Arzt ohne Doktortitel

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Beide haben Medizin studiert.

Der eine Arzt sagt sich dann: ich verzichte auf den Titel "Dr.med." und gehe lieber sofort in die praktische Arbeit - oder: ich mache statt des Doktor-Titels eine andere Weiterqualifikation.

Der andere arzt promoviert, also schreibt seine Doktorarbeit und hat noch ein Gespräch darüber. Wenn er besteht, hat er anschließend den Doktortitel.

Das Irreführende ist: Doktor im Sinne des Berufs "Arzt" sind beide. Doktor als Titel kann man auch in allen anderen Studienfächern haben, z.B. als Volkswirt, Jurist, Theologe usw.

Der Doktortitel hat überhaupt nichts mit den Fähigkeiten eines Arztes zu tun. Wenn ich mir so die Themen und Inhalte so mancher Doktorarbeiten anschaue, dann sind sie m.E. so relevant für die ärztliche Praxis wie der berühmte Sack Reis in China...

In anderen Ländern bekommt man den Doktortitel "nachgeschmissen", bzw. den bekommt man einfach zum Abschluss des Studiums. Hier in Deutschland muss man dafür eine extra Dissertation schreiben und eine zusätzliche Prüfung machen, um promoviert zu werden. Wenn die Freundin wüsste, was da teilweise für Themen bei den Doktorarbeiten beackert werden müssen... das würde ihr nicht weiterhelfen, wenn ein Arzt über Versuche Meerschweinchen oder Zellkulturen was geschrieben hat, das hängt nämlich eher selten mit den Problemen zusammen, wegen denen sie zum Arzt geht.

Wenn du überzeugt von ihm bist,überzeuge auch deine Freundin,dass er ein guter Arzt ist.Es gibt viele niedergelassene Ärzte ohne Titel. Heißt nicht,dass er schlechter ist,als einer mit Dr.vorneweg.

Ein HAusarzt muss ein Doktortitel tragen. Er muss sein Promotion abgelewgt haben.

Sonst bekommt er keine Zulassung als niedergelassener Arzt. Ausnahme ist höchstens als Arzt in einer gemeinschaftspraxis.

Sie müssen es aber nicht an der Hauswand aufzeigen.

Einige haben auch z.B. "Dr. (I) Max Mustermann " an der Wand stehen. Das würde z.B. heißen, er ist in Italien promoviert, so dass er in der EU einen Abschluß germacht hat. Das reicht auch aus.

Falsch. Er muss "Facharzt für..." sein und approbierter Arzt sein. Eine Promotion ist nicht notwendig. Am Türschild steht dann halt nur "N. Name, Facharzt für Allgemeinmedizin" oder dergleichen drauf, ohne "Dr. med."

Er ist in einer Praxisgemeinschaft.

Dann steht da sicher nicht "Dr. med. (I)" sondern "Dott. (Univ. Roma)" oder so dran. Und ein Hausarzt muss approbierter "Facharzt für" (z. B. Allgemeinmedizin) sein, nicht aber promoviert haben.

Leider gründlich falsch, und zwar alles, was du schreibst. Es ist zwar üblich, dass ein Mediziner eine Promotion ablegt, doch hat die häufig auch nur den Stellenwert eines Diploms, das ganze ist letztlich als historisch gewachsen zu betrachten. Ein nicht promovierter trägt als Titel "Diplom", dies berechtigt zur Zulassung, und zwar unbeschränkt. Mit Gemeinschaftspraxis hat das auch nix zu tun.

@EichWolf

Vollkommen falsch.

@Saarland60

Ja, ich kenne auch einen Arzt, der ohne Doktortitel als niedergelassener Arzt praktiziert, und zwar alleine, also ohne Gemeinschaftspraxis oder Praxisgemeinschaft.

@EichWolf

"Ein nicht promovierter trägt als Titel "Diplom", dies berechtigt zur Zulassung, und zwar unbeschränkt"

Ein nicht promovierter Arzt trägt schlicht und wenig ergreifend die Bezeichnung: Arzt. Sonst nix. (Wenn er eine Facharzt-Weiterbildung hat, halt auch noch diese als Ergänzung).

... seltsamerweise(?) trägt bei uns von ca. 50 Ärzten grade mal einer den Diplom-"Titel", und der hat seinen Abschluß in der DDR gemacht (daß das schon ein paar Tage her ist, sollte damit klar sein).

s. auch mein anderer Beitrag hier.

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