Darf Heilpraktiker für Psychotherapie Globuli verordnen?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ja das darf er wenn es unterstützend für die Psychotherapie sinnvoll ist. Natürlich darf er keine Behandlung machen die eine Diagnose einer körperlichen Erkrankung hat.

Da es sich aber bei einem homöopathischen Mittel um eine ganzheitliche Behandlung handelt wird es häufig vorkommen das sich auch die körperlichen Beschwerden bessern. Das ist aber nur in dem Fall wenn der Behandler ein homöopathisches Konstituonsmittel anwendet. Bei der Anwendung eines homöopathischen Komplexmitels ist der ganzheitliche Effekt nicht vorhanden.

Um das passende Konstituonsmittel zu finden sollte man aber eine gute homöopathische Ausbildung haben. Das kontrolliert aber niemand ob jemand eine derartige Ausbildung gemacht hat. Hier gilt allein die Sorgfallspflicht , das ein Arzt oder Heilpraktiker keine Behandlung machen sollte die er nicht beherrscht.

Um das passende Konstituonsmittel zu finden sollte man aber eine gute homöopathische Ausbildung haben

Was lernt man denn in so einer guten homöopathischen Ausbildung an Erkenntnissen über die Homöopathie? Mit Erkenntnissen meine ich jetzt nicht irgendwelche Regeln die sich irgendwann mal jemand ausgedacht hat sondern tatsächlich Erkenntnisse, die einer objektiven und unabhängigen Überprüfung wiederholt standgehalten haben. Denn nur dann kann man ja voin einer einigermassen gesicherten Erkenntnis sprechen.

Aus unerfindlichen Gründen scheint aber kein Homöopath in der Lage zu sein, da mal ein konkretes Beispiel für so eine Erkenntnis zu nennen.

Die Zahl der Homöopathen mit guter Ausbildung scheint wohl wirklich winzig zu sein.

@Nachgehakt2015

Es gibt Ausbildungen zum Homöopathen, meist in einer Heilpraktikerschule aber auch in Fernkursen. Meine zog sich über 3 Jahre hin immer 1x wöchentlich und ettliche Wochenenden incl. einer Prüfung. ACHTUNG: Das ist keine staatlich anerkannte Prüfung. lg amevita

@amevita

Das relativiert die Bezeichnung "Ausbildung" doch erheblich.

Dennoch sollte man kurz klarstellen:

Es gibt Ausbildungen zum Homöopathen, meist in einer Heilpraktikerschule aber auch in Fernkursen.

Es gibt alle möglichen Angebote. Nur muss ein Heilpraktiker keinen dieser Kurse besucht haben, bevor er Homöopathika verschreibt. Er muss nur die Überprüfung beim Gesundheitsamt bestehen. Und die prüft nicht Homöopathie (oder ein anderes Verfahren ohne Wirksamkeitsnachweis), sondern medizinische Grundkenntnisse, damit der Heilpraktiker die Krankheiten, die er nicht behandeln darf auch erkennen kann.

Abgesehen davon wird ein Placeboverfahren nicht besser oder schlechter, wenn man es jahrelang studiert. Es bleibt, was es ist: ein Placebo. Im Falle der Homöopathie ergänzt um etwas Gesprächstherapie.

Meine zog sich über 3 Jahre hin immer 1x wöchentlich und ettliche Wochenenden

Eine richtige Ausbildung ist ein Vollzeitjob. Aber wie gesagt: unwichtig.

einer Prüfung. ACHTUNG: Das ist keine staatlich anerkannte Prüfung.

Nein, ist es nicht. Sie berechtigt auch zu überhaupt nichts, außer dass man sich das "Diplom" an die Wand hängen darf.

Sorry

@Nachgehakt2015

War die Frage nicht eine andere? Darf der HP für Psychotherapie die Konstituionsbehandlung durchführen und damit die Globuli "verordnen"?

@Bennykater

Sobald in der Psychotherapie Arzneimittel angewendet werden, wird sie zur "Heilkunde". Dazu gehört der HP für Psychotherapie nicht, da er m.W. die Prüfung vor dem Gesundheitsamt nicht abgelegt hat. Ergo dürfte er auch keine Globuli "verordnen", die allein auf die Psyche wirken, sondern überhaupt keine. Ist das korrekt?

