Druckausgleich im Ohr ist nicht möglich - was tun?

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ich habe zurzeit dasgleiche Problem, leider baut sich bei jeder sich anbahnenden Erkältung ein Druck auf meinen Ohren auf, der bedingt durch eine anschwellende/zuschwellende eustachische Röhre herrührt. Ist die Erkältung nach zwei Tagen so richtig ausgebrochen sind meine Ohren total dicht. Nach dem Essen und gegen Abend scheint sich der Druck zu erhöhen. Nach heftigem Schnäuzen drückt automatisch Atemluft hinter die Tubendeckel, Luft presst sich nun durch die angeschwollene Tube und verbleibt im Mittelohr, was unweigerlich zu extremen Hörverlust, teils Schwindel vor allem aber zu einer drastischen Gefühlsstörung der gesamten betroffenen Gesichtshälfte führt. Viele von Euch kennen diesen Zustand, er ist förmlich nicht auszuhalten, und der Druck bildet sich nur unzureichend nach Stunden zurück. Was ist zu tun. Auf jeden Fall einen erneuten Druckausgleich durch Nasezuhalten und Luft pressen erzeugen. Nun knackt und quietscht es richtig an der betroffenen Seite, weiterer Druck wird aufgebaut, aber dadurch öffnet sich die angeschwollene eustachische Röhre für einen Bruchteil von Sekunden und die fast komplett eingepresste Luft entweicht durch den künstlich hervor gerufenen Überdruck wieder über den Rachen. Ist das normale Hörvermögen wieder hergestellt sollte man diesen Überdruck nicht noch einmal herstellen und besser abwarten. Kortisonhalte Nasensprays und in ganz hartnäckigen Fällen ein antibiotisches Nasenspray (bewährt hat sich hier das Spray LOCABIOSOL) rezeptfrei in der Apotheke zu erhalten. Früher bekam ich meine Ohren nach spätestens 4 Tagen wieder auf, jetzt warte ich schon 9 Tage und es hat sich noch nichts getan, außer dass ich mit der beschriebenen Prozedur den Druck abbaue. Wärme auf dem betroffenen Ohr schürt nur die Schwellung und verlängert diese um die doppelte Zeit, ein Schmarn, was einem manche HNO-Ärzte da empfehlen. Wichtig ist, während einer Erkältung möglichst nicht zu fliegen, nicht mit dem ICE auf der Schnellstrecke durch Tunnel fahren (man glaubt es kaum ist aber genau so schlimm wie Starten und Landen)und es folgen viele Tunnel und auch nicht zu tauchen.

Eine Methode, die ich dann anwende, ist die Nase zuhalten und dann Druck aufbauen. Eine andere ist, den Unterkiefer ganz nach unten bewegen, dann kann sich eventuell auch der Druck ausgleichen.

Die Verbindung zwischen Ohr und Mund (Eustachische Röhre) ist wahrscheinlich entzündet und geschwollen, deshalb der Druck. Nase zuhalten und Druck im Mund aufbauen; vielleicht hilft es. Es geht von selbst wieder weg, wenn die Entzündung abheilt. Dauert aber vielleicht ein paar Tage.

Auch eine alte Frage, die noch jemandem über den Weg laufen könnte:

Wer auch immer das gleiche Problem hat: Ab zum HNO. Ich habe heute noch (6,5 Jahre danach) Langzeitfolgen dieses Problems. Der Virus, den ich mir damals bei einem Kleinkind eingefangen habe, hat meinen Hörnerv angegriffen und als Folge der ganzen Geschichte bin ich auf dem rechten Ohr hochtonschwerhörig und habe in dem Frequenzbereich, den ich nicht mehr hören kann, einen Tinnitus. 

Also, nicht mit einem solchen Thema spaßen. Vor allem beim Tinnitus ist es wichtig, schnell zu handeln.

@Girschdien: Wie wurde dass bei dir denn diagnostiziert?

Also, falls das hier noch mal jemand bei der Suche nach Hilfe liest:

Ich war gestern noch beim Notarzt, der hat festgestellt, dass nichts entzündet ist und mir Nasentropfen empfohlen, da die die (bestehende) Schwellung abklingen lassen können. Sein Rat war außerdem aussitzen. Mit der Erkältung sollte auch die Schwellung im Ohr weggehen. Alle anderen Methoden (von Extrem-Gähning bis erneut Überdruck aufbauen etc.) haben nicht geholfen. Die Nasentropfen bislang auch nicht, aber die habe ich auch erst ein paar Minuten drin (meine Apotheke hatte gestern leider schon zu, aber heute netterweise Notdienst, so dass ich das auf heute verschoben habe).

Danke an alle, die hier gute Tipps vergeben haben.

Und noch eine Ergänzung: Da am Montag das Ohr immer noch dicht war, war ich noch mal beim HNO. Der erschien mir deutlich kompetenter, als der Notarzt-HNO. Ich habe ein entzündungshemmendes Medikament bekommen, das ich jetzt 3xtgl. einnehme. Außerdem hieß es, die Schwellung würde wahrscheinlich eine Woche anhalten. So langsam wird es besser, aber weg ist es immer noch nicht.

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