Das Leben mit Asperger

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Wo ist da eine Frage? Ich bin Autistin und irgendwie erschüttert. Mich würde es ängstigen, wenn ich ein Kind, welches mit Körperkontakt Probleme hat und diesen so gut es geht meidet, nach einer Therapie zurück bekomme und es mich umarmt. Liest sich fast wie ABA-RTherapie... grausam sowas! ich würde mir Sorgen machen, wenn mein Kind, welches nach dem Stress in der schule sich seinen Interessen gewidmet hat, plötzlich meint, mit anderen spielen zu müssen... anstatt über die Spezialinteressen zu Kompensieren.

Ritalin und Co. sind Medikamente, die notfalls bei ADHS eingesetzt werden sollten, aber selbst da wie Smarties verteilt werden. Für Autisten ist dieses Medikament weder entwickelt noch existieren andere Medikamente, die speziell auf "autistische Gehirne" zugeschnitten sind.

Dann- Autismus ist weder heil- noch therapierbar. Das, was wichtig ist für sein späteres Leben, lernt er auch ohne! Warum meinst Du, braucht er eine Therapie- bzw. warum lasst ihr euch nach der Diagnose sowas verpassen?

Mein Rat- nach einer Diagnose Fachbücher lesen, in Autismusforen Autisten selbst um Rat fragen- besonders, was die zu lesenden Fachbücher selbst angeht, da ja heute jeder Idiot Bücher veröffentlichen darf und keiner mehr den Inhalt auf Korrektheit überprüft... und dann durch eigens erworbenes wissen, was Asperger Syndrom ist oder eben nicht ist- und wie sich die Symptome und Begleiterscheinungen aufs eigene Kind auswirken, dann kann man überlegen, was man wann tut- mit dem Kind gemeinsam, wenn es alt genug ist.

Zu Deinem Text: Sind es tatsächlich seine Fortschritte, ein erwachsener autist zu werden, der selbstständig leben lernt- oder freust du dich, weil man ihm Dinge beigebracht hat, die Nichtautisten gern, freiwillig und intuitiv machen?

Sich selbst verabreden- nun, frage ihn mal, ob er es selbst will- oder ob die ihm eintherapiert haben, das er es wollen muss, weil es normal ist für andere, für gleichaltrige- oder weil es Mama glücklich macht? Frage Dein Kind mal (notfalls schriftlich, für Autisten besser), nachdem er die Wahrheit sagen darf und muss- oder eben aufschreiben- was er will. Will er sich verabreden, mit anderen spielen- oder wäre er nicht lieber stattdessen im Wald, Pilze sammeln und bestimmen, im Planetarium, in der Bibliothek oder am Programmieren oder was auch immer er liebt?

Das er Dich freiwillig in den Arm nimmt- frage auch das... denn Probleme mit körperlicher Nähe sind kennzeichnend- eine Therapie ändert nicht, dass man Körperkontakt mag, schön findet... die Reizüberflutung hört dadurch nicht auf.

Frage Dein Kind, ob es das will, ob er es mag, ob es ihm angenehm ist- oder ob er es macht, weil er glaubt, er muss. Weil du nach diesem Akt durch deine Freude ihm gegenüber netter bist als sonst, wenn er es nicht macht- und er sich, wenn er so nett behandelt werden will, Dich eben umarmt. Frage, ob er in der Therapie davon überzeugt wurde, es zu tun- oder ob er von außen- der Gesellschaft, durch filme- sich unter Druck gesetzt fühlt, es zu tun- Dich zu umarmen...

Vortschritte sind beides nicht- beides, unfreiwillig ausgeführt kann zu lebenslangen Traumata führen. Von außen direkt oder indirekt gezwungen zu werden, Kontakt zu anderen zu haben- oder, sich von andren berühren zu lassen und sie berühren zu müssen...

