Darf der Bundeswehrarzt das?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Du hast mit deiner Unterschrift auf einige Grundrechte verzichtet bzw. lässt diese einschränken. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit, das Recht auf freie Meinungsäußerung und das Recht zur freien Entfaltung gehören zum Beispiel dazu.

Also ja, der Arzt darf das und du verhältst dich ja nicht unbedingt gesundheitsfördernd.

Fachlich gesehen darf der Arzt das. Man kann das jedoch verweigern. Dass das Verhalten kontraproduktiv ausgelegt und mit Konsequenzen belegt wird, ist nicht die Frage, aber relativ sicher.

Bist Du ein Weichei oder ein Killer? 

Da werden meine Steuergelder investiert in einen jungen Mann, der mich verteidigen soll, aber bei ein bisschen Fieber gleich auf der Krankenstation liegt und auch noch sanft behandelt werden möchte. Da leide ich mit - und hole gleich die "Volkssturm"-Armbinde meines Opas aus dem Keller! 

Und ja, der Arzt darf das! Erstens hat er die Pflicht, Dich wieder einsatzfähig zu machen, zweitens hast Du als Soldat die eigene Pflicht zur Gesunderhaltung und -werdung und drittens hast Du als Soldat nur ein eingeschränktes Recht an Deiner körperlichen Unversehrtheit. 

Da lassen sich Jungs Tattoos stechen - und das von medizinischen Laien - und nehmen diese Körperverletzung freiwillig in Kauf, machen sich aber ins Hemd, wenn der Onkel Doktor zur Infusionsnadel greift. 

Oder wolltest Du nur ein paar Tage ausruhen, weil der Dienst am Vaterland so anstrengend war? 

junge Frau.

@grubenschmalz

Ok, aber spielt das eine Rolle? "Soldaten sind sich alle gleich, lebendig und als Leich", heißt es doch so schön. Das "Gleichsein" gilt nicht nur für den Tod oder fürs Aussehen und die Uniform, sondern auch für die Anforderungen. 

Ja der Arzt darf das, als Soldat gilt für dich die Pflicht zur Gesunderhaltung.

Somit gibt er dir einen Befehl der einen dienszlichen Zweck hat.

Ob dad ganze beschwerdewürdig ist weiss ich nicht, aber er hat dir vorher eine nichtinvasive Möglichkeit angeboten, die du abgelehnt hast also seh ich da keine Chance.

Du musst vieles, aber nicht alles dulden. Schließlich leben wir bei der Bundeswehr in bürokratischen Friedenszeiten. Du kannst die Behandlung durch diesen (!) Truppenarzt natürlich verweigern. Du kannst ihm das Vertrauen entziehen. Er darf dir gegen deinen Willen keine Infusionsnadel legen. Die Konsequenz wäre ein anderer Truppenarzt, evtl. Einweisung in ein Bundeswehrkrankenhaus. Der möglicherweise auch keine bessere Alternative bietet. Einen Anspruch auf zivile Behandlung hast du nicht.

Eine Beschwerde bzw. eine Anzeige wegen Körperverletzung kommt durchaus in Frage. Da müsstest du aber stichfeste und bezeugte Tatsachen vorlegen können.

Du kannst ihm das Vertrauen entziehen. Er darf dir gegen deinen Willen keine Infusionsnadel legen.

Doch darf er. Beim Bund darf auch eine Impfung befohlen und dann nicht mehr durch den Soldaten verweigert werden. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit hat der Soldat mit seiner Unterschrift aufgegeben, wenn es dienstlichen Zwecken dient und angemessen ist. All das ist hier gegeben.

@Apfelkind1986

Der Absatz 4 aus § 17 Soldatengesetz (SG) ist hier einschlägig:

"[...] Der Soldat muss ärztliche Eingriffe in seine körperliche Unversehrtheit gegen seinen Willen nur dann dulden, wenn es sich um Maßnahmen handelt, die der Verhütung oder Bekämpfung übertragbarer Krankheiten oder der Feststellung seiner Dienst- oder Verwendungsfähigkeit dienen; das Grundrecht nach Artikel 2 Abs. 2 Satz 1 des Grundgesetzes wird insoweit eingeschränkt. § 25 Absatz 3 Satz 3 des Infektionsschutzgesetzes bleibt unberührt. Lehnt der Soldat eine zumutbare ärztliche Behandlung ab und wird dadurch seine Dienst- oder Erwerbsfähigkeit ungünstig beeinflusst, so kann ihm eine sonst zustehende Versorgung insoweit versagt werden. Nicht zumutbar ist eine ärztliche Behandlung, die mit einer erheblichen Gefahr für Leben oder Gesundheit des Soldaten verbunden ist, eine Operation auch dann, wenn sie einen erheblichen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit bedeutet. Ärztliche Untersuchungsmaßnahmen, die einer ärztlichen Behandlung oder einer Operation im Sinne des Satzes 6 gleichkommen, dürfen nicht ohne Zustimmung des Soldaten vorgenommen werden. Nicht als ärztliche Behandlung oder als Operation im Sinne des Satzes 6 und nicht als Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit gelten einfache ärztliche Maßnahmen, wie Blutentnahmen aus dem Ohrläppchen, dem Finger oder einer Blutader oder eine röntgenologische Untersuchung."

Ergo kann er zu diesem Zeitpunkt lediglich eine Blutentnahme durchführen, um eine übertragbare Krankheit festzustellen oder auszuschließen. Eine Infusion zur Flüssigkeitszufuhr kann hier jedoch abgelehnt werden. Welche Konsequenzen das mit sich bringt, ist dann der zweite, viel größere Schuh.

Eine Impfung ist auch etwas anderes. Auch wenn es dazu einen Befehl gibt, muss der noch lang nicht rechtmäßig sein. Eine Impfung kann ich auch verweigern. Muss aber auch hier mit den Konsequenzen leben (keine Auslandseinsätze, Entfernung aus dem Dienstverhältnis o. a.).

'nicht sehr sanfte.. Wie kuschelig haetten wir es denn gern?

Du verweigert Trinken, dehydrierst, gefährdet Dich dadurch selbst..er hat Dich auch noch vor die Wahl gestellt..Auch wenn unangenehm, hättest Du im eigenen Interesse also doch mal was trinken sollen. 

Du kannst Dich, wenn das ruppig gelegt wurde, beschweren.

Ich gebe dabei zu bedenken: nicht so sanft..Ponyhof ist bei so was nie angesagt.

Also geh mal realistisch in Dich, bevor Du loslegt mit Beschwerde. 

"Würden Sie wenn es Ihnen genehm ist und es Ihre Zeit es erlaubt" :-))))

@Matthes500

Ich fand das damals schon affig... Meine Chefs und auch ich selber habe nie gebeten, außer ich brauchte was aus der Inst oder von den Sannis :D

Was möchtest Du wissen?