Darf die bayrische traditionelle Lederhose untern den Knien enden oder muss Sie oberhalb des Knies enden?

4 Antworten

Es kommt ja auch nicht nur auf die Hose an, sondern auch was man dazu trägt. Die Strümpfe, Schuhe und auch das Hemd sind wichtig. Die kurzen Hosen waren früher eher die Arbeitshosen, die längeren hat man geschmückt und zu besonderen Anlässen getragen.

Sie kann sowohl unterhalb als auch oberhalb enden.  Unterhalb des Knies sollte sie darüber mindestens 10 cm  enden,. Zumal sie dann mit einer Schnürung endet,  welches die Beweglichkeit der Beinfreiheit der Hosenbeine behindert.

Eher bequemer sind solche Lederhosen,  die oberhalb des Knies enden  und die lassen sich da auch in der Regel umklappen, um die Hose noch kürzer erscheinen zu lassen.  Zwar nicht jede Machart  oder angebracht.  Aber beim Kauf einer  Lederhose sollte man sich schon genau überlegen, was man eigentlich tragen will.

Will man sie in der kühleren Jahreszeit tragen, ist eine Kniebundhose, also relativ weit übers Knie reichend,  das Richtige. Soll sie vorwiegend im Sommer bei höheren Temparaturen getragen werden  ist eine Kurze das Richtige. Die sollte  dann aber maximal  in mittlerer Höhe des Oberschenkels enden.

Allerdings muß man wohl selbst entscheiden,  wieviel Bein man der Öffentlichkeit zumuten will.  Auch wenn diesen oft viel erträgt ohne gleich massiv protestiert.  Kritiker wird es immer geben,  Lederhosen mag nun mal nicht jeder.

Es gibt da verschiedene Modelle. Mit oder ohne Bund.

Und auch noch die ganz kurzen. Die sind aber eher was für kleine Buben.

Traditionell endet sie bei Männern unterhalb des Knies. Oberhalb des Knies tragen nur kleine Jungs und keine gestandenen Männer.

Achte auch auf die richtigen Strümpfe!

Erst einmal vielen lieben Dank für Ihre Antwort, und vielleicht können Sie oder die Mitglieder von "gute Frage" mir ja noch eine zweite Frage beantworten? 

Hab ich als Schüler der nicht viel Geld in der Tasch hat,  denn einen Fehler gemacht wenn ich mir die Lederhose aus dem Lidel Angebot von letzter Woche geholt habe?

Ich meine das in Hinsicht auf Tradition.

Ich weiß z.B.: Das eine Tratitionele Lederhose auf jedenfall Dunkel sein muss und nicht Hellbraun wie Sie oft von vielen Unwissenden auf der Wiesen getragen wird.

Kann meine gekaufte Lidel Lederhosen mit der alten Traditionen der Bayerischen Kultur in allen Wichtigen Punkten mithalten?

Ich hatte leider keinen Opa/Uhropa der mir traditionell die Lederhose weiter vermacht hat. Jedoch einen der ne Moorleiche gefunden hat des ist ja auch schon was.

@Topeisdieler

Die Herkunft der Hose ist uninteressant, und sie wird ganz automatisch beim Tragen dunkler werden (Patina).

Die original Lederhosen sind traditionell aus Hirschleder, das ist aber ein großer Preisunterschied.

Es war keinesfalls ein Fehler, die Hose bei Lidl zu kaufen

@TorDerSchatten

Ein Fehler war es bestimmt nicht, mittlerweile sind die Angebote bei Lidl und Co  schon in einer brauchbaren Qualität, besonders wenn sie nicht sehr oft angezogen werden. Für den täglichen Gebrauch  wäre  der Kauf bei einheimischen Lederhosenmachern empfehlenswert  und diese Hose sollte dann auch eher eine sein ohne Zierat , dafür aber sehr stabil und festes Leder und feste Nähte haben. 

Was so oft als traditionell bezeichnet wird, entspringt  eigentlich den verschiedensten Trachtenvereinen, die sich  allgemeine Regeln  für ihre zutragende Tracht erlassen haben.  und die sind sehr unterschiedlich, und damit auch entsprechend teuer sind  Und wohl wie früher auch nur für Gutbetuchte zu leisten.

Ursprünglich verwendete man das vorwiegende Hirschleder naturbelassen,  was eine helle  bis beigene Farbe  ergab,  erst durch bei der Gerbung aufgebrachte  Farbe erhielt es eine braune oder schwarze  Gestalt. Wirklich tradionell wäre sicher  eine helle beigene Lederhose, ist ja oft  durch die Innenfarbe zu erkennen die man oft nicht extra einfärbt.  Nur einzelne Trachtenvereine schreiben wegen ihere Satzung  eine bestimmte Einheitlichkeit vor, also schwarz  oder dunkelbraun,  aber auch hellbraun.

