Wie wird ein Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule behandelt? Welche Möglichkeiten gibt es?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo! Die Tipps von doktorhans bzgl. Physiotherapie und manueller Therapie sind schon sehr gut.

Bevor behandelt wird, sollten aber ggf. noch weitere Untersuchungen gemacht werden. Ich denke hier gerade im Hinblick auf das von dir beschriebene "Einschlafen" der Finger an eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit beim Neurologen. So kann festgestellt werden, ob die Nerven schon geschädigt oder "nur" gereizt sind und in welchem Ausmaß.

Bei einem Bandscheibenvorfall wird zunächst immer versucht, das Ganze konservativ, also ohne OP, zu therapieren. Operiert wird nur in den seltensten Fällen, nämlich dann, wenn es zu Ausfallerscheinungen/Lähmungen kommt oder die konservativen Behandlungen keinen Erfolg zeigen. In dieser Hinsicht solltest du natürlich beobachten, wenn das Kribbeln in den Fingern schlimmer wird und evtl. auch Taubheitsgefühle dazu kommen.

Bei der konservativen Therapie können verschiedene Behandlungsansätze zum Einsatz kommen. Das ist eben die manuelle Therapie/Physiotherapie, daneben auch noch bei Bedarf Schmerztherapie/medikamentöse Therapie, ggf. auch Akupunktur und manchmal auch Psychotherapie.

Bei der medikamentösen Therapie bekommst du z.B. Schmerzmittel, damit du nicht durch die Beschwerden in eine Schonhaltung kommst und sich (neue) schmerzhafte Verspannungen entwickeln. Das würde dann letztendlich in einem Teufelskreis aus Schmerz-Fehlhaltung-Verspannung-Schmerz- etc. enden. So weit darf man es aber nicht kommen lassen, deswegen sollte man auch gezielt was gegen Schmerzen unternehmen. Das können Medikamente sein, die eingenommen werden, es gibt aber auch spezielle Spritzen-Verfahren (z.B. Stichwort PRT) bei denen ein Lokalanästhetikum und ein entzündungshemmendes Mittel direkt an die gereizte Nervenwurzel gespritzt wird. Oft kann man damit deutliche Linderung erreichen.

Parallel dazu werden häufig auch muskelentspannende Medikamente verordnet.

Eine gute Schmerzmedikation ist auch deshalb sehr wichtig, weil es sonst schnell (nach 3-6 Monaten) zu einer Chronifizierung des Schmerzes kommen kann. Dann verliert der Schmerz seine Warnfunktion und verselbständigt sich. So hättest du später auch dann noch Schmerzen, wenn die Ursache längst behoben ist. Auch wenn du jetzt noch keine Schmerzen hast, solltest du - wenn du Schmerzen bekommst oder den Eindruck hast, du bist in der HWS verspannt - schnell daran was tun.

Manchmal sind auch Wärmeanwendungen (z.B. Fango) hilfreich, denn die Wärme lockert die Muskulatur und evtl. vorhandene Verspannungen.

Bei der Krankengymnastik soll die Muskulatur trainiert und aufgebaut werden, damit die Muskulatur die Wirbelsäule besser halten kann und die Bandscheiben entlastet werden.

Wichtig ist, dass du dich trotzdem so normal es eben geht bewegst, denn die ausschließliche körperliche Schonung ist nicht wirklich gut.

Für weitere Informationen kannst du auch bei Google mal "bandscheibenvorfall hws behandlung" eingeben, da findest du schon viele Informationen zu dem Thema. Informativ ist auch die Seite www.diebandscheibe.de . Dort gibt es zum einen Infos zu den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten, aber auch Listen mit Ärzten, die von Betroffenen empfohlen werden etc.

Viele Grüße und alles Gute!

Vielen Dank für deine nette und ausführliche Antwort. Da mein Hausarzt ja erst nicht wusste, warum die Finger taub sind gab er mir eine Überweisung zum Orthopäden eine eine zum Neurologen. Der Orthopäde schickte mich ja erst einmal zur Kernspin. Muß ich jetzt trotzdem noch zum Neurologen oder hat sich das jetzt erledigt?

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@Libelle

Ich denke, du solltest trotzdem auch noch einen Termin beim Neurologen machen, damit dieser ggf. die Nervenleitgeschwindigkeit (s.o.) messen kann. Alles Gute!

