen, dass er an den übrigen tagen des Monats für gewöhnlich viel weniger arbeitet, also beispielsweise die erste Woche voll und drei Wochen lang immer nur Mittwochs 8h. Dann käme er für den gesamten Rest des Monats nur auf 24h. Stehen ihm dann bis zum 8.1. tatsächlich zwei Drittel seines Monatsgehalts zu, obwohl er nur ein Viertel des Monats Entgeldfortzahlung bekommt?

Der reine Gesetzestext sagt hierzu leider nichts.

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