beeinträchtigt Sarkoidose die Alterserwartung?

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Bei der Sarkoidose ( auch Morbus Boeck genannt ) unterscheidet man 3 Stadien. 1.) Lymphknotenbefall. 2.) Hämatogene Streuung tritt zu 90-100% an Lymphknoten und zu 70% an der Lunge auf. Selten erfolgt eine Streuung in Leber und Milz. 3.) Narbenstadium. Es gibt zudem eine Hautbeteiligung und Augensymptome. Im Stadium 1 und 2 ist die Prognose ist im allgemeinen günstig. Oft erfolgt ein schubweiser Verlauf mit einer Neigung zur Selbstheilung. Im Stadium 3 kann es zu einem Cor pulmonale kommen und damit zu einer pulmonalen oder kardialen Insuffizienz. Wie sich die Krankheit entwickelt, kann man aber im Stadium der Diagnosestellung leider nicht voraussagen.

Bitte Deine Freundin darum, daß Du sie beim nächsten Arztbesuch begleiten darfst. Ihn kannst Du alle wichtige Fragen stellen.

Es kommt darauf an, wie alt Deine Freundin ist und welches Sadium die Krankheit hat. Es ist allerding so, je jünger der Patient, je akuter der Verlauf, desto besser die Prognose. L.G.

Ich bin kein Arzt ,aber ich weis auch nicht wo deine Freundin die Sarkoidose hat (Herz ,Lunge ,Skellet,...?). Ich denke wenn sich irgendwo Knoten (Granulome) bilden (z.B.Lunge) schränkt das im allgemeinen natürlich die Organfunktion ein . Aber am besten fragst du einen bekannten Arzt . Lg nichverzagen1

leider am Herz :( ...

http://www.wer-weiss-was.de/medizin/sarkoidose-lebenserwartung

die Frage, was eine Sarkoidose überhaupt ist, ist gar nicht so einfach zu beanworten. Primär ist die Krankheit durch die Anwesenheit von sogenannten "Granulomen" in verschiedenen Organen gekennzeichnet. Das sind nichts anderes als millimetergroße Knötchen, die aus Immunzellen (sogenannten Makrophagen und Lymphozyten) bestehen. Normalerweise sind solche Granumome eine besondere Reaktionsform des Immunsystems auf eingedrungene Fremdstoffpartikel oder Erreger, welche die Freßzellen nicht fressen können. Daher werden sie eben von einem Wall aus Immunzellen abgeriegelt, und diesem Wall nennt man "Granulom". Schwerverdauliche Tuberkelbazillen führen zum Beispiel zur Granulombildung, aber auch eingeatmete Hartmetallpartikel wie Beryllium.

Bei der Sarkidose entstehen solche Granulome nun spontan, ohne Bakterien oder Fremdkörper. Man vermutet, daß das Immunsystem plötzlich körpereigene Bestandteile für "fremd" hält und eine entsprechende Immunreaktion anleiert. Meistens geschieht das in der Lunge, aber auch die Hirnhäute oder Leber, Milz und Haut können betroffen sein.

Letztendlich kann man jedoch nicht ausschließen, daß ein noch unbekannter Erreger inmitten der Granulome sitzt - dann wäre das ganze eine Infektion. Auch ist es denkbar, daß sich die Immunzellen krebsartig spontan teilen (in diesem Falle wäre die Sarkoidose eine Sonderform von Lymphomen bzw. Krebs der Makrophagen).

Die gute Nachricht ist, daß die Sarkoidose zu 70% binnen Monaten spontan ausheilt. Falls wichtige Organe befallen sein sollten, so muß man bis zum "Ausbrennen" der Erkrankung mit immunsupprimierenden Mitteln (Kortison) therapieren (stützt damit übrigens die Annahme einer Autoimmunerkrankung). In 25% bleibt die Krankheit bestehen und es ist eine Dauertherapie nötig. Lediglich 5% aller Patienten sterben heute noch an der Erkrankung.

Es gibt dann noch eine ganze Fülle von nicht-granulombedingten Begleitreaktionen an der Haut und verschiedenen anderen Organen (Augen, Speicheldrüsen), die typisch sind für schwelende Autoimmunprozesse. Desweiteren sekretieren die Granulome oft Faktoren, die zu einem überhöhten Kalziumspiegel im Blut führen, welcher dann (unabhängig von der Grunderkrankung) therapiert werden muß (sonst kristallisiert das Kalzium in Harnwegen und anderen Organen aus).

Die Diagnose ist gar nicht so einfach. Symptome sind die einer jeden chronischen Immunreaktion/Infektion (Fieber, Abgeschlagenheit) plus Husten bei Lungenbefall. Die Knötchen sind beim Lungeröntgen sichtbar, aber von Knötchen anderer Ursache nicht zu differenzieren. Hilfreicher ist eine Bronchialspülung mit Nachweis bestimmter Zellen in der Spülflüssigkeit oder eine Gewebsentnahme aus befallenen Organen (praktischerweise: Haut, sofern betroffen) mit Granulomnachweis unter Ausschluß anderer o.g. Ursachen für Granulome. Der Spiegel des ACE-Enzyms im Serum soll die Krankheitsaktivität anzeigen, wobei ich nicht weiß, ob dieser Spiegel wirklich nur bei der Sarkoidose erhöht ist.

Zusammenfassend ist die Sarkoidose also eine komplexe Systemerkrankung, die aber meist selbstlimitiert verläuft bzw. gut therapierbar ist.

Vielen Dank für die fachliche, gut verständliche Aufklärung.

Eine Kortisontherapie bleibt mir wohl

nicht mehr erspart.

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