EHEC - Frage!

5 Antworten

Hi CakeThe Cup,Coli-Bakterien sind gramnegative bewegliche Stäbchen,die im Dickdarm als Saprophyt leben und dort harmlos sind.Zb durch falsche Reinigung des Anus bach dem Stuhlgang gelangen dese Bakterien mit dem Stuhl in die Scheide der Frau und verursachen Harnwegsinfekte,die bis ins Nierenbecken aufsteigen können und eine Nierenbeckenentzündung bewirken können.Es gibt verschiedene Stämme-Du hastsie genannt,die dyspeptische Beschwerden verursachen können,falls die Abwehrlage des Pat.sich schwächt.Diese Art Beschwerden finden sich,wenn Coli in den Dünndarm geraten.Wie Du Sagt sind es von den Coli produzierte Toxine,die die Symptome verursachen.LG Sto

Eine Magen-Darm-Grippe ist ein Begriff, der für EHEC nicht zutrifft, weil bei einer "Grippe" immer Viren als Erreger infrage kommen, EHEC-Bakterien aber nicht. Sie sind Fäkal-Keime, die nicht nur durch Schmierinfektion, sondern auch mal im Trinkwasser vorkommen können.

hei du,

nein, wir haben in der Regel keine EHEC im Körper. Was wir im Körper haben sind die apathogenen Formen der E. coli. Diese können mutieren (eher unwahrscheinlich). In der Regel schleppen wir die Infektion mit EHEC aber von außen ein. Da in Deutschland aber die wenigsten Durchfallinfektionen dem Arzt vorgestellt werden und davon dann wieder die wenigsten genauer klinisch untersucht werden. Hat man immer ein kleines Reservoir an erkrankten Menschen, die es munter weiterverbreiten. Dazu muss man bedenken, dass nicht alle EHEC-Infektionen so schwer verlaufen wie die in 2011 in Deutschland grassierende. Außerdem sind viele Tiere mit EHEC infiziert, bei denen die Symptome nicht so schlimm sind, bzw. in der Massentierhaltung auch einfach untergehen. Deren Kot wird dann als Dünger ausgebracht und kommt so mit Lebensmitteln in Kontakt oder kommt über Schmierinfektionen auf die Nahrungsmittel (Milch). So kommt das EHEC wieder rein.

Vielleicht findest du hier noch ein paar interessante Infos für dein Referat: http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/E/EHEC/EHEC.html

Also Menschen haben keine EHEC. EHEC wird über den Dünger übertragen. Doch welche Tiere haben denn EHEC?

@CakeTheCup

Menschen haben EHEC, wenn sie krank sind und verbreiten es dann.

Tiere, die EHEC haben,gibt es mehrere. Klassisch bekannt sind in den letzten Jahren Kühe und Hühner geworden, es gibt sicher noch mehr, aber dafür müsste ich im Bakteriologiebuch nachschauen und das hab ich nicht mit auf Arbeit.

@Ostereierhase

Und woher haben die Tiere EHEC?

@CakeTheCup

hei Cake,

so einfach ist das nicht zu erklären. Du musst wissen, Colibakterien sind Anpassungstalente. Sie ändern ihre Oberflächenbeschaffenheit und dadurch können sie sich besser an ihre Umgebung anpassen. Durch Phageninfektionen können sie auch andere Bakterien-DNA aufnehmen und die in ihr Genom inkludieren. Irgendwann ist das bei EHEC mal passiert. Dadurch bildete sich aus einem ungefährlichen Escherichia coli über mehrere Schritte das EHEC und auch EHEC wandelt sich immer wieder weiter um. Der erste Infizierte hat das dann weiter gegeben und die dann Infizierten es auch wieder. Sowas ist wie ein Lauffeuer und schwer eindämmbar. Tiere stecken sich wie Menschen auch an. EHEC braucht sehr wenig Bakterien um eine Neuinfektion hervorzurufen. Der Bauer infiziert eins seiner Tiere durch Schmierinfektion (die Hände nach dem Klogang nicht gewaschen), Trinkwasser für die Tiere kann verseucht sein (in Deutschland eher unüblich). Jungtiere können sich an den dreckigen Zitzen ihrer Mütter infizieren oder sie fressen den Kot und nehmen es darüber auf. Die Boxen in der Massentierhaltung werden oftmals im Rein-Raus-Verfahren gesäubert. Das heißt, eine Gruppe Tiere kommt rein, die Treten den meisten Kot durch die Gitter, und wenn die zum Schlachten gehen, wird einmal durchgeputzt. Da reicht ein Tier um die anderen anzustecken. Bei Hühnern ist es ähnlich. Die werden auch nicht gemistet, sondern einfach immer wieder neu eingestreut. Bei sehr hohen Besatzdichten ist es dann schwierig zu merken, welches Tier krank ist. Wenn der Bauer aufmerksam ist, bekommt er mit, dass Durchfall im Bestand ist und behandelt alle Tiere (Antibiotikaresistenzprobleme....), wenn es aber einen milden Verlauf hat, kann das auch unter gehen.