Als normaler Wiesenbesucher sollte sowas keine Rolle spielen. Bayrisch gekleidet bist du in jedem Fall.

Im übrigen hat die Lederhose keine eigentliche Tradition,  sie entstand vorallem dort, wo man viele Wildtiere erlegte, später auch  viele Nutztiere zur Fleischproduktion hielt  und man die anfallenden Häute der Tiere  nutzen wollte  oder auch mußte.  Das begann ja auch schon in der Urzeit, als man sich Tierhäute zum Schutz vor der Witterung umhängte.  Aber niemand würde sowas heute als Tracht  bezeichnen.

Diese heute als tradionell gesehene Lederhose  wurde im 18.-19. Jahrhundert  vorwiegend in den Alpen als Jagdbekleidung getragen.  Nicht verwunderlich, weil aus dem reichen Wildbestand der Jagdherren und deren Abschußquote  reichlich Gams- Reh-und Hirschleder anfiel, welches man eben auch nach erfolgten Gerben ( Haltbarmachen)  auch für eine robuste Kleidung nutzte.  Erst um etwa 1870  entstand eine  Art Lederhosenkultur, als ein gewisser Vogel mit seinen Freunden einen Verein zur Pflege einheimischer  Bekleidung gründete  mit Hauptaugenmerk  auf die zunächst kurze Lederhose der Jäger.  Und die endete in der Regel  etwa Mitte des Oberschenkels, aber auch oft  weiter oben.  Und die waren ganz schlicht und einfach gehalten,  jeder aus dieser Gründung sollte sie täglich tragen und praktisch sein Leben darin verbringen. 

Die daraufhin entstandenen Trachtenvereine , nicht zuletzt durch königliche Erlasse,  entwarfen dann spezielles Schmuckwerk  wie die aufwendigen Stickereien  und auch besondere Tragevorschriften.  Damit  entfernte man sich zwangsläufig von der ursprünglichen Idee einer Alltagslederhose.  Wobei in manchen Gegenden , wo reichlich Leder und günstiges Leder verfügbar war, diese durchaus auch im Alltag getragen wurde.  Schützte sie doch vor allen Gefahren  im Leben, wärmte oder kühlte  je nachdem  und war sehr lange haltbar  im Gegensatz zum Leinen oder  und bei Kindern erkannte man zunehmend die Robustheit  und Langlebigkeit,  überlebte sie doch meist mehrere Geschwister.

Einen besonderen Aufschwung nahm besonders die Kinderlederhose in den dreißiger Jahren.   Als bayrisch-österreichischer  Gebürtiger und damit in kurzer Lederhose Aufgewachsener vermittelte er auch dem gesamten Volk  eine Lederhosensymphatie.   In manchen Hausfrauenmagazinen riet man sogar, die Unterhosen  in den Lederhosen weg zu lassen. Sicherlich beginnende Sparmaßnahmen  für einen geplanten Krieg. Und eine derbe Lederhose vertrug das ja auch, ohne das da was nach außen auffiel. Und mit heutiger Hygiene auch kaum vergleichbar.

Nach dem 2. Weltkrieg und dem kompletten Zusammenbruch der Wirtschaft hatte ja  die Bekleidungsfrage eine entscheidende Rolle eingenommen,  Aus Resten wurden von schneiderisch Begabten Hausfrauen neue Bekleidung  gefertigt, Lederhosen aus alten Zeiten mitunter teuer gehandelt.  Erst mit wieder entwickelten Wirtschaft  wurde wieder neu produziert. Unter anderem auch auch die Lederhosen besonders für Kinder. Mit der Zeit führte das dann auch zu neuen Formen, statt des damals üblichen Knöpflatzes fand der Doppelreißverschluß  oder die einfach genöpfte Hosenfront Einzug in die Mode. Und eroberte schnell den Markt.  Diese eher sportlich gehaltenen Lederhosen  und auch zunehmend sehr kurz gehaltenen gewannen immer mehr Gefallen  und sind , zwar zunehmend weniger, immer noch wenn  gefragt.

Zusammengefaßt kann man sagen, eine wirkliche Tradition  der Lederhose hat es eigentlich nie gegeben,  außer der Zeit von etwa 1930- 1970, in der ehemaligen DDR ausgenommen,  da dauerte sie zwar abschwächend bis 1989.  Dabei  ist aber nie eine trachtenmäßige und traditionbewußte Ledermode entstanden, sie orientierte sich vielmehr immer wieder neu. So wie heute auch zunehmend zu Bierfesten  und einigen wenigen Liebhabern.

 

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