Wichtig ist, dass er lernt, wie man Blickkontakt faken kann, wenn man ihn nicht herstellen kann, denn für Vorstellungsgespräche braucht er das. Wie man angemessen auf den Händedruck anderer reagiert und ihn erwiedert. Regeln beim Telefonieren (Termine ausmachen usw.- wann man an der Reihe ist beim Sprechen usw.), Kompensationsstrategien und wie man Tics unterdrückt. Wie man mit Geld umgeht 8wichtig fürs spätere, selbstständige Leben), Umgang mit der Diagnose im Bezug auf andere (wem muss/kann ich es sagen und wann), Regeln des Zusammenlebens wie Ruhestörung, Hausordnung, Umgang mit Nachbarschaft...

Vieles muss ein Kind nur bedingt können, aber als erwachsener sollte er es. Mutti zu Umarmen ist hierbei unwichtig. Mütter meinen, sowas zu brauchen- warum auch immer... aber ihm bringt es nichts. Sich mit anderen zu verabreden- unwichtig. Wichtig ist, dass er später in der lage ist, Termine einzuhalten und zu erfragen.

Vieles, was Kindern antherapiert wird, ist Dressur. Nicht-Autisten-Kinder umarmen, verabreden sich und so weiter... daher therapiert man sowas Autisten an- und das ist flasch! Verhaltenstherapie oder ABA-Therapie ist grausam. Ich kenne einige, die darunter noch heute als erwachsene leiden, sich hassen, sich als falsch sehen- die kaputt gemacht wurden... sie konnten sich als Autist nie entwickeln, sich individuell anpassen- durften nie Autisten sein, weil man sie als Kind therapiert hat- aber konnten keine Nichtautuisten sein, weil sie so nie geboren wurden... Therapie macht sowas nicht.

Pass auf dein Kind auf, nicht, dass es ihm so geht wie anderen vor ihm. Lass ihn sein, wie er ist- auch wenn es bedeutet, dass er Dich nie mehr umarmt.

Hallo Tellerchen

Das ist sehr interessant was du da so schreibst.

Ich selbst bin auch asperger Autist mit AD(H)S. Meine Diagnose habe ich kurz vor den Prüfungen zum Realschulabschluss erhalten. Davor hat meine Familie auch viele Wege versucht einzuschlagen, um mich besser zu verstehen und auch "an die Umwelt" anzugleichen. Viele Wege haben nicht funktioniert, aber eine "gewisse Mischung" hat doch ganz gut geklappt und ich kann die nur weiterempfehlen:

Seit ich dre Jahre alt bin wurde ich nur noch homöopathisch behandelt. Schulmedizinische Medikamente habe ich seitdem nicht mehr gesehen.

Da ich aus dem staatlichen Kindergarten nach zwei Wochen rausgeflogen bin, musste meine Mutter natürlich einen anderen Platz für mich finden und so bin ich damals auf den Waldorfkindergarten und später auch in die Waldorfschule gekommen. DIe Erzieher / Lehrkräfte dort kennen sich zwar nicht alle mit der Thematik aus, jedoch geben sie den Kindern den notwendigen Freiraum, die enthaltenen Potentiale zu entwickeln. Viele Ansätze in Rudolf Steiners Pädagogik können, wenn sie richtig angewendet werden, doch einiges herausholen.

Des weiteren habe ich lange Zeit Heileurythmie gemacht. Eurythmie ist eine Art des Bewegungstanzes auf Musik oder gesprochenen Text. Hier lernt man, auch mit anderen, Regelstrukturen zu akzeptieren und entwickelt selbstständig Tanzfiguren auf ebendiese Texte und Melodien, teils auch mit anderen Personen. Wer die Waldorfschule besucht hat, kennt die Eurythmie, dort ist es ein Teil des Unterrichtes und die Bevölkerung kennt es oft unter dem Begriff "den eigenen Namen tanzen können"

Ausserdem habe ich seit ich 13 Jahre alt war Zeitung ausgetragen und habe mit dem so verdienten Geld Reiten gelernt.

Das war eines von meinen Interessen und lehrt Zielstrebigkeit. Nur wer die Zeitung auch austrägt, kann später auch reiten gehen. Das habe ich 4 Jahre lang so gemacht. Die Beziehung zwischen Pferd und Mensch ist da etwas wunderbares, Pferde verstehen den Menschen doch ganz anders.

