Abneigung gegen Gemüse - Was nun?

5 Antworten

Versuche es mit exotischen Gewürzen: Kurkuma, Curry-Mischung, Sesamöl, Sojasauce, geschnittenes Nori, Lemongras. Damit schmecken Gemüsepfannen und -Eintöpfe ganz anders. Vielleicht lässt sich dein Geschmackssinn so überlisten.

(Kicher-)Erbsen, Bohnen etc. kann man auch gut pürieren und als pikanten Brotaufstrich essen. Schön scharf würzen, dann drängt sich der Gemüsegeschmack nicht mehr auf.

Vielleicht ist die Abneigung aber auch ein Instinkt, weil du eine latente Allergie gegen diese Gemüsesorten hast. Deshalb solltest du nicht zu viele neue Sorten auf einmal probieren. Falls es dir danach schlecht geht, weißt du dann nämlich, an welchem Gemüse es lag.

@halbsowichtig: Von Deinem Grundansatz her hast Du absolut recht, es kommt immer auf die Zubereitung an.

Allerdings sind die asiatischen Gewürze, wie Du sie anführst auch nicht für jeden Geschmack etwas. Mir wird es z.B. bei dem Geruch vonKurkuma speiübel, obwohl ich durchaus asiatische Küche pflege, lasse dann halt das Kurkuma weg. Auch Lemongras hat so seine Tücken, weil es nicht mit jedem Gemüse harmoniert.

Wenn man jemanden in die Gemüseküche einführt, sollte man nicht gleich zu der ausländischen Küche greifen, sondern lieber auf die heimatlichen Möglichkeiten zurückgreifen.

@wagemut

Die heimatliche Gemüseküche mag er nicht, hat er doch geschrieben. Das ist gerade sein Problem.

Zunächst wäre die Frage zu klären, ob nicht eine Allergie Auslöser der Übelkeit ist. Sollte das nicht der Fall sein, ist Ursachenforschung angesagt. Was sagen deine Eltern zu dem Problem, was wissen eventuell Freunde über ein Ereignis, vielleicht von einem selbst schon vergessen, das dazu geführt haben könnte. Das alles geht auch ohne Psychologen. Danach überlegen, welches Gemüse habe ich als Junge besonders gemocht, waren es vielleicht eher die Möhren oder eher die Erbsen usw. Wenn ich an Gemüse denke, welches Gemüse bereitet mir da am meisten Unbehagen, welches eher nicht. Vielleicht solltest du auch mal versuchen, wie schmeckt Gemüse wenn es zwar gekocht aber sonst nicht irgendwie durch Gewürze oder Soßen verändert wird. Wenn alles nichts hilft, wäre es vielleicht auch noch einen Versuch wert, Babykost (jetzt nicht lachen - ist ernst gemeint) in der Variation Gemüse zu versuchen. Wie die anderen auch rate ich dir zunächst zu einheimischen Gemüsesorten und erst wenn dies nicht hilft auch die ausländischen Gemüsesorten zu probieren. Kartoffel und Spinat sind doch schon mal ein Anfang.

Außerdem gibt es ja immer noch die Möglichkeit "Gemüse zu verstecken", d.h. es ist zwar Gemüse drin, aber man sieht beim Essen nicht, dass da was drin ist. Frage doch mal deine Mutter oder auch deine Freundin, ob sie nicht so was mal für dich Kochen würden, nur um zu sehen, ob es dir dann auch schlecht wird, also wenn du optisch nicht wahrnimmst das Gemüse überhaupt da ist.

Wie Du richtig anführst, ist die Abneigung gegen Gemüse nicht angeboren, es sei denn, es gäbe eine Allergie gegen bestimmte Stoffe, wie sie in Gemüse enthalten sind.

Abeneigungen entstehen durch Miß-Erlebnisse und durch Verhaltensweisen. Wenn beispielsweise jemand immer wieder ein Essen auf eine bestimmte Art und Weise vorgesetzt bekommt, obwohl er diese Speise nicht mag, wird er eine permanente Ablehnung entwickeln.

Es gibt Menschen, die Salat prinzipiell nur mit Essig und Öl mögen und jedes Dressing ablehnen. Setzt man denen einen Salat mit Dressing vor - und sei es noch so lecker und vor allem auch selbstgemacht - wird der Salat trotzdem stehenbleiben.

Ich selbst habe eine absolute Aversion entwickelt gegen das "Schlesische Himmelreich", ein Essen, das es prinzipiell bei meiner Großmutter gab, dessen Geruch bei mir aber bereits einen Brechreiz auslöst. Das führte sogar so weit, dass nur der Gedanke an diese Speise bei mir einen Ekel auslöste.

