Wie vermeidet man das Ausrasten beim Streiten?

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Immer nur Friede, Freude, Eierkuchen wird es wohl in keiner Beziehung geben. Das kann gar nicht sein, weil ja jeder aus "einem anderen Stall" kommt. In jeder Familie geht es anders zu, sind andere Prioritäten im Vordergrund. In der einen Familie ist es z.B. wichtig, dass alles aufgeräumt, ordentlich und sauber ist, und das übernehmen die Kinder so. In der anderen Familie ist das zweitrangig und andere Dinge sind wichtig, eben ein anderer Stall.

Dann kommt es wie es kommen muss, zwei lernen sich kennen und kommen aus so unterschiedlichen Familien. Der eine regt sich über die Unordentlichkeit und Nachlässigkeit des anderen auf, der wiederum ist genervt von der pingeligen Ordnungsliebe des Partners. Und das ist nur einmal ein winziger Aspekt, der zu Konflikten führen kann.

Man sagt immer, man muss sich "zusammenraufen". Gemeint ist damit, dass man vernünftige Kompromisse findet, sich anpasst, angleicht, einen Mittelweg findet, mit dem beide leben können. Dabei wird man auch seine "erlernten Prioritäten" verschieben müssen.

Du solltest mal "Streitkultur" üben. Kleine Kinder kloppen sich und schreien herum, wenn ihnen was nicht passt. Meist machen sie es deshalb so, weil ihnen der Wortschatz fehlt, dann entgleitet ihnen schnell mal der gute Ton. sie haben ja auch noch nicht gelernt, intelligent nachzugeben, effezient Kompromisse zu schließen usw. Aber spätestens wenn man aus der Schule ist, sollte man das gelernt haben

Wenn du also merkst, dass mit dir wieder einmal die Pferde durchgehen, dann zähl still für dich bis 10 und frage dich, ob du deine Meinung nicht auch anders, höflicher, konstruktiver, freundlicher, leiser, weniger spektakulär, undramatischer rüberbringen kannst. Wie peinlich berührt ist man doch, wenn man an der Kasse ein kleines Kind auf dem Boden strampeln sieht, das auch noch lauthals schreit, weil es jetzt nicht bekommt, was es gerade haben will. Na ja, dem fehlt eben noch Streitkultur...

Unabhängig davon, was der Grund dafür ist, warum du dich schnell aufregst: Denke daran, dass du dir selber am meisten damit schadest, wenn du dich aufregst. Blutdruck, Nerven etc. Zweck eines Streits ist es ja nicht, dass du die Geschädigte bist. Daher lass dir doch für deine Reaktion Zeit, gehe aus dem Zimmer. Lieber nochmal abends ein Gespräch suchen.Meist will der andere einen ja nicht bewußt ärgern, sondern man regt sich dann eher über die Nachlässigkeiten und Unzuverlässigkeiten des Anderen auf. Der versteht dann gar nicht, warum man sich so aufregt, weil er vielleicht eine andere Schmerzgrenze hat. Mach ihm klar, dass dich Dinge schneller verletzen und dir nahegehen.

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