Mit 16 Jahren habe ich dann den ersten selbstständigen Schritt Richtung Zivilisation und fremden Menschen gewagt und bin in das Technische Hilfswerk eingetreten. Ich habe mich schon immer sehr für Technik interessiert, nur nicht an den anderen Menschen. Hier musste ich nun beides gleichermassen lernen.

Dabei war sehr präktisch, dass ich mich technisch sehr gut auskenne, so konnte ich mir meinen Platz unter den Kameraden schnell sichern. Zwar haben sich doch viele über mich gewundert, aber hier habe ich dann gelernt, wie man Verhaltensweisen auch an andere Menschen anpassen kann. Die Kameraden sind sehr aufgeschlossen gegenüber anderen Menschen, es zählt immer das "wir" und nicht nur der einzelne. Das ist hier ein geoßer Vorteil, es wird nicht sofort ausgegrenzt, wer nicht in der Spur läuft.

Zwei Jahre später erst kam die Diagnose.... Die hat mir natürlich sehr geholfen, mich selbst besser zu verstehen.

Inzwischen bin ich fast 26 Jahre alt, verheiratet, stehe fest im Leben und besitze ein eigenes Häuschen. Ich habe meine Ausbildung erfolgreich absolviert und arbeite seit 2009 bei einem großen Aufzughersteller als Reparaturmonteur.

Eine spezifische Therapie habe ich nie besucht, kann trotzdem inzwischen ganz gut mit den Kunden und Mitarbeitern umgehen.

Was ich damit sagen will: DIe Schule des Lebens ist oftmals die Beste Ausbildung! Das wichtigste ist, dass das persönliche Umfeld die Schwächen mitträgt und auch teilweise ausgleicht. Alles andere ergibt sich mit der Zeit von alleine, mal schneller und mal eben etwas langsamer.

Ebenfalls wichtig ist, offen mit der Diagnose umzugehen und mit den Lehrern und auch dem Arbeitgeber darüber zui sprechen. Bei mir fällt die "Erkrankung" kaum noch auf, jedoch bin ich noch immer etwas zerstreut und komme gerne mal etwas zu spät. Wenn der Arbeitgeber das weiss (ich habe das schon im Vorstellungsgespräch gesagt) dann kann er besser mit den vielen Alltagsschwächen umgehen.

Sonst würde ich schon lange wieder auf der Strasse sitzen, weil ich eben z.B. keine geregelten Arbeitszeiten habe sondern mir den Tag selbst planen muss.

Beim THW bin ich noch heute, inzwischen in der Position als Schirrmeister. Hier bin ich für den gesamten Fuhrpark des OV verantwortlich. Dort wissen nur die gehobenen Positionen teilweise von der Diagnose, für die anderen Helfer bin ich meist nur etwas sonderbar.... ;-) trotzdem werde ich von allen akzeptiert und das ist eigentlich das wichtigste um das Selbstwertgefühl zu stärken!

Wenn Du (egal wer) noch Fragen hast, beantworte ich sie natürlich gerne!

Liebe Grüße

Daniel

Nach 2 Jahren so eine tolle Antwort zu bekommen finden ich super! Dankeschön das macht mir Hoffnung. ..

vielen Dank  das du etwas aus  deinem Leben berichtet hast! 

Gratuliere zum glücklichen Familienleben! So gut wie du informiert bist, kannst du falsch verordnete Pillen zum Glück wegwerfen. Medikamente gegen Asperger-Symptome sind völliger Blödsinn, wie du gut erkannt hast. Sie können sogar kontrovers wirken, also genau gegenteilig als geplant. Auch wenn ein Mittel zu wirken scheint - bei Neben- oder Kontroverswirkungen, oder wenn dein Sohn es nicht nehmen möchte, gehört es sofort abgesetzt.

