Darf ein Zahnarzt einen Minderjährigen ohne Erlaubnis der Erziehungberechtigten röntgen?

5 Antworten

DREI Wochen sind in dem Bereich eine lange Zeit . Ein selbständiger , ungegängelter 15jähriger kann das dem Dentalfachmann selbst sagen mit der anderen Aufnahme.

Ja klar, aber wenn man vor Schmerzen keinen Kopp für das drumrum hat.Der Erwachsene ist da doch in der Pflicht?

Nicht unbedingt. Er hat sich vergewissern wollen, dass nichts am Zahn direkt ist. Dann mußt du das nächste Mal mit.

Also daß er Ihrem Sohn "ein Medikament in die Zahnfleischtasche gibt" ohne Rücksprache, da haben Sie kein Problem mit. Aber mit einer Röntgenaufnahme ohne Rücksprache schon. Das kann ich nicht ganz nachvollziehen.

Der Unterschied zwischen einem antibakteriellem entzündungshemmenden Medikament und röntgen ist doch etwas grösser.Nicht umsonst gibt es Röntgenpässe und eigentlich immer die Nachfrage wann wurde das letzte Mal gerönt.

Siehe die Entscheidung des Amtsgericht Freiburg (Az: 3 C 2354/93),  das die Honorierung für die Behandlung zweier Minderjährigen abgelehnt hat, da kein Behandlungsvertrag zustande gekommen sei. Die beiden, die seit Jahren mit Zustimmung der Eltern in zahnärztlicher Behandlung waren, erschienen in der Praxis mit der Aufforderung der Schule zur zahnärztlichen Untersuchung. Bei der 17-Jährigen wurde eine Röntgenaufnahme und bei ihrem Bruder eine Fluoridierung und Fissurenversiegelung durchgeführt. Im Urteil heißt es hierzu, die Röntgenaufnahme habe nicht ohne Einwilligung der Eltern erfolgen dürfen, da es sich hierbei um einen nicht ganz unerheblichen körperlichen Eingriff handeln würde, der vom Auftrag zur zahnärztlichen Untersuchung nicht gedeckt sei. Auch hinsichtlich der Fluoridierung und Fissurenversiegelung bemängelte das Gericht das Fehlen eines Auftrages. Es spiele keine Rolle, dass diese Maßnahmen sinnvolle Prophylaxemaßnahmen darstellen würden, denn es bliebe jedem selbst überlassen, inwieweit er solche Vorsorgemaßnahmen bei sich durchführen lassen wolle. Nach der Auffassung des Gerichts könne allenfalls dann etwas anderes gelten, wenn ein Kind jahrelang bei einem Zahnarzt in Behandlung sei und diese Maßnahmen routinemäßig durchgeführt und nie beanstandet worden wären. 

Auf der rechtlich sicheren Seite befindet sich der Zahnarzt, wenn er, insbesondere vor schweren Eingriffen oder aufwendigeren Maßnahmen, sich Klarheit darüber verschafft, ob eine Einwilligung vorliegt und mit wem der Behandlungsvertrag zustande kommen soll. Das kann sowohl schriftlich als auch telefonisch geschehen, sollte aus forensischen Gründen jedoch in jedem Fall in der Patientenkartei dokumentiert werden.  

innerhalb von 3 Wochen kann sich einiges ändern

Eine erneute Röntgenaufnahme nach 3 Wochen ist völlig sinnlos außer es gibt einen dringenden Grund dafür.

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