Wunden kleben?

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Das Kleben von Wunden als Alternative zu Nadel und Faden setzt sich bei der Wundversorgung immer mehr durch.

Tiefe Kerben haben Scherben einer zerbrochenen Glasflasche in die Hand des Patienten geschnitten. Der Notfallmediziner im Linzer Unfallkrankenhaus (UKH) greift zu einem kleinen Fläschchen: Wundränder zusammenführen, Kleber auftragen, zusammendrücken, fertig. So einfach, schnell, sauber, und schmerzlos (es tritt höchstens ein leichtes Brennen auf) kann moderne Wundversorgung heute funktionieren. Vorherige Betäubung (Lokalanästhesie) und späteres Fädenziehen entfallen.

„Die Wundheilung vollzieht sich wie unter einer organischen Schorfschicht“, sagt Ulrike Reumayr (Ärztin und Wundheilungsspezialistin am UKH Linz). Nach fünf bis zehn Tagen löst sich der aufgetragene Klebefilm mit den Hautschuppen ganz von selbst ab. Nicht verwendet werden kann und darf der Cyanacrylat-hältige Kleber:

• bei sehr verschmutzten, blutenden oder nässenden sowie bei chronischen Wunden,

• bei Wunden, welche stark unter Spannung stehen (Beuge- und Streckseiten),

• bei inneren Organen, Blutgefäßen, Nervengewebe und Schleimhäuten,

• auf Wundflächen, die nicht völlig trocken und sauber sind (weil sich der Kleber sonst vorzeitig, vor der Wundheilung, ablöst oder erst gar nicht verfestigt).

„Man kann auch im Körperinneren kleben, wobei es sich hierbei nicht um einen klassischen Klebstoff handelt. Es wird vielmehr der eigene Wundverschluss imitiert, indem Bestandteile des körpereigenen Gerinnungssystems zugeführt werden“, erklärt Primar Univ.-Dozent Albert Kröpfl (Linzer UKH).

Keinen Superkleber nehmen

Der moderne, sterile Wundkleber ist zwar ähnlich wie Haushalts-Superkleber aufgebaut. Letzterer kann jedoch zu lokalen Entzündungen und Fremdkörperreaktionen führen. Außerdem kommt es beim Haushalts-Superkleber aufgrund des schnellen Trocknungsprozesses zu starker Hitzeentwicklung, die Schädigungen des Gewebes nach sich ziehen können. Also, auch wenn es im Internet da und dort zur Wundversorgung empfohlen wird – Finger weg von herkömmlichen Haushalts-Superklebern!

Cyanacrylat-Kleber sind in der Apotheke nur in großen Mengen (Preise über 300 Euro) erhältlich. „Die Handhabung ist nur für geschultes medizinisches Personal vorgesehen“, warnt Reumayr davor, Wunden selbst zu kleben.

http://www.nachrichten.at/ratgeber/gesundheit/art114,290858

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