Verhaltenstherapien müssen natürlich freiwillig sein. Sonst entwickelt er nur eine Aversion gegen das Verhalten, welches man ihm dort beibringen will. Gegen konkrete Probleme (z.B. Orientierungslosigkeit) kann man Hilfe anbieten, die er dann animmt oder eben nicht. Eine Pauschaltehrapie gegen "Asperger an sich" kann es schon deshalb nicht geben, weil es "Asperger an sich" nicht gibt.

Bevor du also den nächsten Therapeuten "verheizt", nimm ihn doch mal selbst an die Hand und ermutige ihn, die schwierigen Sachen durch Ausprobieren zu lernen. Mit Gehörschutz allein durch die Stadt laufen, am Zielpunkt wartest du auf ihn ... im Rollenspiel eine Situation simulieren, er kann verschiedene Reaktionen ausprobieren ... und so weiter. :-)

Hallo halbsowichtig, das Ritalin hat er für sein ADS bekommen.

Es sind ja nicht nur Verhaltenstherapien sondern auch wie du sagst Orientierung,Sauberkeit ,Empatie...Man kann nicht nur für eine Sache zur Therapie,sondern man behandelt ja das ganze Kind,in seinen Schwächen.

Ja das soziale Kompetezntraining war ein Schuss in Ofen!!! Niewieder.

.Wir werden mit Sicherheit keinen Therapeuten mehr aufsuchen.Wir sind da glücklich und bestens aufgehoben wo wir gerade sind..Falls das auslaufen wird ,wird er von uns beschult so gut wie wir es können,denn wie andere ja schreiben gab es ja damals keine Therapien oder sonstiges... Gute Idee mit den Rollenspielen..Danke..

@Tellerchen

Das klingt gut! :-)

Vielleicht musst du ihn gar nicht beschulen. Da draußen gibts ja noch die "Schule des Lebens". In der haben wir alle gelernt, bevor Asperger definiert und in Europa bekannt war. Wir haben die "Normalmenschen" in Ruhe beobachtet und mit dem Verstand begriffen, ohne dass uns jemand erzählte wir seien prinzipiell benachteiligt.

@halbsowichtig

na ja, ob dass auf alle zutrifft? einige können auch aus einigen gründen ihr leben gelitten haben und die diagnose hätte es ihnen ersparen können

@Erheberin

Eine Diagnose hat er doch.

@halbsowichtig

Vielleicht hört sich beschulen ja auch blöd an, ich meine dass ich versuchen werde,was ich ja auch tagtäglich mache,ihm die richtigen Wege oder die am erklärlichsten Wege aufzuzeigen.

Die Schule des Lebens kenn ich mit 36 sehr gut.Aber mein Kind,Mhhhh.Vielleicht bald.Wenn er mich gezielt fragt,warum ,wieso,weshalb und ich ihm sagen würde,das ist die Schule des Lebens,das wäre so komplex für ihn.Tausend Fragezeichen... Nun denn ,er ist zwar inmanchen Dingen ganz besonders benachteiligt aber ,sein Verstand rettet ihn manchmal aus schwierigen Situationen.

Er hat ja in der Schule einen Nachteilausgleich,manche Lehrer behaupten.Ja Ja muss man so ein Kind noch besonders benoten.Nein muss man nicht,er darf den Ausgleich individuell an sich geknüpft benutzen. Wenn ich dann argumentiere,das mein Sohn ja in dem Sinne nicht dem normalen Stand entspricht und nicht bei Start vorne mitläuft,sondern immer 2 Schritte zurück,dann kommt schonmal noch ein raunen. Manche Lehrer kommen dann und sagen,wir haben ihren Sohn ganz in Ruhe betrachtet ,er hat ein unsagbares Wissen und liegt tendenziell immer im oberen Bereich und bereichert den Unterricht glänzend.

TJA und da liegt der Pfeffer begraben....Manch einer sollte sich wünschen ,ein kleines bißchen Autist zu sein........................lg

@Tellerchen

Sag mal, bist du eigentlich gut in Englisch? Dann kann ich euch ein Buch empfehlen: "A Fieldguide to Earthlings". Das hat ein älterer Asperger geschrieben, nachdem er jahrzehntelang die Normalmenschen analysiert und die Muster hinter ihrem Denken, Sprechen und Verhalten entschlüsselt hatte. Mir hat das Buch enorm geholfen, das nicht-autistische Denken zu verstehen. Seit dem komme ich mit den meisten Normalmenschen prima zurecht.

