Dürfen Ärzte eine AU im nachhinein austellen?

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Ja, bis zu 2 Tagen darf ein Arzt rückwirkend AU schreiben.

Das heißt aber nicht das er das muss, oder tut. Wenn der Arzt Dich gut kennt, wird er das wahrscheinlich aber machen.

Ja, bis zu 2 Tagen darf ein Arzt rückwirkend AU schreiben.

Um genau zu sein: Es sind in der Regel bis zu 3 Tagen (Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses § 5 "Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit" Abs. 3 Satz 2).

Die Richtlinien sind hier eindeutig. Ein rückwirkendes Attest darf nur im Ausnahmefall ausgestellt werden. Es darf nicht alleine auf den Aussagen des Patienten basieren, sondern muss objektiv nachvollziehbar sein, z.B. durch einen Bericht aus der Nothilfe oder durch einen Vertretungsschein vom ärztlichen Bereitschaftsdienst.
Ich persönlich lasse als Nachweis auch gelten, wenn der Patient am ersten Krankheitstag in meinerPraxis angerufen hat, um für den Folgetag einen Termin zu vereinbaren.

... oder nach der sorgfältigen Einschätzung des Arztes aufgrund der Offensichtlichkeit, dass die Erkrankung schon vor dem Besuch beim Arzt bestanden haben muss.

Vernünftig ist es, bei Arzt anzurufen, ihn mitzuteilen, dass du dermaßen schlapp bist um ihn zu besuchen und ob er Hausbesuche macht oder zumindest es vermerkt und dann einen Tag später, wenn es dir besser geht, rückwirkend krankschreibt.

Wenn für den Arzt erkennbar ist, dass es Dir gestern vermutlich deutlich schlechter ging als heute, kann er dies attestieren, muss es aber nicht.

Ja, das geht.

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