Woran liegt es, dass sich das Fett bei manchen eher am Bauch ablagert als bei anderen?

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Forscher haben 13 Gene entschlüsselt, die die Fettverteilung im Körper steuern. Sie entscheiden unter anderem darüber, ob die Figur einem Apfel oder eher einer Birne gleicht. Wie sich Fettpolster im Körper verteilen, ist weniger aus ästhetischen Gründen wichtig, sondern wegen ihrer Aussagekraft für die Gesundheit. So haben Studien in den letzten Jahren gezeigt, dass Fettpolster im Bauchbereich ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes vom Typ 2 bedeuten. Sitzt der Speck an Po und Oberschenkeln, besteht diese Gefahr nicht. Der Schlüssel liegt im Verhältnis von Taille und Hüftumfang. Da englische Forscher nun 13 Erbgutträger entschlüsselt haben, die für die Fettverteilung verantwortlich sind, lässt sich eines Tages vielleicht eine ungünstige Fettverteilung genetisch verändern.

Für ihre Suche nach den genetischen Ursachen der Fettverteilung durchsuchten Wissenschaftler der Oxford-Universität das Genprofil von 77 000 Menschen. An 13 Stellen im Erbgut wurden sie fündig. Ein weiteres, bereits bekanntes, Gen für die Fettverteilung, bestätigte die Studie.

Dennoch ist den Forschern um Cecilia Lindgren bewusst, dass sich damit erst ein Bruchteil der verschiedenen Taille-Hüfte-Quotienten erklären lässt. Auch die Tatsache, dass die entdeckten Gene sich auf Frauenkörper stärker auswirken als auf männliche Figuren, wirft für die Forscher noch zahlreiche Fragen auf. „Wir müssen herausfinden, welche biologischen Prozesse hinter der unterschiedlichen Fettspeicherung liegen“, sagt die Wissenschaftlerin. „Dafür sind die genetischen Entdeckungen nur ein erster Schritt, wenn auch ein sehr wichtiger.“

Die Studie ist im Fachmagazin „Nature Genetics“ erschienen.

http://www.focus.de/gesundheit/news/fettverteilung-13-gene-sorgen-fuer-den-apfel-po_aid_561139.html

In diesem Zusammenhang auch interessant sid die Ergebnisse einer US-Studie: Bei Normalgewichtigen mit dickem Bauch ist das Sterberisiko höher als bei Fettleibigen. Fazit der Forscher: Auf das Verhältnis von Taille zu Hüfte kommt es an.

Die Forscher um Prof. Karine Sahakyan hatten 12.785 US-Amerikaner im Alter von mindestens 18 Jahren untersucht. Sie unterteilten die Menschen in drei Gruppen mit unterschiedlichem Body-Mass-Index (BMI), dem Verhältnis von Gewicht zu Größe: normal, übergewichtig und fettleibig.

Zudem wurde jede der drei Gruppen in zwei Untergruppen geteilt - je nach Verhältnis von Taille zu Hüfte.

Nach 14,3 Jahren waren 2562 Studienteilnehmer gestorben, darunter 1138 an einer Herz-Kreislauf-Krankheit. Das höchste Todesrisiko aller sechs Untergruppen hatten demnach normalgewichtige Studienteilnehmer mit einem hohen Verhältnis von Taille zu Hüfte.

"Die Gesamtsterblichkeit und die Herz-Kreislaufsterblichkeit in der Gruppe mit normalem BMI und hohem Taille-Hüft-Verhältnis war sogar höher als bei Fettleibigen", berichten die Studienautoren nach ESC-Angaben.

Normalgewicht bei fettreicher Taille sei daher gefährlicher als alle anderen fünf Kombinationen von BMI und Fettverteilung. Lange gingen Mediziner davon aus, dass vor allem Übergewicht zu Herz-Kreislauferkrankungen führt. Deshalb galt der BMI als wichtiger Indikator für dieses Risiko.

In den vergangenen Jahren bestätigten jedoch mehrere Studien unter anderem des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) bereits, dass die Fettringe am Bauch besonders schädlich sind. Quelle: http://www.welt.de/gesundheit/article108821559/Fettverteilung-am-Koerper-zeigt-Sterberisiko-an.html

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