Angst vor Organspendeausweis berechtigt ?

5 Antworten

KONTRA-ARGUMENTE

  • Organspende ist für die Angehörigen sehr oft eine große Belastung. Der Angehörige wird noch künstlich am Leben gehalten und wirkt keineswegs tot. Da fällt der Abschied und das innere Abschließen oftmals schwer, denn es fehlt die Offensichtlichkeit des Todes, des finalen Endes. Auch die Freigabe zum Ausweiden ist für viele eine enorme emotionale Belastung, die in diesem Moment des Schocks und der Trauer das Fassen und Verarbeiten dieser schrecklichen Wendung erschwert.
  • Die Definition von Hirntod ist umstritten und die Abgrenzung zu "Vitalfunktionen" schwierig und schlichtweg willkürlich. Wir reden hier also von einer formalen Definition und nicht von naturwissenschaftlichen Fakten. Der Hirntod ist nur ein Schritt des Sterbeprozesses. Der Organspende ist definitiv eben nicht tot, sondern der Körper lebt noch, denn sonst wären die Organe tot und damit wertlos. Hirntod bedeutet nicht Tod im engeren Sinne, sondern dass das Gehirn irreversibel geschädigt ist und kein bewusstes Leben mehr möglich sein wird. Der Sterbeprozess ist erst abgeschlossen, wenn der gesamte Körper tot ist. 
  • Drittens gibt es immer wieder Skandale um die Vergabe der Organe, um damit verbundenes Geld, um Bevorzugung und dergleichen. Dies betrifft zwar nur Ausnahmefälle und die überwältigende Mehrheit der Organspenden findet korrekt statt, aber dennoch führen diese Skandale zu einer unproportional hohen Quote an Ablehnung. Auch seltene Fehldiagnosen des Hirntodes und vor allem die Angst, voreilig als hirntot definiert zu werden, nur um als Spender genutzt werden zu können, hält etliche Personen davon ab, sich als Spender zu melden.
  • Auch persönlich haben sehr viele Menschen einfach emotionale Probleme damit, nach dem Tode ausgeweidet zu werden. Sie empfinden es als Teil ihrer Würde, dass der Körper nach dem Tode intakt bleibt und sie den Sterbeprozess vollständig und im ganzen durchlaufen.

PRO-ARGUMENTE

  • Organspende rettet Leben und verbessert die Lebensqualität von schwer Erkrankten drastisch. Der hirntote Spender dagegen hat ohnehin kein bewusstes Leben mehr vor sich.

KONKRET ZU DEINER FRAGE

  • Deine Angst ist zu einem kleinen Teil berechtigt, aber in der Praxis ist es doch sehr unwahrscheinlich, dass der Hirntod falsch festgestellt wird. Wenn das der einzige Grund gegen Organspende wäre, dann hielte ich den nicht für so gewichtig. Aber vielleicht teilst du ja auch einige der obigen Bedenken...
  • Persönlich bin ich in bezug auf meinen eigenen Körper und den meiner Verwandten gegen Organspende. Das bedeutet aber nicht, dass ich das Konzept der Organspende ablehne -- ganz offensichtlich ist auch das Retten von Leben ein hoher Wert und durchaus ein nachvollziehbares Argument.

Der Hirntod ist nur ein Schritt des Sterbeprozesses.

Menschen, die sich im Sterbeprozess befinden, brauchen keine Ausschlachtung, sondern bis zum endgültigen ECHTEN Tod Schutz, Fürsorge und Liebe.

Der hirntote Spender dagegen hat ohnehin kein bewusstes Leben mehr vor sich.


Professor Coimbra erklärt in dem Interview (auf YouTube)

Der tödliche Apnoetest

ja genau den sogenannten "Hirntod". Es sind ja zu einem hohen Anteil schwerkranke Patienten, die dringend behandelt werden müssen, um wieder gesund zu werden.

Auch seltene Fehldiagnosen des Hirntodes und vor allem die Angst, voreilig als hirntot definiert zu werden, nur um als Spender genutzt werden zu können, hält etliche Personen davon ab, sich als Spender zu melden.

Es wird von ca. 30 % falschen "Hirntod"-Diagnosen berichtet - das ist nicht selten. Und wäre es nur eine einzige Fehldiagnose, wäre die eine zuviel.

Und auch diejenigen, die eine solche "Diagnose" überlebt haben, nur weil die Angehörigen sie nicht zur O-spende freigaben, sondern auf Weiterbehandlung bestanden, sprechen eine deutliche Sprache.