@halbsowichtig

Nein eigentlich nicht...Ich kann mich schon verständigen,das war es aber auch... Da mich ja wie immer der Ehrgeiz packt,werde ich es mir mal anschauen,oder eine Alternative in deutsch suchen.

Lieben Dank

Hallo Tellerchen,

wenn man auch manchmal meint, es wäre besser gewesen, nie eine Diagnose bekommen zu haben, so bedenke, dass erst die Diagnose Klarheit schafft. Für mich war die Diagnose der Schlüssel zu meinem Leben, mit dem ich so manche Ungereimtheiten klären konnte und so in vielen Erfahrungen Frieden mit mir selbst finden konnte.

Du schreibst hier in einem Kommentar:

Dadurch das man ihn in sovielen Dingen korrigiert,hat er unheimliche Selbstzweifel ,er sieht sich als falsch an. Es fällt ihm schwer das Asperger anzunehmen,dadurch wird er von uns gut bestärkt und auch gelobt,wenn Tage super gelaufen sind..Ich muss dazu sagen,das er ja bald auch 13 wird und die Pubertät uns im Nacken sitzt.

Dabei hilft es ihm sicher, wenn er andere Autisten kennenlernt, sei es virtuell in Internetforen (auch per E-Mail) oder noch besser im Realleben, so z. B. in Selbsthilfegruppen. Ich persönlich habe mittlerweile über 150 Autisten persönlich kennengelernt (von schwer beeinträchtigten, nicht sprechenden Autisten bis hin zu hochbegabten Autisten) und ich kann sagen, dass der Austasch untereinander sehr hilfreich ist (und zudem auch noch sehr entspannend, weil man ICH sein darf).

Zur Pupertät ein kleiner Hinweis: Bei vielen Autisten zeigen sich die Pupertätsmerkmale verspätet oder auch anders, das hängt mitunter mit dem Bild zusammen, das sich Autisten von NichtAutisten machen - oder eben auch der Umstand, dass Autisten oft kein Bild von ihren Nächsten haben (auch mir fehlt oft der Bezug zu meiner menschlichen Umgebung).

Hallo, so kann man mal sehen wie individuell Asperger Autismus doch ist.Jeder hat seine besonderen Merkmale,Schwächen oder Stärken.

Früher waren wir ja lange auf der Suche... Was hat dieses Kind nur??? Glaub mir wir sind sehr oft irgendwo angeeckt.Dann diese ganzen vergeblichen Tests.Bei den falschen Ärzten.Wenn mein Sohn damals nicht genau diese eine Lehrerin gehabt hätte,dann hätten wir auch keine Diagnose.Ich wollte ihm das nicht mehr zumuten. Aber siehe da,einmal bei der richtigen Ärztin. Diagnose Asperger .

Endlich ,wie du sagst ,der Schlüssel ?!! Dann gab es diesen Aha Effekt.

Mein Sohn war ja damals noch zu klein um das zu verstehen,weil er fand sich eigentlich immer gut.Er wunderte sich immer nur,warum wir das nicht gut fanden.???

Heute sehe ich das so,dass viele unentdeckte Asperger ja auch so durchs Leben kommen.Wenn man sich offenbart,hat man sofort einenStempel.Wir haben es nicht getan.Mein Sohn darf selber entscheiden wann,wo,und wem er das sagt.

Nichtmal die Familie weiß das.Ich erspare uns dadurch viele komplizierte Fragen und Antworten ,denn Sie fragen ja dann auch mein Kind und der kann überhaupt nicht erklären was da los ist....

