Beschneidung: Krankenkasse bezahlt Vorhautwiederherstellungsgeräte?

Das Ergebnis basiert auf 32 Abstimmungen

Ich finde das gut! 53%
Ich finde das nicht gut! 34%
Andere Meinung und zwar: 13%

14 Antworten

Ich finde das gut!

Ich finde es gut, dass es solche Möglichkeiten gibt - falls es funktioniert.

Viel besser wäre es allerdings, wenn man solche Kindesverstümmelungen aus nicht medizinischen Gründen gar nicht erst praktiziert und auch noch legalisiert. Das widerspricht unserem Grundgesetz, denn es ist ein Eingriff in die Unversehrtheit des Kindes.

Zustimmung

Ich finde das gut!

Die nicht medizinisch notwendige Beschneidung verstößt gegen das recht auf körperliche Unversehrtheit und gehört verboten. Die unfreiwillig beschnittenen sollten diese Geräte erstattet bekommen, immerhin haben sie sich den Eingriff nicht ausgesucht. Abgesehen von den motorischen Problemen vieler, haben viele beschnitten auch psychische Probleme

Ok. Danke für deine Meinung.

Ich finde das nicht gut!

Krankenkassen zahlen normalerweise nur Hilfsmittel, welche eine Hilfsmittelnummer haben und bei denen der Hersteller nachgewiesen hat, dass sie auch tatsächlich funktionieren.
Ich sehe nicht ein, weshalb die Solidargemeinschaft für ein solches Experiment bezahlen sollte. Beschnitten sein ist ja schließlich keine Krankheit. Wenn jemand unbedingt einen solchen Hautlappen (eine echte Vorhaut ist ja nicht wiederzubekommen) haben möchte, sollte er den Spaß auch selbst finanzieren. Denn medizinisch notwendig ist das nicht. Wenn es andersrum wäre und jemand eine Beschneidung ohne Notwendigkeit wollte, würde ihm das auch nicht die Solidargemeinschaft finanzieren.

Ok. Danke.

"Beschnitten sein ist ja schließlich kein Krankheit"

Es ist eine Körperverletzung, die ohne Einverständnis des Betroffenen durchgeführt wurde. Und da der Staat dies erlaubt, steht er auch in der Verantwortung, dem Opfer auf sein Verlangen eine soweit wie mögliche Wiedergutmachung zu gewähren.

@Zicke52

Definitiv nein. Wenn der Staat jedem der etwas verlangt dies auch bewilligen würde, wäre er pleite

@user94050505

Nicht jedem, der etwas verlangt, wie kommst du darauf?

Aber jedem, der mit staatlicher Zustimmung verletzt wurde, ja. Selbstverständlich kann der Wiedergutmachung verlangen.

@Zicke52

Also darf ich auch Schmerzensgeld vom Staat fordern, da er seine Zustimmung gab, dass ich als Kleinkind gegen meinen Willen eine Impfung bekommen habe? Eine Körperverletzung die ohne meine Zustimmung, jedoch mit Zustimmung des Staates sogar mehrfach an meinem Körper begangen wurde?!

@user94050505

Ich denke der Unterschied der da besteht ist, dass Impfungen medizinisch indiziert sind und Beschneidungen ohne Phimose nicht. Aber du hast Recht, solange das Gesetz ist wie es ist, kann man da kein Schmerzensgeld verlangen. Wie es sein sollte, ist natürlich eine andere Frage.

@Hey589

Ich wollte damit nur aufzeigen, wie unsinnig die Argumente mancher User hier sind und habe die Impfung als Beispiel gewählt, weil dann nahezu jeder Mensch vom Staat Schmerzensgeld verlangen könnte. Ich kann den Staat auch nicht haftbar machen, weil meine Eltern mir den hintern versohlt haben und das bis 2000 nicht explizit verboten war. Schließlich ist der Staat nicht der Täter, nur weil er nicht alles explizit verbietet und bis ins kleinste Detail regeln kann.

Ich finde das gut!
Diese Geräte kommen aber aus den USA, und sind in Deutschland eigentlich gar nicht anerkannt. Die Wirksamkeit auf das Empfinden ist gar nicht belegt und dennoch hat die Krankenkasse das bezahlt.

ALLES, was heute in Deutschland "anerkannt" ist, war in der Zeit vor der Anerkennung NICHT anerkannt, aber trotzdem schon wirksam.

Beispiel Hypnotherapie: "In Deutschland wurde die Hypnotherapie vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie im Jahr 2006 als wissenschaftliche Psychotherapiemethode im Sinne des § 11 des Psychotherapeutengesetzes für Erwachsene in bestimmten Anwendungsbereichen anerkannt." Quelle: wikipedia

Ganz erstaunlicherweise war Hypnotherapie sogar auch in Deutschland im Jahr 2005 schon WIRKSAM. In den USA und in Frankreich werden OPs z.B. am Gehirn oder am offenen Herzen unter Hypnose anstatt Vollnarkose durchgeführt, was zahlreiche Vorteile birgt und keinerlei Nachteile mit sich bringt.

Insofern kann ich die Förderung solcher noch nicht in D anerkannter Methoden nur befürworten. Lediglich wenn etwas noch gar nicht anerkannt ist - weltweit gesehen - sollte die Solidargemeinschaft solche Experimente nicht bezahlen müssen.

Ich wäre ja dafür, dass man für solche Körperverletzungen verantwortliche Eltern UND die Beschneider zur Kasse bittet, ...... aber das ist sicherlich ein Thema für eine neue "gute Frage". :-)

In den USA wird es aber auch nur von speziellen Firmen verkauft, und nicht von Apotheken oder Krankenkassen. Danke für die Meinung.

@Hey589

Ok, zu speziell diesem Gerät weiss ich zu wenig, als dass ich da in der Tiefe mitreden könnte. Aber meine grundsätzliche Haltung zu "anerkannten" oder "nicht anerkannten" Methoden sollte rübergekommen sein. :-)

Ich finde das gut!

Noch besser fände ich es allerdings, wenn der Staat die Beschneidung aus nichtmedizinischen Gründen verböte.

Da er Körperverletzung an Kindern aber explizit erlaubt, ist es das Mindeste, den Opfern später eine soweit wie mögliche Reparation zu gewährleisten.

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