Alle Milchprodukte ungesund?

5 Antworten

Wenn man nach Studien geht, dürften wir wohl gar nichts mehr essen und müssten verhungern.

Solange du Milch und Milchprodukte gut verträgst, nimm sie weiter zu dir, sie werden dir dann auch nicht schaden. Man kann sich auch verrückt machen. Mir selber sind sowohl Milch als auch Milchprodukte immer gut bekommen, ich habe weder Allergien noch Osteoporose (obwohl ich bereits in den Wechseljahren bin) und auch keine anderen Krankheiten, die mit dem Verzehr solcher Dinge irgendwie zu tun haben könnten. Die einzige Krankheit, die ich habe, ist eine Gerinnungsstörung, aber die ist angeboren und hat nichts mit dem Essverhalten zu tun.

Letztendlich sollte es jeder so halten, wie er mag. Aber von solchen angeblichen "Studien" solltest du dich nicht verunsichern lassen. Ich gebe da schon lange nichts mehr drauf und mir geht es gut.

Für Chinesen zum Beispiel sind Milchprodukte ungesund, weil ihnen ein bestimmtes Enzym fehlt, genau wie Katzen. Daher bekommen Katzen und Chinesen (und noch ein paar andere asiatische Völker) von Milch und Milchprodukten Durchfall.

Auch für Menschen mit Laktoseintoleranz ist Milch nicht gut (logischerweise).

Letzten Monat informierte mich ausserdem mein Orthopäde, dass zu viel Milch (-Produkte) den Körper übersäuern und damit Schaden anrichten können. Aber dann müsste man schon täglich mindestens zwei Liter Milch trinken.

Ich persönlich trinke relativ häufig Milch (Kakao), Milchkaffee, fast täglich einen Joghurt (für die Verdauung) und der Knochenfestigkeitsscan ergab ein optimales Ergebnis. Auch meine Bandscheiben sind tiptop, obwohl  ich ein starkes Hohlkreuz habe (seit meiner Geburt) und schon 50 Jahre "alt" bin.

Also ich denke, mir hat die Milch nicht geschadet.

Milch - in Maßen genossen - ist immer noch gesund.

Dass andere Menschentypen keine Milch vertragen, hat etwas mit der menschlichen Entwicklungsgeschichte zu tun.

Wie Du vielleicht mal gehört hast, stammt der Urmensch aus Afrika. Im Klartext: Er hatte eine dunkle Haut, damit er besser geschützt war vor der großen Sonneneinstrahlung (die ja in Afrika stärker und öfter scheint als beispielsweise in Mitteleuropa).

Irgendwann zog es manche Urmenschen in nördlichere Gefilde. Die Sonne schient nicht mehr so stark und so oft. Die Haut wurde heller. Damit verbunden war allerdings auch, dass allein durch die Sonnenstrahlung nicht mehr so viel Vitamin D gebildet werden konnte. Irgendwann wurde ein Teil der Menschheit sesshaft und begann mit der Viehhaltung und dem Ackerbau. Durch Zufall stellten sie fest, dass der regelmäßige Genuss von Milchprodukten ihren Knochen gut tat. Die jenigen, die Milch und deren Produkte gut verdauen konnten, hatten eine höhere Lebenserwartung als die anderen (Knochenbrüche konnte man damals weitaus schlechter behandeln als heute).

Solang Du also nicht jeden Tag literweise Milch trinkst (das wäre dann wieder ungesund), machst Du es richtig.  

Es kursieren vor allen Dingen Aussagen zum Thema "Milch und Studien", die einfach schlicht falsch sind.

Ich gebe dir ein Beispiel: Veganer zitieren gern die "Nurses Health Study", eine riesige epidemiologische Studie aus Harvard, die schon seit Jahrzehnten läuft. Sie behaupten, diese Studie zeige ein  erhöhtes Osteoporose-Risiko für Frauen, die viel Milch trinken.

Aber weißt du, was das Seltsame ist? Es stimmt gar nicht. Wenn du die Studie liest, stellst du fest: Frauen, die im Erwachsenenalter täglich mindestens zwei Gläser Milch tranken, hatten kein geringeres Osteoporoserisiko als Frauen, die ein Glas Milch oder weniger pro Woche tranken.

Mit anderen Worten: Hoher Milchkonsum im Erwachsenenalter schützt Frauen leider nicht (wie vielleicht erhofft) vor Osteoporose.

"Kein Schutz" ist aber etwas ganz anders als "Milch macht Osteoporose" oder "Milch ist ungesund".

Hier werden also entweder die Studienergebnisse ganz bewusst falsch zitiert - oder jemand weiß nicht, wie man wissenschaftliche Studien liest.

Hier noch ein interessanter Link: http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/milch-kampagne-bringt-milch-in-zusammenhang-mit-uebergewicht-a-985707.html

Mit anderen Worten: Hoher Milchkonsum im Erwachsenenalter schützt Frauen leider nicht (wie vielleicht erhofft) vor Osteoporose.

Wie sollte er auch. Osteoporose ist kein Calciummangel. Sondern eher ein hormonelles Problem, ggf. noch Vitamin D und/oder K2 Mangel.

Die insulinogene Wirkung von Milchzucker und -eiweiß ist wenig geeignet, bei hormonellen Problemen Abbhilfe zu leisten. Der Vitamingehalt ist, bei einem wirklichen Mangel, ein Tropfen auf den heißen Stein. Wenn überhaupt sind die fettesten, milchzuckerärmsten Milchprodukte hilfreich. Butter, reifer Käse, Sahne.

Ja? Wo sind denn diese Studien? Das sind meist nur Artikel in der Laienpresse oder auf Veganismus-Plattformen. Kann man abhaken, da will sich nur jemand wichtig machen.

Grundsätzlich ist bei Milchprodukten der Zuckeranteil (Laktose) zu berücksichtigen. Der (und nicht der Fettanteil) ist kritisch zu sehen. Auch ist Milcheiweiß vergleichsweise insulinogen. Milch ist somit Aufbaunahrung (anabol) - ist ja auch logisch.

Wer übergewichtig ist oder/und hormonelle Störungen (Insulinresistenz, metabolisches Syndrom, Schilddrüsenstörungen, Menopause, ...) hat sollte Milchprodukten daher mit Vorsicht begegnen.

Und zwar vor allem den fettarmen Milchprodukten mit normalem Milchzuckergehalt: Fettarme/Magermilch, Buttermilch, Magerquark, ...

Fette (Butter, Sahne) und fermentierte (Käse, Joghurt, Kefir, ...) Milchprodukte haben meines Wissens in noch keiner Studie irgendwelche nachteiligen Effekte gezeigt (im Gegenteil). Also sollte man sich an die halten und die möglichst wenig verarbeiteten Sorten wählen.

Du hast richtig gehört: Butter, Sahne, griechischer Joghurt, Käse mit 40% Fett i.Tr. sind die gesunden Milchprodukte. Und diese helfen nachweislich sogar beim Abnehmen! Fettarme Milch dagegen... macht konkret Fett-Arme. ;-)

Hier noch ne Studie dazu: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3656401/

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