Wo liegt der Unterschied: Zentrales Nervensystem und das periphers Nervensystem?

1 Antwort

Das Zentralnervensystem = ZNS ist ein Teilsystem des Nervensystems. Die Abgrenzung vom peripheren Nervensystem ist willkürlich, funktionell sind beide Anteile des Nervensystems eng miteinander verflochten. Das ZNS erfüllt in einem komplexeren Lebewesen verschiedene Aufgaben:

  • Integration aller sensiblen Reize, die ihm von innerhalb oder außerhalb des Organismus zugeleitet werden (sogenannte Afferenzen),

  • Koordination sämtlicher motorischer Eigenleistungen des Gesamtorganismus

  • Regulation aller dabei ablaufenden innerorganismischen Abstimmungsvorgänge zwischen den organismischen Subsystemen oder Organen, einschließlich solcher humoraler und insbesondere hormoneller Art.

Alle komplexeren, sich als ganzes bewegenden Lebewesen benötigen ein System mit diesen Funktionen. Es als Steuerungssystem anzusehen, liegt nahe, ist aber nicht korrekt. Im eigentlichen Sinn steuert das ZNS nicht. Es trägt infolge seiner zentralen Stellung neben der innerorganismischen Selbstregulation automatisch auch zur Aufrechterhaltung der Funktionalität des Gesamtorganismus in Relation zu organismisch relevanten Bedingungen in seiner Umgebung oder Umwelt (Jakob Johann von Uexküll) bei.

Das ZNS „vermittelt“ dabei stets nach zwei Seiten: als zentrales Integrations-, Koordinations- und Regulationsorgan dient es nicht nur zur Verarbeitung von Reizen, die über die vom jeweiligen Organismus ausgebildeten Sinnesorgane von außerhalb des Organismus ins ZNS gelangen, sondern auch von jenen, die im Organismus selbst produziert werden. Tiere werden daher nicht nur von Umweltbedingungen zu Reaktionen angeregt. Sie werden auch von sich aus aktiv. Dies kann sogar während des Ruhens oder Schlafens vorkommen und zwar dann, wenn selbst produzierte Eigenreize größere Intensität erreichen; beim Menschen ist dies etwa bei heftigen oder intensiveren Träumen der Fall. Diese gehen teilweise mit starker Aktivierung der auch im Schlaf unablässig vegetativ regulierten Bereiche des Organismus einher wie etwa Herzschlag oder Schweißabsonderung, so dass stärkere (Mit)Reaktionen dieser Art ihrerseits als Weckreize wirken und der Schläfer „aufgeregt“ erwacht.

Organismen wie Menschen, die lernen, also üben können, derartige innere Reize als Vorstellungen aller Art – z. B. visueller bzw. bildlicher oder akustischer bzw. klanglicher Art usw. – auch im Wachzustand als Tagträume oder Imaginationen zu produzieren, können dies nutzen, organismische Reaktionen bei sich anzuregen, die nicht der willentlichen Kontrolle wie die Motorik unterliegen. Das sind alle autonomen vegetativen Körpervorgänge wie Blutdruckregelung, Erektion des Gliedes, Herzschlagregulierung, Schweiß- und Tränenproduktion sowie die Regulierung des unwillkürlichen Muskeltonus.

Das ZNS besteht aus Nervengewebe. Dieses setzt sich aus Nervenzellen und Gliazellen zusammen.

Das Periphere Nervensystem =PNS umfasst den Teil des Nervensystems, der außerhalb des Gehirns und Rückenmarks gelegen ist. Letztere bilden das Zentrale Nervensystem (ZNS). Im Gegensatz zu diesem ist das PNS nicht durch Knochen oder die Blut-Hirn-Schranke geschützt. Das PNS ist weiter unterteilt in das somatische Nervensystem und das autonome Nervensystem.

Die starre Abgrenzung des PNS vom ZNS ist aus funktioneller Sicht allerdings nicht sinnvoll. Nervenzellen (Neuronen) bestehen stets aus einem Zellkörper (Soma) und seinen Fortsätzen. Die motorischen (für die Bewegung zuständigen) und die präganglionären vegetativen (für die Funktion der inneren Organe zuständigen) Neurone haben alle ihr Soma im ZNS. Die sensiblen (für Empfindungen zuständige) Neurone haben zwar ihr Soma fast ausnahmslos in Nervenknoten (Ganglien) im PNS selbst, dafür ziehen aber fast alle Fortsätze in das ZNS, wo die eigentliche Informationsverarbeitung stattfindet und bewusste oder unbewusste (Reflexe) Reaktionen ausgelöst werden. Das PNS existiert demnach nicht als selbstständiges System, sondern ist eine rein topographisch abgegrenzte Abteilung. Eine Ausnahme hiervon macht nur das intramurale Nervensystem (Nerven in der Wand von inneren Organen), bei dem die Informationsverarbeitung zum Teil unabhängig vom ZNS erfolgt.

Zum Peripheren Nervensystem gehören:

  • Hirnnerven

  • Spinalnerven (Nerven aus dem Rückenmark)

  • intramurales Nervensystem einschließlich ihrer Rezeptoren und Erfolgsorgane (wie z. B. motorische Endplatten und Ganglien).

Diese und weitere Informationen kannst du auch hier nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite = einfach den gewünschten Begriff in die Suchfunktion eingeben und die (sich wahrscheinlich) öffnende Seite lesen.

pass auf wenn du sagst das Hirnnerven ausschließlich zum PNS gehören immerhin beginnen sie mit den Nucleus nervi (den Hirnnervenkernen) im ZNS

0

Was möchtest Du wissen?