Wie wird ein Pflegeheimplatz finanziert?

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2 Antworten

Jetzt lass dich mal hier nicht verrückt machen!

Keine Angst: keine Kinder werden in den finanziellen Ruin getrieben,wenn Eltern ins Heim müssen.

Als Kinder bleibt euch auf jeden Fall ein Selbstbehalt (der von Bundesland zu Bundesland schwankt) in Höhe von ca. 1400 Euro - bei einem Ehepaar plus 1050 für den Ehepartner, also insgesamt 2450 Euro! Wenn Kindern noch im Haus leben erhöht sich der Betrag pro Kind weiter.

Nur 50 % von dem Betrag der den Selbstbehalt übersteigt müssen Kinder zu den Heimkosten ihrer Eltern zahlen. Also keine Angst, das ist auf jeden Fall, ein zumutbarer Betrag, wenn überhaupt etwas anfällt!

Ein bewohntes, selbstgenutztes Eigenheim muss niemals verkauft werden. Auch ein Kapital darf vorhanden sein, mind. 10.000 Euro, bei einem Hausbesitz sind es 25.000 Euro - das nicht herangezogen werden darf.

Der Selbstbehalt errechnet sich übrigens vom Bruttogehalt nach Abzug aller Steuern, Sozialabgaben UND was ganz wichtig ist, auch Kinderbetreuungskosten, Kfz-Versicherungen, Haftpflichtversicherungen, Altersversorgung usw.

Also, keine Angst, du musst dir wirklich keine Sorgen um die Finanzen machen.

Du kannst auch zu einem Anwalt gehen und dich noch einmal genau beraten lassen!

Die Pflegekassen gewähren im Rahmen der Pflegeversicherung Leistungen bei Pflegebedürftigkeit. Pflegebedürftig ist, "wer wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe bedarf".

Bei vollstationärer Pflege übernimmt die Pflegekasse die Kosten für die pflegebedingten Aufwendungen (Grundpflege), die soziale Betreuung und die medizinische Behandlungspflege in drei Stufen bis zu 1.470,- € als Sachleistung, in besonderen Härtefällen ausnahmsweise bis zu 1.750,- € monatlich.

Für die Häufigkeit des Hilfebedarfs und des zeitlichen Mindestpflegeaufwandes sind drei Pflegestufen vorgesehen.

Die Pflegekassen unterscheiden zudem zwischen vollstationärer Dauerpflege, Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege.

Neben den Leistungen der Pflegekassen wird zusätzlich Pflegewohngeld gewährt, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind.

Für den Fall, dass der vom Bewohner zu bezahlende Anteil nicht aus eigenem Einkommen und Vermögen bezahlt werden kann, kann evtl „Hilfe zum Lebensunterhalt“ beantragt werden. Hierzu kannst du aber hier nachschauen, ob es für euch in Frage käme: http://de.wikipedia.org/wiki/Hilfe_zum_Lebensunterhalt (letzter Unterpunktunter "Personenkreis"?!?)

Quelle: Walkenhaus

Der Antrag für "die Hilfe zum Lebensunterhalt" wird beim Sozialamt gestellt. Die verschickt anschließend Einkommenserfassungsbögen an alle Familienmitglieder - Ehemann und Kinder. Diese müssen dann ihr Einkommen nachweisen und es wird geprüft, ob diese zum Unterhalt des Pflegeheimes mit herangezogen werden können. Auch steht das Vermögen deines Vaters auf dem Prüfstand. Es ist schon vorgekommen, dass das Eigenheim, in dem er wohnt, verkauft werden musste, um die Pflegekosten zu übernehmen. Erst wenn kein eigenen Vermögen da ist, springst das Sozialbamt ein.

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@Sumpfhexe

Das mit dem Eigenheim halte ich für ein Gerücht! Ein selbst genutztes Eigenheim darf nicht verkauft werden, um die Pflegekosten zu finanzieren!

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