Änderung der MdE von 20% auf 30% = mehr Unfallrente?

2 Antworten

Hoi.

Ja, die Renten werden angerechnet:

"Praxis-Beispiel

Erwerbsminderungs-/ Verletztenrente

Seit 2002 wird eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bezogen. Der Rentner erleidet am 13.3.2017 einen Arbeitsunfall. Er erhält daraufhin von der Berufsgenossenschaft Verletztenrente und hat – wegen weiterer Minderung seiner Erwerbsfähigkeit – auch Anspruch auf Rente wegen voller Erwerbsminderung, und zwar ab 1.4.2017.

Lösung: Die Rente wegen voller Erwerbsminderung ist ggf. wegen der Verletztenrente im Rahmen des § 93 SGB VI zu kürzen. Auf die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung hat die Unfallrente keine Auswirkungen, weil sich der Unfall nach Eintritt der Berufsunfähigkeit ereignet hat."

https://www.haufe.de/sozialwesen/sgb-office-professional/reihenfolge-der-berechnungsvorschriften-rentenversicherung-1-rangfolge_idesk_PI434_HI2857328.html

Das Beispiel bezieht sich natürlich auch auf die Höhe der Renten: 

§ 93 SGB VI Rente und Leistungen aus der Unfallversicherung

(1) Besteht für denselben Zeitraum Anspruch

1. auf eine Rente aus eigener Versicherung und auf eine Verletztenrente aus der Unfallversicherung oder
2. auf eine Hinterbliebenenrente und eine entsprechende Hinterbliebenenrente aus der Unfallversicherung,

wird die Rente insoweit nicht geleistet, als die Summe der zusammentreffenden Rentenbeträge vor Einkommensanrechnung den jeweiligen Grenzbetrag übersteigt.

(2) Bei der Ermittlung der Summe der zusammentreffenden Rentenbeträge bleiben unberücksichtigt

1. bei dem Monatsteilbetrag der Rente, der auf persönlichen Entgeltpunkten der knappschaftlichen Rentenversicherung beruht,
a) der auf den Leistungszuschlag für ständige Arbeiten unter Tage entfallende Anteil und
b) 15 vom Hundert des verbleibenden Anteils,
2. bei der Verletztenrente aus der Unfallversicherung
a) ein der Grundrente nach dem Bundesversorgungsgesetz entsprechender Betrag, bei einer Minderung der Erwerbsfähigkeit um 20 vom Hundert zwei Drittel der Mindestgrundrente, bei einer Minderung der Erwerbsfähigkeit um 10 vom Hundert ein Drittel der Mindestgrundrente, und
b) je 16,67 vom Hundert des aktuellen Rentenwerts für jeden Prozentpunkt der Minderung der Erwerbsfähigkeit, wenn diese mindestens 60 vom Hundert beträgt und die Rente aufgrund einer entschädigungspflichtigen Berufskrankheit nach den Nummern 4101, 4102 oder 4111 der Anlage zur Berufskrankheiten-Verordnung vom 31. Oktober 1997 geleistet wird.

(3) Der Grenzbetrag beträgt 70 vom Hundert eines Zwölftels des Jahresarbeitsverdienstes, der der Berechnung der Rente aus der Unfallversicherung zugrunde liegt, vervielfältigt mit dem jeweiligen Rentenartfaktor für persönliche Entgeltpunkte der allgemeinen Rentenversicherung; bei einer Rente für Bergleute beträgt der Faktor 0,4. Mindestgrenzbetrag ist der Monatsbetrag der Rente ohne die Beträge nach Absatz 2 Nr. 1.

 Ciao Loki

Hey Paul,

Infos findest du hier in dem Link: www.ra-buechner.de/fachbereiche/gesetzliche-unfallversicherung/leistungsarten/unfallrente.html

wie z.B.:
Für die Dauer von drei Jahren nach dem Eintritt des Versicherungsfalls
wird die Verletztenrente als vorläufige Entschädigung gezahlt. Hierbei
wird sie häufig nicht als monatliche Rente sondern als sogenannte
Gesamtvergütung geleistet. Während dieser drei Jahre kann die
Berufsgenossenschaft jederzeit die MdE neu festsetzen
und die Rente
jederzeit entziehen.


Für die Höhe der Verletztenrente sind also im Wesentlichen zwei Faktoren
maßgebend. Die Minderung der Erwerbsfähigkeit ( MdE ) zum einen und die
Berechnung des Jahresarbeitsverdienstes zum anderen. Hierbei handelt es sich um den Gesamtbetrag aller Arbeitsentgelte und Arbeitseinkommen des Versicherten im Jahr vor dem Versicherungsfall.

Gruß siola55

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