Draf die AOK zur Einstufung meiner Beiträge zur Krankenversicherung Einkommensnachweise fordern?

3 Antworten

Wie denkst du denn wie die Beiträge festgelegt werden sollen? Wenn er sich nicht meldet, geht man erst mal vom Höchstsatz aus. Wenn das nicht stimmt, kann er sich ja melden. Das ist doch SEIN Problem.

Laut Gesetzgeber (und nicht nach dem Willen der Krankenkasse) ist jeder freiwillig Versicherte nach der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) versichert, also nach derzeit 3825€. Aber man darf, wenn man will, einen niedrigeren Beitrag beantragen, wenn man nachweisen kann, dass das eigene Einkommen niedriger als diese BBG ist. Hat man auf diese Nachweisführung und Antragstellung keine Lust, lässt man es eben bleiben. Und zahlt den Höchstbeitrag. So einfach!

Wenn man dann den Beitragsbescheid mit der Höchsteinstufung in den Händen hält, hat man noch genau einen Monat Zeit, das Gegenteil zu beweisen und eine einkommensabhängige Beitragseinstufung zu beantragen. Die Höchsteinstufung darf dann von der Krankenkasse rückwirkend zurückgenommen werden.

Lässt man diesen einen Monat ungenutzt verstreichen, bleibt es bei der Höchsteinstufung. Eine Änderung ist dann nur für die Zukunft möglich- wenn man denn einen Antrag stellt und die Nachweise endlich nachreicht.

Die dann aufgelaufenen Beiträge sind zu zahlen (gegebenfalls kann man eine Ratenzahlungsvereinbarung aushandeln), sie sind auch bei Nichtzahlung mahnbar und nach einem Monat weiterer Nichtzahlung vollstreckbar. Die Uni/Hochschule wird darüber informiert, dass der Student seine gesetzlichen erpflichtungen nicht eingehalten hat und erhält daraufhin seine Exmatrikulation.

Was der säumige Kumpel jetzt tun kann: Sein Einkommen nachweisen und über die aufgelaufenen Beiträge eine Ratenzahlungsvereinbarung abschließen.

Hallo,

ich danke euch vielmals für eure Unterstützung!

die Sache ist, dass

  1. er schon seit 2008 bei AOK versichert gewesen ist und seine Beiträge bis jetzt gemäß der Mindestbemessungsgrundlage also 875€ mtl. eingestuft und bezahlt worden sind. AOK gibt an, dass sie gesetzlich verpflichtet wäre * jählich* so eine Anfrage zur Ermittlung der Einnahmen durchzuführen. Bis jetzt aber werde er noch keiner von seinen Bekannten, die einen gleichen Versicherungszusatnd haben, haben so eine Anfrage erhalten.
  2. Er hat jedes Semester eine Immatrikulationsbescheinigung an AOK zugeschickt. Ich meine noch klarer kann es nicht gewesen sein, dass er immer noch ein ausländischer Student ist, und unter der Einkommenseinschränkungen für die ausländischen Studenten ((§16 AufenthG Abs. 3) liegt und mehr als ca. 800€ mtl. nicht hätte verdienen können bzw. dürfen.

3.Er kann aber problemlos eine Bescheinigung von der Uni, wo er als studentische Hilfkraft gearbeitet hat, ausstellen lassen, um zu beweisen, dass er in dem Zeitraum, wo die Rückmeldungsfristen versäumt hat und so für ihn die Beitragsbemessungsgrenze angerechnet worden ist, immer noch weniger als 800€ verdient hat.

Die Frage ist, ob es gesetzlich möglich wäre, die Beiträge trotzt seines Versäumnisses für diese 4 Monate, wo er sich aufgrund seiner Abwesenheit bei AOK nicht meden konnte, anhand dieser Verdienstbescheinigung rückwirkend auf die Mindestbemessungsgrundlage zurückzurechnen.

Danke im Voraus für eure Unterstützungen!

@EssiAns

zu 1. Die gesetzliche Krankenkasse muss tatsächlich überprüfen, ob die bereits abgegebene Einkommenserklärung auch nach einem Jahr noch aktuell ist und ob man auch noch immer eine einkommensabhängige Beitragsfestsetzung wünscht. Wünscht man selbige nicht mehr, braucht man nix zu tun, man wird nach der gesetzlichen orgabe nach BBG eingestuft.

zu2. Eine Immatrikulationsbescheinigung ist kein Einkommensnachweis, nur ein Nachweis, dass man studiert. Es gibt tatsächlich auch Studenten, die ein Einkommen über BBG haben. Insofern kann die Krankenkasse aus einer Immatrikulationsbescheinigung nicht die Einkommensverhältisse ablesen.

zu 3. Er kann für die Vergangenheit seine Einkommensverhältnisse nachweisen, er kann es aber auch bleiben lassen. Die Vergangenheit interessiert niemanden. Ist einmal der eine Monat nach Beitragsbescheid über die Höchsteinstufung ungenutzt verstrichen, bleibt es dabei. Eine Änderung ist nur zukünftig möglich.

Letztendlich ist es gesetzlich nicht möglich, sein Versäumnis ungeschehen zu machen. Er kann nur darauf hoffen, dass die Krankenkasse aus Kulanz rückwirkende Änderungen vornimmt wenn die Einkommensverhältnisse nachgewiesen werden, aber lt. gesetzlicher Vorgabe muss bzw. besser dürfte sie es gar nicht. Seine 4-monatige Ortsabwesenheit hätte ihn nicht am Antworten der Einkommensanfragen gehindert, er hätte nur der Krankenkasse seine aktuelle Anschrift mitteilen müssen bzw. einen Nachsendeauftrag bei der Post einreichen müssen.

als Versicherter hat man nicht nur Rechte sondern auch Pflichten. mit der Unterschrift, also der Willenserklärung des Versicherten, werden diese Pflichten und Rechte anerkannt.

gemäß SGB V § 206 ist die Kasse berechtigt die Einkommen schriftlich belegen zu lassen.

wer die Unterlagen nicht einreicht wird automatisch in die Höchststufe verbeitragt. dies ist ebenfalls im SGB V geregelt.

hier noch was zum Nachlesen http://www.bkk.de/arbeitgeber/neu-lexikon-sv-und-steuerrecht/?tx_bkklexikon_pi1%5Bbkkl-sub1%5D=0000004%3A263129_bv&tx_bkklexikon_pi1%5Bbkkl-sub2%5D=0000005%3A263129_bv&tx_bkklexikon_pi1%5Bbkkl-item%5D=159194

grundsätzlich gilt, wer seinen Erstwohnsitz in Deutschland hat, wird nach SGB V verbeitragt.

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