Adhs im Erwachsenen alter (26)?

4 Antworten

Hallo,

Ich kann dir nur meine Erfahrungen mit Methylphenidat (Ritalin, Concerta) schildern.

Ich wurde schon vor 15 Jahren abgeklärt, also mit 9 und dazwischen immer immer wieder, bin heute 24 und davon überzeugt, wie auch die Ärzte, ich habe stark ausgeprägtes ADHS. Nur gleichen sich unsere Sichtweisen nicht überall. Ich kann mich schlecht lange auf eine Sache konzentrieren, springe jetzt noch im Erwachsenenalter herum (ist meistens meine bewusste Entscheidung), klettere auf Bäume und andere Dinge. Rede schnell, manchmal viel und mische mich gerne überall mit ein.

Was Methylphenidat mit mir anstellte: Ich nahm es in der Schulzeit. Was passierte war, 30 Minuten nach dem üblen bitteren Geschmack, dass meine Fantasie so gut wie ausgelöscht war. Ich fühlte mich fremd im eigenen Körper. Ohne Fantasie, nichts träumen bzw philosophieren zu können, war ziemlich verwirrend und erniedrigend für mein Selbstwertgefühl. Da nun, ohne jegliche Fantasie, war ich gezwungen, mein Wesen (während dieser Zeit) in der Logik zu erkennen, denn es war kaum etwas anderes präsent. So also, der Logik übergeben, machte ich das einzige was Sinn machte, Lernen (Mitmachen bzw gute Noten schreiben, dann sind andere auf mich Stolz). Nichts machte mir mehr Spass, ich verlor den Appetit und bekam verschiedene nervige Ticks.

Ein Jahr später, konnte ich meine Eltern davon überzeugen, dass es mir nicht gut tut, dann kam noch Concerta, Bachblütentherapie, Kinesiologie, Neuro-Feedback, Gespräche mit Schulpsychologen, bestimmte Fastkuren.. Naja halt so einiges.

Ich nehme seit Jahren nichts mehr davon ein. Ich lerne was ich will, und lass das was ich nicht will, beiseite. Ich habe mich akzeptiert und liebe mich so wie ich bin.

ADHS, meiner Meinung nach, ist eine Gabe. Es bedeutet lediglich, ein riesiges Interessenspektrum zu haben, folglich kann ich mich nicht auf langweilige, sich ständig wiederholende Tätigkeiten konzentrieren. Ich akzeptiere das, aber das liegt bei jedem selbst.

Ein Mensch passt halt nicht in jedes Paar Schuhe, bzw bleibt nicht überall glücklich. Ich persönlich habe schon an verschiedenen Orten gearbeitet (Kindertagesstätten, Kindergarten, Schule, Kellner in Restaurants, Betriebsassistenz im Restaurant, Auf veganem Bio-Hof) und überall da, war ADHS eine Stärke. Vielleicht, nur vielleicht, musst du gar nicht deinen Körper ändern, sondern nur die Sichtweise. Ist eigentlich ziemlich oft der Fall, wenn man nicht zufrieden ist, und hat nicht spezifisch mit ADHS zu tun.

Liebe Grüsse

Sati

Ich bin 25 und habe ADHS. Ich muss täglich 30mg Methylphenidat nehmen.

Die Uhruhe lässt nach und die Konzentration wird bei mir besser. Bei der Einnahme von gesunden wirkt das Medikament aufputschend. Bei Kranken wirkt es in der Regel paradox. Bis zu einer gewissen Dosis wirkt es beruhigend. Danach putscht es ebenfalls auf. Die Dosis muss bei ADHS deswegen langsam angepasst werden bis die optimale Menge gefunden wurde.

Ob man ADHS hat ist schwer zu bestimmen. Bei mir würde es viel zu spät diagnostiziert. Ich habe seit ich ein Kind bin daran gelitten. Die Diagnose habe ich erst mit 24 gestellt bekommen.