@amevita
Meine zog sich über 3 Jahre hin immer 1x wöchentlich und ettliche Wochenenden incl. einer Prüfung.

Na dann kannst Du ja sicher ein konkretes Beispiel für eine Erkenntnis auf dem Gebiet der Homöopathie nennen, die einer unabhängigen und objektiven Überprüfung standgehalten hat.

Danke vorab!

@Bennykater

Ein Heilpraktiker für Psychotherapie hat bei der Überprüfung beim Gesundheitsamt seine Fachkenntnisse für Psychotherapie prüfen lassen. Also darf er jede Behandlung durchführen die darauf hinzielt den psychischen zustand des Patienten zu bessern. Da homöopathische Arzneimittel auch dazu eingesetzt werden , so darf er diese auch empfehlen oder verordnen. Ausgenommen sogenannte verschreibungsplichtige Psychopharmaka darf er jedes Arzneimittel verordnen das einen Einfluss auf die Psyche hat.

Ein Laie ohne entsprechende Überprüfung beim Gesundheitsamt darf streng genommen niemand ein Arzneimittel das ihm in einer ähnlichen Situation geholfen hat empfehlen.

@Marigoldi

Also darf er jede Behandlung durchführen die darauf hinzielt den psychischen zustand des Patienten zu bessern. Da homöopathische Arzneimittel auch dazu eingesetzt werden , so darf er diese auch empfehlen oder verordnen.

Wie ich bereits ausführlich darlegte, ist das falsch und wird auch durch eine Wiederholung nicht richtig.

Diese Antwort ist schlicht und einfach falsch.

Ich finde es schon krass, dass in diesem Forum bei gesundheitsrelevanten Fragen keine redaktionelle Prüfung erfolgt, v.a. dann, wenn eine flasche Antwort als hilfreichste bewertet wird.

Mir ist nicht klar was der Unterschied zwischen einem Heilpraktiker und einem Heilpraktiker für Psychotherapie sein soll........also verordnungsmäßig...da gibt es keinen Unterschied. Globuli kann dir jeder verordnen......selbst dein Nachbar um die Ecke.

Na ja, so einfach ist das auch wieder nicht ;-) Homöopathie ist eine 3jährige Ausbildung. rechtlich gesehen ist die Verordnung / Gabe von Globuli dem Heilpraktiker vorbehalten oder dem Arzt. Als NICHTheilpraktiker darf man rechtlich gesehen nur seinen Verwandten 1. Grades Globuli geben und sonst niemandem. Das lernt man in der Gesetzeskunde Ausbildung Heilpraktiker. Was man als Laie ausserdem darf - nach bestem Wissen und Gewissen BERATEND wirken. :-) Die Frage ist: Macht das Gesetz hier einen Unterschied zwischen dem Heilpraktiker und dem Heilpraktiker für Psychotherapie?

Hoffe, dass die Frage nun verständlicher ist..... glg

@amevita

hallo amevita,

naja, so einfach ist das auch wieder nicht. ;-)

Homöopathie ist eine 3jährige Ausbildung.

Das ist bei einem Arzt vielleicht so, der tatsächlich eine Zusatzausbildung und eine Zusatzprüfung ablegen muss, wenn er das Schild "Homöopathie" an die Tür hängen möchte. Dabei ist die Prüfung für das Schild und die Zusatzbezeichnung. Der Arzt darf auch vorher schon diejenigen Arzneien verordnen, die er verordnen möchte. Vor allem nicht rezeptpflichtige wie die Homöopathika.

Bereits der Heilpraktiker hat keineswegs eine dreijährige Ausbildung hinter sich. Heilpraktiker ist überhaupt kein Ausbildungsberuf und es wird entgegen der umgangssprachlichen Bezeichnung auch keine "Prüfung" ablegen.

Eine "Ausbildung in Homöopathie", die zu einem eigenen Abschluss in Homöopathie führt und die zu irgendeiner Ausübung in einem Heilberuf berechtigt, existiert in Deutschland nicht. Schon gar keine 3 jährige.

@uteausmuenchen

@ ute.....genauso sehe ich das auch.

Der Unterschied liegt in der beruflichen Tätigkeit. Beruflich, also gegen Honorar, dürfen nur Ärzte und (Voll-)Heilpraktiker eine Arznei verordnen oder empfehlen. Privat darf dagegen natürlich jeder einen Tipp geben.

