Zahlt die Krankenkasse ein Hörgerät?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Ja.
.
Wenn Du aber ein Gerät benötigst, was preislich über dem Festbetrag liegt, brauchst Du viel Geduld und Spucke, damit die Kasse das übernimmt.
.
Fakt ist: die Kasse muss!
Grundlage: Urteil des BSG vom 17.12.2010

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
holodeck 05.06.2011, 10:08

Danke für den Stern.
.
Kleine Korrektur: das Urteil stammt aus dem Jahre 2009
.
17.12.2009 - B 3 KR 20/08 R
.
.
In ihrer ablehnenden Argumentation ziehen sich die Kassen gerne auf das Argument zurück, das sei a) eine Einzelfallentscheidung gewesen und b) betreffe diese Entscheidung nur Fälle, bei denen die Schwerhörigkeit beidohrig an Taubheit grenzend sei.
.
Das stimmt so nicht, das ist nicht Inhalt dieses Urteils! Es werden wichtige Grundsatzentscheidungen getroffen, die für alle von Schwerhörigkeit Betroffenen gilt.

0
Benni 26.06.2011, 13:51

Ich ergäne mal noch:

Beim Hörakustiker muss man dir ein zuzahlungsfreies System anbieten, dass deinem Hörverlust gerecht wird. Diese Geräte "können nicht so viel" wie die Hochpreisigen und stellen nur eine Grundversorgung dar. Gute Chancen hat man beim Hörsystem für weitere Bezuschussungen, wenn man zur Ausübung der Arbeit bestimmte Features des Gerätes benötigt. Aber das Highend-Produkt wird man dann auch nicht bekommen. Aber Frage kostet nichts! Auf jeden Fall sollte man auch ein einfaches System ausprobiert haben!

0
holodeck 02.08.2011, 12:29
@Benni

Das habe ich bei meinem Erstantrag gemacht, die berufliche Begründung und kann nur raten: Finger weg davon. Man gerät sehr schnell in den Verschiebebahnhof zwischen Rentenkasse und Krankenkasse, das dauert gleich nochmal so lange. Das Urteil bietet nunmehr ausreichende Grundlage, um rein mit den Erfordernissen des Privatlebens zu argumentieren.
.
Ich habe am Ende das High End Gerät voll erstattet bekommen, weil ich darstellen konnte, dass dieses Gerät am Besten geeignet ist. Das erfordert natürlich ein weitaus differenzierteres Hörtagebuch als das vom Akustiker ausgegebene.
.
Ach, und P.S. .. eben diese unsägliche "Grundversorgung", also die Formulierung, man sei als Sozialversicherungsträger nur für die Wiederherstellung eines "Grundhörvermögens" zuständig, die wurde durch besagtes Urteil einkassiert. Was habe ich mich darüber schon aufgeregt, also nee. Mit derselben Begründung lassen sich Beinmaputierte auf Skateboards verweisen, ein Grundfortbewegungsvermögen wäre gesichert.

0

Die Krankenkasse zahlt die allernötigste Ausstattung, ob du damit gut hören kannst ist fraglich. Die schwerhörigen Menschen, die ich kenne haben alle bis zu zwei Monatsgehältern hingelegt für Geräte, mit denen sie dann wenigstens vernünftig hören können und so auch wieder richtig an der Gesellschaft teilnehmen können.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?