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hallo ich hoffe du konntest dein Problem schon beheben. Da meine Mutter vor einiger Zeit einen Bandscheibenvorfall hatte, habe ich mich auf dieser Seite über bestimmte Therapieformen informiert und welche Fortschritte es schon in der Behandlung gibt. Vielleicht hilft dir das ja auch weiter: http://www.joimax.com/de/wirbelsaule/behandlungsmethoden/versteifungs-op/

Diagnostische Arthroskopie? Sinnvoll? Erfahrungen? Schmerzen? Risiko?

In meinen anderen Fragen könnt ihr die genaue Vorgeschichte lesen. Ich habe massive langanhaltende und einschränkende Knieschmerzen. Krankengymnastik bringt nichts, weder am Gerät noch normal, auf die Manuelle Therapie welche ich momentan mache hat mein Knie mit einer Schwellung und noch mehr Schmerzen reagiert.

2 x Kernspin, 3 x Röntgen, 2 x Ultraschall und genauere Untersuchungen haben nichts ergeben. Man sieht absolut nichts ... wenn ich stehe sieht man das meine Kniescheiben nach Innen zeigen und generell das Knie in sich etwas verdreht ist. Meine Physiotherapeutin hat mir das erklärt wie ein nasser Waschlappen den man auswringt. Unterschenkel und Knie sind nach innen verdreht, Oberschenkel nach außen.

Die Schmerzen sind für mich mittlerweile der Horror, Sport kaum noch, lange Spaziergänge gehen auch nicht. Nun ja, Orthopäde hat mich in die Ambulanz vom KH geschickt, die mich dort weiter in eine andere Abteilung. Der letzte Arzt meinte jetzt, wir warten bis das Rezept Manuelle Therapie aufgebraucht ist und wenn dann keine Besserung eintritt soll ich einen Termin ausmachen, wieder bei ihm und dann machen wir einen OP-Termin für eine Arthroskopie aus. Dort soll genaustens von Innen nach der Ursache für die höllischen Schmerzen und die großen Probleme gesucht werden. Sollte er was finden würde es selbstverständlich gleich repariert werden.

Nunja, meine Sportfähigkeit liegt momentan bei 25%, die Schmerzen sind zum Teil unerträglich. Dennoch sind die Risiken bei Operationen ja sehr hoch,. Klar könnt ihr mir nicht sagen ob ich es machen lassen soll oder nicht, aber ich würde mich trotzdem über Antworten freuen. Bin mittlerweile echt verzeifelt aber hab total Angst vor einer OP.

Würdet ihr rein diagnostisch eine OP machen lassen? Weil wenn sie nichts finden dann ist es ja ein Eingriff zum suchen ohne Ergebnis?

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Hallo Freunde, Meine Beschwerden: Ich hab seit nem Vorfall auf der Arbeit (beim Heben einer Gusseisenplatte ist mir das Ding weggerutscht in den Kabelschacht und hat mich teils mit nach vorn geschleudert) dauerhafte HWS und Rückenprobleme. Mein ganzer Körper beim stehen fühlt sich nicht mehr gerade an. Am Hinterkopf runter bis zur HWS ist ein sehr komischer ständiger Druck zu spüren + das Gefühl nicht wirklich gerade zu sein. Beim Schlafen muss ich auch deswegen ständig die Seitenlage wechseln weil es nicht auszuhalten ist. DIE Rückenlage vermeide ich komplett, da der dieser Druck hinten sehr seltsam ist und ich das Gefühl habe, mein Kopf würde nicht gerade liegen (meine Arme müssen auch immer nach oben liegen). Ich muss mit meinem Kopf möglichst nach vorn schauen, da es sehr unangenehm ist ihn in andere Richtungen zu drehen und die Pos. auch noch zu halten. Die Schultern und der Nacken sind permanent verspannt.. Beim Sitzen oder Stehen bin ich sehr unruhig mit den Armen und Beinen. Am Rücken hab ich auch das Gefühl als ob das was nicht gerade sitzt und deswegen auch Schmerzen. Mein Kiefer knackt auch schon seit längerem leicht wenn ich ihn stark in Richtungen bewege.

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