Woran erkenne ich eine Paranoia?

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2 Antworten

Das ist sehr schwierig und ein Laie sollte sich hüten einen Menschen als paranoid zu bezeichnen, wenn die Diagnose nicht eindeutig ist. Die Hauptsymptome sind Größen- und Verfolgungswahn, was wiederum starkes Misstrauen gegen andere Menschen auslöst. Erkennen lässt sich eine Paranoia eventuell daran, dass der Kranke sich völlig sicher ist, dass das, was in seinen Wahnvorstellungen passiert, real ist. Auch lassen sich Kranke nicht durch Vernunftgründe überzeugen, dass sie z.B. nicht von der Polizei beobachtet werden und dass sich keine Fremden in der Wohnung aufhalten. Wenn die Krankheit allerdings so fortgeschritten ist, ist ein Klinikaufenthalt unbedingt notwendig.

Wenn du Laie bist, glaube ich nicht, daß du das bei anderen zuverlässig "von außen" erkennen kannst; es sei denn, sie würden dir Einblick in ihr Denken gewähren - aber selbst dann braucht es fachmännische Bildung, um es als "Störung" eindeutig feststellen zu können.

Außerdem sind im Bereich Psychiatrie die Diagnosen oft nur "Moment-Aufnahmen" und deuten an, was ein Psychiater - der auch durch seine persönliche Erfahrungsbrille schaut - bei einem Patienten ZUM ZEITPUNKT DER UNTERSUCHUNG im Vordergrund sieht.

Ich kenne aus meiner Selbsthilfegruppe Menschen, die innerhalb kurzer Zeit von drei verschiedenen Psychiatern drei - sehr - verschiedene Diagnosen bekommen haben!

Ein mir persönlich gut bekannter,vielfältig weitergebildeter und langjährig im Klinikbereich erfahrener Psychiater sagte mir einmal, daß nach den Erhebungen seiner Abteilung - spezialisiert auf schizophrene Störungsbilder - bis zu 70% (siebzig Prozent!) der Patienten mit einer unzutreffenden Vor-Diagnose bei ihm einträfen.

Außerdem ist uns Betroffenen bekannt, daß aufgrund von Fehldeutungen ganz natürlicher psychischer Phänomene Psychiater oft eine Diagnose aus dem schizophrenen Formenkreis stellen OHNE WIRKLICHEN GRUND!

Vergleichsweise kann man sich vorstellen, daß ein Arzt ein Mädchen, das seine erste Regelblutung erlebt, mit Blaulicht wegen Lebensgefahr aufgrund drohenden Verblutens in die Klinik fahren ließe.

Oder daß ein Arzt eine schwangere Frau zur Operation in die Klinik einweisen würde, um die Wucherung in ihrem Bauch zu entfernen.

Unter Seelsorgern, die in psychiatrischen Kliniken Dienst tun, kursiert folgender Spruch: "Wenn der Mensch zu Gott spricht, dann nennt man das Beten. Wenn Gott zum Menschen spricht, dann nennt man das PSYCHOSE". Das ist natürlich ein "Witz" - man lacht üblicherweise darüber. Aber es steckt eine bittere Wahrheit dahinter. Denn die trifft Menschen, die solche Phänomene erleben, daß sie Gott zu ihnen sprechen hören oder symbolische bildhafte Visionen erleben oder religiöse Ideen unbekannten Ursprungs haben oder Identifikationen mit biblischen Figuren erleben. Die wissenschaftlich-medizinisch geschulten Psychiater (die allermeist nicht einmal Psychologei studiert haben und keine psychotherapeutische Ausbildung haben) werden in solchen Fällen allermeist auf "religiösen Wahn" erkennen und die entsprechende Diagnose stellen und die Behandlung vornehmen. DAS ist "Wahnsinn"! Mit diesen natürlichen Phänomenen ist "normaler Wahnsinn" in unserer kranken Gesellschaft, unter dem zahllose Menschen grundlos-schuldlos zu leiden haben - und zwar sehr, sehr heftig! Im Grunde eine gegen den Art. 1 des GG gerichtete Handlung. Aber bisher hat niemand was dagegen unternommen. Denn weiterhin haben die Psychiater die Definitionsmacht, WAS psychische Störung ist und was nicht. Und selbst Richter müssen sich bei ihren Entswcheidungen auf das Urteil von gutachtenden Psychiatern stützen.

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