Concerta ein Tag auslassen -> Alkohol trinken ohne Probleme?

2 Antworten

Hallo,

auch wenn etwas sehr spät die Antwort, aber vielleicht bringts ja zukünftig irgendjemandem.

Genau dieselbe Frage mit Trinken während der Concerta - Einnahme habe ich mir auch gestellt und wünschte rückwirkend ich hätte nicht getrunken. Anfangs als man erwartet, dass "etwas Schlimmes" passiert, passiert genau gar nichts - somit verlor ich den Respekt vor dem Mischkonsum. Wie aus dem Nichts kam dann mein 1. Blackout, der ziemlich schlimm ausfiel, nicht nur, dass ich mich heftigst vor allen Freunden, Bekannten, Familie erniedrigt habe, der gleichzeitige Konsum beider Substanzen hat bei mir ein so Schizophrenes Verhalten verursacht (mit Aggression, Trauer,....), dass viele Menschen mich schon von einem einmaligen Betrachten eines solchartigen Verhaltens, begonnen haben zu meiden... Meine Freunde, von denen ich wirklich sehr viele hatte (ich war u.a auch DJ und da waren schon einige, die mit mir zu tun haben wollten), haben das Ganze schon einige mehrere Male über sich ergehen lassen, besonders, weil ich mich immer wieder für mein Verhalten entschuldigte und mich aufs Ärgste geschämt habe. Jedoch wurde es selbst denen nach gewisser Zeit einfach zuviel, sie haben einfach die Hoffnung und das Vertrauen von der Besserung meines Verhaltens verloren, weil ich sie einfach so oft enttäuscht habe, dass ich auch selbst - nach einer richtig heftigen Aktion - mich nicht mehr entschuldigen konnte, da ich es selbst für für nichts bringend hielt (ich misstraute sozusagen meinem eigenen Vertrauen gegenüber meinem Wort - ich habe nicht nur meine Freunde ständig getäuscht, sondern viel schlimmer: ich habe mich selbst getäuscht.... geblendet von der Wirkung des Concerta, die mir unter Alkohol, ein Gefühl von totaler Unbesiegbarkeit und "galaktischer" Selbstüberschätzung gab. Unter anderem fing ich dann auch an dieses "beschämt sein" wegzutrinken, was mich schliesslich in eine Art Alkoholabhängigkeit führte. Schließlich kam es soweit, dass ich Menschen fast nur noch im Rausch und weiterhin unter Concerta begegnete und immer wieder wahllos in Lokale ging, wo mich die Menschen nicht kannten, um neu anzuknüpfen, da alle mit denen ich getrunken hatte und "diesen Zustand" kannten, weder mit mir abhängen wollten noch gott bewahre auf keinen Fall im alkoholisierten Zustand. Ich habe in meinen Viertel es geschafft, fast in allen Lokalen eine sogenannte "Berühmtheit" zu erlangen, denn ich war nicht der typische Alki, sondern eher der, der wenn er zuviel trinkt richtig unangenehm wird, aber in einem noch nicht zu argem Zustand doch recht gesprächig und sogar interessant auf Leute wirken konnte. Die meisten Lokale haben dies nicht geduldet, jedoch gab es überraschenderweise welche, die mir kein Lokalverbot aussprachen. ...... Ich könnte noch stundenlang über ziemlich beschämende und rückwirkend betrachtet gefährliche Vorfälle berichten, jedoch sprengt, dass den Rahmen. Deine Frage, ob du den Alkohol im Mischkonsum mit Concerta konsumieren solltest oder nicht - ich finde du musst das selbst entscheiden. Wie gesagt retrograd würde ich es nicht mehr machen. Es muss ja auf keinen Fall sein, dass deine Geschichte auf dieselbe Art und Weise ausgeht. Jedoch wenn du ein gewisses Suchtpotenzial gepaart mit ner Portion sozialen Ängsten mitbringst, dir nicht leicht zureden lässt, dann kannst du schon relativ nah genug sein...

Zur Gegenwärtigkeit, die mir im Leben sinnvollerweise wichtiger ist als die Vergangenheit und auch als die Zukunft (denn wo baust du diese im Endeffekt) und in der man wirklich etwas verändern kann. Meine Sucht an sich habe ich nicht bekämpft, jedoch nehme ich kein Concerta und Alkohol mehr zu mir und ich kann sagen, dass die härtesten Drogen FÜR MICH (und ich konsumiere Kokain und Heroin (nasal)) nicht einmal 1/100 des sozialen Abstiegs mitgebracht haben wie die Kombination von Concerta+Alkohol. Andererseits habe ich Glück im Unglück finanziell nicht belastet zu sein, mir meine Drogen regelmäßig aus vetrauenswürdiger Quelle besorgen kann, also nicht einmal ein Hauch vom sozialen Abstieg unter der Vorraussetzung, dass meine Mitmenschen gar nichts von meinem Konsum wissen (und so ist es zur Zeit noch), auftaucht. Hinzufügen möchte ich, dass ich schon lange mit der Sucht diverser il/legaler Substanzen kämpfe und ich jeden Tag nicht vom Wunschgedanken abkomme in die Vergangenheit zurückkehren zu wollen, um viele Dinge anders anzugehen - jedoch Realität ist, dass solch ein Gedanke eine Illusion ist. Das effiziente Weitermachen bzw. Weiterleben ist nur in der Gegenwart möglich. Viele falschvermittelte gesellschaftliche Erfolgsideale treiben Menschen zu einem höheren Druck gewissen Erfolg haben zu müssen und somit ist das "Vergegenwärtigen" - also im Moment bewusst zu Handeln, Denken, Überzeugungen durchzubringen, seinen Körper wahrzunehmen - fast eine Sache der Unmöglichkeit geworden und generell von der Gesellschaft erst gar nicht erwähnt oder sogar still geschwiegen wird, weil sich ja dadurch möglicherweise Individuen entfalten könnten und das werden die "Köpfe" der Gesellschaft so gut wie möglich zu verhindern wissen. Denn der "Otto-Normal-Verbraucher" soll sich ja mit  Massenprodukten identifizieren und "hat das zu mögen" was ihm vorgegeben wird!
Nehmen wir an: Strassen in denen nur Individuen anzutreffen sind - Das wäre der "Untergang einer kontrollierten Gesellschaft" und "dazu darf es ja niemals kommen". (IRONIE)

Ritalin ist zwar kein Spiegelmedikament wie andere Psychopharmaka, aber für eine gute Idee halte ich das kurzzeitige Absetzen trotzdem nicht. Dein Körper ist an die tägliche Dosis gewöhnt, an Alkohol aber nicht. Ob der Abbau des Ritalin zu 100 % funktioniert und es sicher keine Wechselwirkung gibt, kann Dir auch niemand garantieren, wenn Du es nur einen Tag absetzt. Trink doch mit Deinen Freunden ein alkoholfreies Bier oder einen bunten Cocktail, dann kann der Abend auch ohne Alkohol nett werden.

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