Du musst dir das wie einen Waldbrand vorstellen. Irgendwann einmal ist das Escherichia mutiert (Brandherd) und von dort aus, hat er erst einmal alles angesteckt (Waldbrand breitet sich aus). Nun brennt es, bis es kein Material mehr gibt (Immunsystem springt an) oder bis jemand löschen kommt (Arztbesuch und Medikamente). Aber wenn das Grundstück weit ab liegt und der Brand ungefährtlich erscheint, kommt vielleicht keiner Löschen (Symptome sind nicht so schlimm, kein Arztbesuch) und so frisst sich das Feuer durch Funkenflug (Hände nicht gewaschen, Händeschütteln, Essen mit den Fingern) wieder fort.

@Ostereierhase

Danke, Danke, Danke :)) Jetzt hab ich es verstanden ♥♥

du hast das wort "bestimmte" in deinem absatz da aber schon gelesen, und verstanden was das bedeutet?

Ja.

es gibt diverse unterarten von colibakterien.

die einen ist unser körper gewohnt, die anderen halt nicht. (blöder vergleich: ein koch ist es gewohnt, sich in den finger zu schneiden. schneidet er sich aber in die halsschlagader....... nun ja, beides ist ein einfacher schnitt...)

der EHAC virus ist eine unterart eines virus´ , der unserem körper ganz neu ist. deswegen hat er darauf bei den meisten menschen keine passende abwehr.

Ehec ist kein virus....

@Rheinflip

stimmt, da ist mir im laufe der antwort ein fehler unterlaufen.

eingangs sprach ich auch noch von einem bacterium... nun ja, wenigstens fällt es jemandem auf!

Ist es - rein theoretisch - möglich, dass eine Tierzelle z.B. ein Cyanobakterium aufnimmt und sich Hybridarten entwickeln, welche Photosynthese durchführen?

Also wenn man die Endosymbiontentheorie zur Grundlage nimmt und eine Tierzelle jetzt ein Cyanobakterium "verschluckt", sich u.U. daraus Plastiden z.B. Chloroplasten entwickeln und das "Tier" Photosynthese betreiben kann? Also ein System, welches sich durch 2 Stoffwechselsysteme selbst versorgt? Dann hätte dieses Tier ja einen enormen evolutionären Vorteil, da es nicht auf Pflanzen Sauerstoff angewiesen ist und somit begünstigter in Sauerstoffarmen Bereichen wäre.

Was spricht dagegen?

Gerade habe ich einen Artikel über die Meeresschnecke Elysia gelesen. Wenn ich es richtig verstanden habe, "frisst" diese Schnecke Grünalgen z.B. und "verwirft" alle Bestandteile dieser, außer die Chloroplasten, welche sich im Verdauungstrakt einnisten und aktiv bleiben. Aktiv bleiben heißt ja, dass sie weiterhin Photosynthese betreiben, oder? Dazu wäre ja zuerst einmal ein Gentransfer von der DNA des Chloroplasten in den Zellkern der Tierzelle nötig, damit die Chloroplasten auch mit den jeweiligen nötigen Proteinen versorgt werden. Wie lange würde so ein Gentransfer dauern (Tage/Wochen oder evolutionstechnisch über viele, vielleicht Millionen oder Milliarden Jahre)? Bei dieser "Schnecke" wurde jedenfalls kein "Algengen" gefunden, sodass es heute noch ein Rätsel ist. Auf Wikipedia steht, dass die Schnecke ab einem gewissen Zeitpunkt den Mund zurückbildet und nur noch von den durch Chloroplasten bereitgestellten Nährstoffen überlebt. D.h., sie bildet von sich aus auch eigene "Schläuche" zur Hautoberfläche und dort eine Schicht aus Chloroplasten. Kann ein Lebewesen nur entweder autotroph oder heterotroph sein - oder geht auch beides? Könnte die Natur das ultimative Lebewesen erschaffen, welches sich selbst versorgt und einen Teil der eigenen Abfallprodukte wieder verwertet?

Wo ist mein Denkfehler bzw. meine Wissenslücke? :D

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?