Woran bemerkt man ob man einen Leistenbruch hat?

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Hallo ValentineM,

bei Jungs ist ein Leistenbruch leider sehr oft der Fall, da das mit der Entwicklung noch im Bauch der Mutter zu tun hat. Leider müssen sich die Hoden, bis sie in den Hodensack fallen, erst mal einen schweren Weg bahnen. Deshalb ist der Leistenbruch von Geburt an bei Jungs normal. Dieser soll in der Regel aber wieder relativ zügig "verkleben". Oftmals passiert das ganze aber nicht und es kann u.U. in der späteren Zeit zu erheblichen Beschwerden kommen. Manche haben aber wiederum keine.

Weiterhin kann es durch eine Schwäche der Bauchwand zu einem Leistenbruch im Jugendlichen- oder Erwachsenenalters kommen. Das wäre hierbei meistens eine Veranlagung. Ansonsten kommt es oftmals durch zu einen hohen Bauchinnendruck zu einer Leistenhernie. Beispielsweise durch schweres Heben, festes Pressen bei Verstopfung.

Einen Leistenbruch selbst feststellen stellt sich ein wenig schwierig dar, weil hier eine Untersuchung des Leistenkanals notwendig ist. Weiterhin gibt es noch weitere Untersuchungsverfahren um die Diagnose sichern zu können, was von Zuhause aus nicht möglich ist, da hier auf jedenfall ein medizinisches Wissen vorausgesetzt werden muss. Vor allem die Untersuchung durch den Leistenkanal ist häufig unangenehm und ist da schon sehr froh, wenn das ein Arzt übernimmt.

Ein Leistenbruch kann unterschiedlich viele Beschwerden verursachen. In manchen Fällen bemerkt man das ganze noch nicht einmal, da es nicht immer mit Beschwerden verbunden sein muss. Aber häufig klagen die Patienten über Schmerzen im Bereich der Leiste, das Laufen/Treppensteigen/Heben funktioniert oft nur mit Schmerzen verbunden. Desweiteren kann eine Vorwölbung in der Leistengegend sichtbar werden.

Gefährlich ist der Leistenbruch an sich nicht. Erst wenn Übelkeit und Erbrechen hinzukommen ist ein sofortiger Besuch beim Arzt unvermeidbar, da es dann wahrscheinlich zum Einklemmen von Darmteilen gekommen ist.

Zur Heilung:

Ein Leistenbruch kann nur durch eine operative Behandlung behoben werden, da es keine alternative Therapiemöglichkeit gibt, um den Bruch zu schließen. Für die Behandlung bieten sich verschiedene Operationsverfahren an. Häufig wird mittlerweile das sogenannte Schlüssellochverfahren angewendet, bei dem mit drei kleinen Schnitten sämtlich notwendige Instrumente in den Bauchraum geführt werden. Dort wird dann an der Bruchstelle ein Netz eingelegt und vernäht. Dieses Verfahren nennt sich Leistenreparation nach Lichtenstein. Als zweite Möglichkeit gibt es die Leistenreparation nach Shouldice, bei der nach der offenen Methode operiert wird. Hier wird im Bereich der Leiste ein queren Hautschnitt gesetzt und bis zum Bruch vorgearbeitet. Dort wird dann die sogenannte Fasziendopplung in fortlaufender Nahttechnik vorgenommen. Das ganze natürlich mit einem nicht auflösbarem Faden (nicht resorbierbar). Dadurch wird die Hinterwand gestärkt und der Bruch ist wieder vernäht.

Das ganze sind kleine Operationen und haben eine relativ geringe Rezidivrate.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen!

Viele Grüße

Nic129

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