Personen, die das Medikament nicht benötigen, werden hibbelig, sehr licht- und geräuschempfindlich, bekommen manchmal Kopfschmerzen, sind hellwach, werden nicht müde und haben Schlafstörungen.

Bei Erwachsenen funktioniert Methylphenidat nicht so gut wie bei Kindern und Jugendlichen. Es gibt aber Alternativen.

FZ

Ok. Danke sehr. Was wären Alternativen.?

@MF1992

Tetrahydrocannabinol (gering dosiert), ist nur leider, soweit ich weiss, bevor du alle anderen giftigen Alternativen ausprobiert hast, verboten. Mehr aber aus ökonomischer, als aus medizinischer Sicht.

@MF1992

Einige Antidepressiva.

Wie kommst du darauf, dass du ADHS haben könntest? Lies nicht so viel im Internet über Krankheiten. Wenn man die Symptome liest, bildet man sich immer ein, die Krankheit zu haben. Du kannst dich nicht selbst diagnostizieren.

Medikamente wirken bei jedem Menschen anders. Deshalb sind Erfahrungen anderer nicht auf dich übertragbar.

Konsultiere bitte einen Arzt!

Kann man ADHS haben und trotzdem sehr ruhig sein?

Kann man ADHS haben und trotzdem sehr ruhig sein?

Unter Kindern, die ADHS haben stellt man sich doch meist so ganz zappelige und aufgedrehte Kinder vor. Aber geht es auch, dass das Kind sehr ruhig ist, eigentlich auch nicht viel spricht, aber in der Lage ist ganz schnell zu sprechen. Also, dass es zwar langsam sprechen kann, aber wenn es ganz normal spricht ein sehr schnelles Tempo hat, so dass man es kaum versteht, aber es auch nur so redet, wenn es die Personen gut kennt und sonst eher Probleme hat überhaupt ein Wort raus zu bekommen und dass es nicht zu leise spricht. Dass dieses Kind auch nicht wild ist oder den Unterricht stört indem es rein redet und sich auch sonst versucht nicht im Mittelpunkt zu stehen, weil man sich dadurch unwohl wird. Man hat zwar Probleme sich zu konzentrieren, aber man ist nicht die Spur wild oder agressiv anderen gegenüber. Ist ADHS dann eine Fehldiagnose? Ich bin jetzt 15 und bei mir ist das immer noch so vom Verhalten her was die Schüchternheit betrifft wie als jüngeres Kind. Dass ich so ruhig bin ist nicht nur eine Eigendiagnose, ich wurde oft gefragt (von Mitschülern) warum ich so brav in meinem Alter sei und meine jetzige Klassenlehrerin kennt mich auch noch nicht so lange, aber ihrer Meinung nach bin ich zu ruhig und würde mich zu sehr zurückziehen, sie hat mich auch schon als introvertiert bezeichnet. Und sie hat sogar meine Eltern darauf angesprochen und als meine Mutter mich fragte was das soll konnte ich das Thema mit "ich bin halt so" beenden. Also so ganz und gar nicht zappelig und aufgeregt, das ist doch gar kein ADHS oder? Ich wurde als Grundschüler zu verschiedenen Leuten gebracht und die waren alle der Meinung ich hätte es, können die sich alle geirrt haben? Meine Grundschule meinte damals zu meinen Eltern ich solle mich mal untersuchen lassen, da ich viel zu unkonzentriert sei. Angeblich hätte ich das auch schon von Geburt an gehabt, sagten mir meine Eltern als ich 9 war und als ich daraufhin fragte woher sie das wissen, meinte meine Mutter, weil so etwas entstehen kann, wenn sich die Eltern nicht richtig um ihr Kind kümmern, aber wir sind nicht daran Schuld und das ist wichtig, dass du das weißt. -Also habe (oder hatte falls sowas wieder weg gehen kann) ich wirklich ADHS, wenn nichts entstanden ist, sondern alles immer so war und ich auch nicht in das "typische" Verhaltensschema eines ADHS- Kindes gepasst habe?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?