@sneferu

Das ist nicht ganz richtig, streng genommen ist es strafbar jemand einen Tip zu geben egal ob derjenige Geld dafür nimmt oder nicht. Für die sogenannte Heilbehandlung muss man Arzt oder Heilpraktiker sein. Den nur diese beiden Berufe müssen mittels einer Überprüfung nachweisen das sie fähig sind eine Diagnose zu stellen. Ohne Diagnose keine sinnvolle Behandlung, so ist das eben.

@Marigoldi
Ohne Diagnose keine sinnvolle Behandlung, so ist das eben.

Dann ist Homöopathie also keine sinnvolle Behandlung - denn Diagnosen werden in der Homöopathie ja nicht gestellt.

@Marigoldi
streng genommen ist es strafbar jemand einen Tip zu geben egal ob derjenige Geld dafür nimmt oder nicht.

Das ist natürlich Quatsch. Den Paragraphen hätte ich gerne mal sehen.

Den nur diese beiden Berufe müssen mittels einer Überprüfung nachweisen das sie fähig sind eine Diagnose zu stellen.

Nochmal Unsinn. Der HP muss in einer Überprüfung nachweisen, dass er keine Gefahr darstellt. Sonst nichts. Er muss keine konkreten Fähigkeiten in Diagnose oder Behandlung besitzen. Der Arzt dagegen muss in einem umfangreichen Staatsexmanen nachweisen, dass er fundierte Kenntnisse in vielen medizinischen Kernfächern besitzt und in der Lage ist, Patienten zu diagnostiziern und zu behandeln. Das Nähere regelt die Approbationsordnung der Ärzte. Das Nähere bei Heilpraktikern regelt ... nichts.

@sneferu

Ein Heilpraktiker muss bei der Überprüfung beim Gesundheitsamt auch seine Kenntnisse in Differentialdiagnose beweisen. Die Überprüfung hat nichts damit zu tun ob jemand motiviert ist um den Beruf auszuüben sondern es werden Kenntisse erwartet über die Symptome bei Krankheiten und die wichtigsten Untersuchungsmethoden.

@Marigoldi
und die wichtigsten Untersuchungsmethoden.

Wobei man natürlich erwähnen sollte, dass damit nicht die Untersuchungsmethoden gemeint sind, die der Heilpraktiker dann nicht selten anwendet: Homöopathische Anamnese, kinesiologischer Muskeltest, Bioresonanztests, Irisdiagnose, Zungendiagnose,....

Alle diese Methoden stehen komplett ohne Nachweis einer Wirksamkeit dar - bei einigen von ihnen wurde nachgewiesen, dass sie nur Zufallsergebnisse liefern. Und sie kommen entsprechend in keiner staatlichen Überprüfung vor.

Ein HPP (Heilpraktiker für Psychotherapie) darf nichts verordnen, gar nichts !! ...weder frei verkäufliche- noch apothekenpflichtige Medikamente, selbst ein Placebo wird ein HPP nicht verordnen oder herausgeben. Selbst eine Empfehlung eines Medikamentes aus welcher AM Gruppe auch immer kann vom Patienten als Verordnung interpretiert / verstanden werden.Ist der HPP der Meinung Medikamente könnten den "Zustand" seines Patienten verbessern ist immer der Hausarzt oder der behandelnde Arzt Ansprechpartner Nr. 1 ! Kein Anderer !! Dies sollte mit dem Patienten besprochen werden. Ein Bericht an den Haus- oder behandelnden Arzt mit der Bitte um Überprüfung der HPP-Vermutung ... mehr nicht ! Man sollte den "kleinen" HP nicht mit dem "großen" HP verwechseln und vorher nachdenken, bevor man etwas sagt !!!

Ich finde die Ausdrucksweise verwirrend! Ein Heilpraktiker darf im Rahmen seiner Berufserlaubnis Medikamente verordnen! Er darf auch Psychotherapie anbieten. Ob das ethisch in Ordnung ist, ist eine andere Frage. Der Heilpraktiker für Psychotherapie darf nichts verordnen. In der Regel arbeiten in der Gemeinde anerkannte aber mit Fachärzten zusammen, die einen Verordnungsvorschlag prüfen und dann ggls. ausführen.