Deine Angst ist zu einem kleinen Teil berechtigt, aber in der Praxis ist es doch sehr unwahrscheinlich, dass der Hirntod falsch festgestellt wird.

Die Angst ist total berechtigt, und die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß.

Das Ausschlachten der sogenannten O-spender ist also auf jeden Fall Mord. Dass sich die gesetzemachenden Politiker von der "Organ-Mafia" haben Sand in die Augen streuen lassen, ist ein anderes Thema.

Interessantes Thema. Ich habe mich intensiv mit dem Pro und vor allem auch mit dem Contra auseinander gesetzt und mich ganz klar gegen Organspende entschieden. Es gibt Ärzte die nicht mehr an Explantationen teilnehmen wollen, weil sie es mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können. Die Patienten werden mit Medikamenten still gestellt, weil sie sonst Abwehrreaktion aufweisen! Der Puls schlägt schneller, was auf Schmerz hindeutet. Schmerzmittel dürfen jedoch nicht verabreicht werden, da die Wissenschaftler sich sonst eingestehen müssten, dass der Patient noch Empfindungen hat. Eine Mutter berichtete, dass sie schockiert beim Anblick ihres Sohnes nach der Entnahme war. Er war innerhalb dieser kurzen Zeit extrem gealtert und hatte einen schmerzverzerrten Gesichtsausdruck. Sie konnte es sich niemals verzeihen, der Entnahme zugestimmt zu haben und litt unter Gewissensbisse. Zudem wird ein Patient schnell "abgeschrieben" wenn er solch einen Ausweis hat. Ich rate jedem sich intensiv damit auseinander zusetzen und nicht nur die Aussagen der Lobbyisten zu glauben und nachzuplappern.

Ein Mensch wird erst dann für tot erklärt, wenn keine Hirnströme mehr messbar sind. Normalerweise werden dann alle lebensverlängernden Apparate abgeschaltet. Hast du einen Spenderausweis, schalten Sie nicht sofort ab, um das zu entnehmende Organ so lange wie möglich gut zu "versorgen". Ist das Organ entnommen, wird abgeschaltet. Am Hirntod kann kein Arzt irgendwas entscheiden.....man ist tot, oder eben nicht....und bei "nicht" wird auch nix entnommen. 

Du schreibst ganz richtig:

Ein Mensch wird erst dann für tot erklärt, wenn keine Hirnströme mehr messbar sind.

Nur wiel Hirnströme mit Geräten nicht mehr messbar sind, bedeutet es nicht, dass keine Hirnströme mehr vorhanden sind. Auch bedeutet das nicht, dass dass der Patient mit nicht mehr messbaren (!!) Hirnströmen sterben muss.

Wie das zusammenhängt erklärt sehr gut verständlich Professor Coimbra in dem Interview mit dem Titel "Der tödliche Apnoetest".

Findest Du auf YouTube (google so). Gib den Titel in die Suchleiste ein und nimm das Video mit 18 Minuten.

Hallo Ayylinn, ja. Deine Angst ist berechtigt. Es ist Deine Intuition, die Dich warnt und in Dir Alarm meldet.

Lies bitte meine ausführliche Antwort an Lenageilesause, die ich heute schrieb:

zwei fragen zum thema organspende?

https://www.gutefrage.net/frage/zwei-fragen-zum-thema-organspende?foundIn=answer-listing&randomReloadId=295882#comment-100169354

Sobald Du Dir das Interview mit Professor Coimbra angesehen hast, verstehst Du, warum Du diese heftige Warnung in Dir hast, die sich Dir in Form von Angst äußert .

Sei Deiner Intuition dankbar, denn sie ist bezüglich dieses Themas im Falle eines Falles für Dich überlebenswichtig.


Für die Organspende mußt Du hirntod sein, und das ist nicht mehr zu ändern sondern endgültig und man kann nicht mehr aufwachen. Dann wird man unabhängig voneinander von zwei Ärzten untersucht, ob tatsächlich ein Hirntod vorliegt.

Bald nach dem Hirntod streben auch die anderen Organe. Daher muß es schnell gehen.

Ob und wie "endgültig" eine Diagnose "hirntot" ist, erfährst Du in dem Interview mit Professor Coimbra mit dem Titel

Der tödliche Apnoetest

Findest Du auf YouTube (google so). Nimm dann das Video mit 18 Minuten. - Er erklärt sehr gut verstehbar alles rund um den "Hirntod".

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