Wird ein grauer Star ambulant operiert?

1 Antwort

Ich denke mal, Du brauchst Dir keine Sorgen zu machen. In der Praxis, wo ich 2 x am Grauen Star operiert wurde, habe ich etliche Patienten im Alter Deines Vaters beobachten können und alle sind sie auf eigenen Beinen vom OP-Stuhl hereingekommen! :o) Es ist nämlich so, daß die Betäubung hauptsächlich eine örtliche ist und der Patient nur eine Scheißegal-Infusion bekommt, denn er muß ansprechbar bleiben. Dadurch ist man sofort wieder lauffähig, nur ein bißchen beduselt, weshalb man auch noch ca. eine Stunde in der Praxis unter Beobachtung bleibt (Blutdruckmessen). Dann darf man - aber nur mit einer Begleitperson! - nach Hause gehen. Bei mir war es so, daß abends noch einmal die Praxis angerufen und sich nach dem Befinden erkundigt hat. Am nächsten Tag muß man noch mal dorthin zur Kontrolle, und alles weitere macht dann der behandelnde Augenarzt (wenn er nicht selbst operiert hat).

Das ist wirklich ein Eingriff, der schnell und leicht auch für einen alten Menschen zu überstehen ist. Für alle Fälle ist ja auch noch die Begleitperson da, die im Zweifel den Tag über nach dem Patienten sehen kann, wenn er alleinstehend ist.

Man kann auch sofort nach der OP wieder sehen, es ist also nicht so, daß Dein Vater danach halbblind durch die Gegend tappern muß. Mach Dir keine Gedanken - vielleicht kannst Du ihn ja begleiten, dann kannst Du Dich selbst von seinem Zustand überzeugen.

Welche Risiken birgt es, einen Grauen Star spät zu operieren?

Meine Oma ist 81 und hat Angst vor der OP, da sie auf einem Auge geburtsbedingt eh fast nichts sieht. Bei Mißerfolg am anderen Auge wäre sie dann so gut wie blind. Bisher hat der Augenarzt immer gesagt, er wolle noch warten.

Sie kann prima auf einem Kindle mit Schriftgröße 3 lesen (drittgrößte) und da sie ihrem Hobby nachgehen kann, drängt es sie nicht allzu sehr und subjektiv hat sich für sie laut ihrer Aussage auch im Sehen nichts verändert in letzter Zeit. Relativ schlecht sehen kann sie halt schon immer, auch ohne Linsentrübung und trotz dicker Brille.

Da sie selber wenig Fragen beim Arzt stellt und ich erst beim nächsten Termin in ein paar Wochen selber dabei sein kann: Mir ist nicht klar, warum der Arzt es auf einmal eiliger hat und jetzt meint, es sei Zeit. Wird die OP mit der Zeit schwieriger, die Risiken größer o.ä.? Ich möchte auf jeden Fall eine 2. Untersuchung bzw. eine 2. Meinung. Der Augenarzt sagt wohl, daß die anvisierte Klinik selbst auch noch einmal untersucht. Ich habe aber ein gesundes Mißtrauen gegenüber Klinik-Untersuchungen. Daß die am Ende operieren wollen, steht ja eigentlich schon fest, wo der Graue Star eindeutig fortgeschritten ist.

Die werden bei der Diagnose sicher operieren wollen, fragt sich bloß, ob sie auch sagen würden "so lange Oma sich noch wohlfühlt, kann man warten..." Ich tendiere also zu einer unabhängigen 2. Augenarztmeinung. Wichtig für mich: Welche Fragen sollte ich stellen und hat jemand Erfahrungen damit, ob es Risiken gibt, wenn man (zu) lange wartet? Oder könnte man nach Wohlfühlgefühl entscheiden?

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