Der Thread ist zwar schon älter, aber ich möchte die gegebene Antwort dennoch richtig stellen! Ein Heilpraktiker für Psychotherapie (so ist tatsächlich die Bezeichnung laut Gesundheitsamt!) DARF in den meisten Bundesländern Globuli verordnen, wenn sie der Therapie der Psyche dienlich sind! Es gab vor einigen Jahren Gerichtsurteile darüber! Inzwichen darf ein HPP sogar Phytotherapie anwenden, wenn diese ausschließlich auf seelische Störungen ausgerichtet ist! Die Gesetzeslage hat sich hierzu geändert, denn schließlich ist der HPP kein Psychotherapeut nach dem HPG, sondern ein Heilpraktiker, wenn auch eingeschränkt auf den Bereich der Psychotherapie! Auch Körperarbeit wie Massagen darf der HPP durchführen!

Wo kann man diese Gesetzeslage nachlesen? 

Es gibt keinen Heilpraktiker für Psychotherapie. Es gibt nur den Heilpraktiker, beschränkt auf die Durchführung der Psychotherapie. Aus dieser Bezeichnung ergibt sich zwangsläufig auch schon die Antwort. Da eine medikamentöse Behandlung nicht zur Psychotherapie gehört, darf ein Heilpraktiker, beschränkt auf Psychotherapie auch keine Rezepte ausstellen - auch dann nicht, wenn das Präparat ohnehin nicht rezeptpflichtig ist (Heilpraktiker dürfen ja generell keine rezeptpflichtigen Medikamente verschreiben).

Er dürfte im Rahmen seiner Berufsausübung noch nicht einmal ein Präparat empfehlen, das sich der Patient ohne Rezept aus der Apotheke holen soll.

ahh, da kommen wir der Sache schon näher :-) noch nen Missverständsnis aus dem Weg räumen: es geht nicht um das Ausstellen von Rezepten. Fall: HPpsy hat eine langjährige Homöopathieausbildung vollendet. Ein HP darf direkt Globuli verabreichen, jedoch keine verkaufen oder ne Flasche mitgeben. Die muss er sich in der Apotheke alleine besorgen (sind ja nicht Rezeptpflichtig). Frage: darf das ein HPpsy auch? (Schliesslich gibts auch Globuli für die Psyche)

Weiter: m.E. ist es so, dass ein Laie, ob mit oder Ohne diese nicht staatlich anerkannte homöopathische Ausbildung, durchaus BERATEND tätig sein darf. ... Richtig ?? lg pp

@amevita

Dazu zwei Fragen:

  1. Was für eine "langjährige Homöopathieausbildung" ist das?

  2. Meinst du, ein Laie ohne hom. Ausbildung erteilt eine Beratung, die er dem Patienten auch in Rechnung stellt?

@amevita

Eine "langjährige Homöopathieausbildung" ist ebenso sinnvoll, wie eine langjährige Astrologie- oder Handleseausbildung, für den PsychHP ist sie aber wirklich sinnlos wie ein Kropf. Wie bereits gesagt, er darf die Homöopathie beruflich gar nicht anwenden, denn zur Psychotherapie gehört nicht die Verabreichung von Arzneimitteln, egal, ob es sich um Placebos auf Milchzuckerbasis handelt oder um wirksame Medikamente. Sobald in der Psychotherapie Arzneimittel angewendet werden, wird sie zur Heilkunde, in diesem Fall konkret zur Psychiatrie. Sogar der approbierte psychologische Psychotherapeut mit 10 Jahren Berufsausbildung darf keine Medikamente verordnen.

Der Laie - egal ob PsychHP oder der freundliche Bäcker von nebenan - darf natürlich beratend tätig sein, allerdings nicht beruflich. Wenn der PsychHP bspw. einem Kumpel abends beim Bier einen Tipp zu Globulis gibt, ist das i.S. der freien Meinungsäußerung erlaubt, wenn er aber im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit gegüber einem Patienten, der ihn dafür bezahlt eine Empfehlung für ein Arzneimittel ausspricht oder dies sogar rezeptiert, verstößt er gegen §1 HPG.

@sneferu

Vielen Dank für diese kompetente Antwort. Das ist wichtig, zu wissen.

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