Er kennt mit 12 auch sehr viele Autisten.Durch die Gruppen schon alleine. Doch Interesse an Verabredungen hat er dennoch nicht.Also nur wenn er möchte... Für die Internetforen finde ich es noch zu früh,denn wer weiß wer da so rumschleicht,und diese Kinder ganz gezielt anschreibt.Sorry aber meine Meinung. Das haben wir auch im Elterncoaching so gelernt.

Ja und zur Pubertät kann ich nur sagen,Interesse hat er schon an Mädchen..... Eigentlich kommt er bei denen gut an,nur er merkt halt die kleinen Gestiken und Mimiken nicht. Manchmal hat er schon kleine Briefchen mit Herzen und so,wenn ich dann z.B sage ohhh wie süß,dann sagt er.Mama ,bitte was ist daran süß???Das ist Mädchenkram...

lg und lieben Dank fürs schreiben.... Außerdem können Kinder grausam sein.

@Tellerchen

Du hast recht, er ist noch sehr jung und meine Erfahrungen sind die eines Erwachsenen.

Aber wenn man weiter in die Zukunft blickt, wird der eine oder andere Aspekt meines obigen Beitrags wahrscheinlich noch zutreffender werden.

Hallo Tellerchen,

Dein Bericht ist sehr informativ und beschreibt sicher das Erleben vieler Mütter von Autisten.

Auch ich bin Vater eines Autisten, der allerdings jetzt schon über 30 Jahre alt ist und selbstständig durchs Leben kommt. Seine Selbstständigkeit resultiert nicht auf irgend welchen Therapien, denn bis vor ein paar Jahren wussten wir noch gar nicht, was der Grund für sein seltsames Verhalten ist. Damals dachten wir, das sei seiner Hochbegabung geschuldet, aber diese erklärt zwar manche Symtome jedoch bei weitem nicht alle seine Eigenarten und Einschränkungen. Aber seine Hochbegaung hat ihm sicher sehr geholfen, selbst aktiv zu werden und so manche seiner Einschränkungen zu kompensieren - nicht heilen wohlgemerkt!

Ach ja, und ich selbst bin auch Autist (mit fachärztlicher Diagnose) und zudem hochbegabt. So habe ich meinem Sohn mehrere Gene vererbt (andere auch noch, aber das ist hier nicht das Thema).

Deshalb ist mein Sohn auch nie so sehr aufgefallen, es hieß immer "ganz der Vater" und dadurch wurde manches entschuldigt. Dass es in meiner Kindheit auch hieß "ganz der Vater" erklärt auch meine Abstammung und von wem die Gene stammen.

So kann ich auf drei Generationen autistische Erfahrung zurückgreifen.

Dass Autismus eine eigene Welt ist kann ich in vollem Umfang bestätigen.

Und wenn du noch Fragen an mich hast (denn eine Frage konnte ich oben nicht so direkt erkennen), dann bin ich gerne zur Antwort bereit.

Hallo WPOAS,

das ist sehr interessant was du schreibst.Danke für deine Zeilen. Ich bin auch ständig auf der Suche nach Paralelen in unserer Familie...

Manchmal endecke ich Gemeinsamkeiten zwischen meinem Sohn und mir,manchmal bei Oma und bei Opa.

Aber ich könnte nie konkret sagen das hat er von mir oder Papa. Teilweise liebe ich ja auch seine Eigenarten,denn das ist ja "Mein Sohn"..So manches mal treibt er mich dann auch wieder in den Wahnsinn...

Dadurch das man ihn in sovielen Dingen korrigiert,hat er unheimliche Selbstzweifel ,er sieht sich als falsch an. Es fällt ihm schwer das Asperger anzunehmen,dadurch wird er von uns gut bestärkt und auch gelobt,wenn Tage super gelaufen sind..Ich muss dazu sagen,das er ja bald auch 13 wird und die Pubertät uns im Nacken sitzt..

Wow 3 Generationen Autismus.....

Ja manches mal hätte ich mir gewünscht zu keinem Arzt gegangen zu sein,aber die Schule hat damals ziemlich Druck gemacht.Natürlich wußten wir auch das er immer anders war als andere Kinder,wir als Familie suchten nach was greifbaren ,ja nach Antworten... lg

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