Da es bei meiner Großmutter üblich war, dass man prinzipiell das zu essen hatte, was auf den Tisch kam, verbrachte ich als kleines Kind so manche Stunden auf einem Stuhl "scheinbar festgenagelt", weil ich eine Speise nicht einmal probiert hatte sondern gleich verkündete, das mag ich nicht.

Ich mußte so lange sitzenbleiben, bis ich das Essen aufgegessen hatte. So eben auch bei "Schlesischem Himmelreich", was zur Folge hatte, dass ich meinen Brechreiz einmal voll über dem Teller ausleerte.

Solche Erlebnisse führen natürlich zu einer Permanent-Ablehnung.

Vielleicht gab es auch in Deiner Kindheit - nach dem 4. Lebensjahr - so ein Erlebnis, möglicherweise auch, als Du eingeladen warst bei anderen Leuten.

Ich rate Dir, nicht gleich mit dem Versuch des Essens anzufangen.

Rieche erst einmal an ein Gemüse hin und überlege Dir, welch andere Gerüche damit zusammenpassen.

Wenn Du das Beispiel Tomate nimmst, so kann man diese beispielsweise zusammenbringen mit dem Gewürz Basilikum (frisch) und dem Mozzarella-Käse.

In Italien würzt man in bestimmten Gegenden (wie um Neapel herum) die aufgeschnittenen Mozzarella- und Tomatenscheiben z.B. mit frischem kleingehackten Knoblauch, gibt Salz und reichlich Pfeffer dazu, anschließend kommen Balsamico-Essig und Olivenöl darüber, Basilikum findet dort keine Verwendung.

Bei uns in Deutschland ist es dagegen völlig unbekannt, dass man zu Mozzarellakäse und Tomatenscheiben frischen Knoblauch darüberstreut, da bevorzugt man das frische Basilikum, das mit der Schere klein aufgeschnitten darübergestreut wird.

Es gibt viele Varianten ein und dieselbe Speise zuzubereiten. Brokkoli kann mit kleinen Schinkenwürfeln in einer Bechamel-Sauce hervorragend schmecken, hingegen ist er als blanchiertes Gemüse zu Fleisch nicht immer das Lieblingsgemüse aller.

Nimm Dir erst mal ein Gemüse vor, das Du normalerweise nicht so gerne hast und experimentiere über die Gerüche, was zusammenpaßt.

Wenn Dir die Schale der Tomate unangenehm ist, so kannst Du die Tomate in heißes Wasser legen, dann platzt die Schale auf und Du kannst sie gut abziehen, so dass das übrig bleibt, was normalerweise an der Tomate am besten schmeckt, das Fruchtfleisch. Selbst die Tomatenkerne könntest Du noch mit einem Löffel entfernen, wenn die Dich stören.

Es liegt letztendlich an einem selbst, sich einer Speise auf die eigene Art und Weise zu nähern, indem man einfach mal experimentiert.

Nchdem ich gestern ein Rezept mit Bild gesehen habe für das "Schlesische Himmelreich" habe ich übrigens beschlossen, dass ich das demnächst kochen werde - oh Wunder, kein Brechreiz kam auf!

Es gibt so viele Sorten, probier mal Mangold, Aubergine, Schwarzwurzeln....

@Lamiacea: Die von Dir aufgeführten Gemüsesorten sind genau die, die überhaupt nicht gut ankommen bei den Menschen, die eine Abneigung gegen Gemüse haben. Die Bitterstoffe, die z.b. in Mangold und Aubergine enthalten sind, sind nicht unbedingt Jedermanns Geschmack, selbst bei bester Zubereitung nicht.

Bei einer Abnegung gegen Gemüse muß man langsam aufbauend vorgehen und nicht gleich mit den "Hämmern" kommen . Die Schwarzwurzel ist zum Beispiel ein Gemüse, das selbst bei Gemüseliebhabern nicht unbedingt Gefallen weckt (natürlich völlig zu unrecht, denn es gibt hervorragende Möglichkeiten Schwarzwurzeln zuzubereiten).

@wagemut

Wenn jemand Spinat mag, dann ist Mangold eine gute Alternative.

Jedes "Mögen und nicht mögen" von essen ist ein psychologisches Problem. Der Mensch ist ein sogenannter "OMNIvore" und mag von Haus aus ALLES.

Abneigungen gegen bestimmte Sachen werden im Laufe des Lebens angestellt...

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